Stoßzeiten im Verkehr schaden auch Ihrer Gesundheit – wie genau?

Wussten Sie, dass Fahrer und Mitfahrende bei höchstem Verkehrsaufkommen stärkeren und längeren Belastungen durch schädliche Fahrzeugabgase ausgesetzt sind und dies bemerkenswerte Folgen hat?
Untersuchungen maßen auf Straßen innerhalb von 24 Stunden in bestimmten Abständen. Obwohl die Daten des langwierigen Versuchs keine detaillierten Unterschiede erkennen ließen, zeigen sie eine stärkere Giftgasbelastung von Fahrzeuginsassen gegenüber Menschen am Straßenrand!
Um die genaue Belastung von Fahrern festzustellen, verwendeten die Forschenden besondere Messgeräte in Fahrzeugen während des morgendlichen Berufsverkehrs im Zentrum Atlantas. Sie erfassten doppelt so viele giftige Gase und Fremdstoffe wie Geräte am Straßenrand. Diese Stoffe wurden als schädliche Chemikalien eingestuft, die oxidativen Zellstress verursachen und zudem Atemwegs- und Herzerkrankungen, Krebs sowie Nervengewebsschäden begünstigen.
Die Ergebnisse wurden am 27. Juni 2017 in Atmospheric Enviroment veröffentlicht. Demnach befanden sich Autofahrende in einer Umgebung, die ihre Gesundheit 2-mal stärker als gewöhnlich beeinträchtigen kann.
In einem anderen Versuch entwickelten die Forschenden eine künstliche Lunge, die als Messgerät dieselbe Luftmenge wie ein Mensch einatmet. Sie platzierten sie auf Beifahrersitzen von 30 Fahrzeugen und führten 60 Fahrten im dichten Verkehr durch. Manche Fahrer nutzten belebte Straßen, andere Umgehungsstraßen. Die Geräte im Fahrzeug erfassten jedes Mal mehr schädliche Luft als jene am Straßenrand.
Werden die gefundenen reaktiven Sauerstoffpartikel eingeatmet, bildet der Körper Stoffe zu ihrer Bekämpfung. Zusammen können sie durch eine übermäßige Körperreaktion die Struktur gesunder DNA verändern und schädigen.
Forschung und Diskussion darüber, welche Schadstoffe welche Erkrankungen verursachen, laufen weiter. Offenbar entsteht durch Verkehr viel mehr verschmutzte Luft, als Fahrzeugpollenfilter reinigen können. Besonders das Fahren zu Stoßzeiten ist daher ungesünder als gedacht. Weltweit wird nach Lösungen zur Verringerung von Abgasen gesucht. So haben viele europäische Länder angekündigt, ab den 2030er-Jahren nur noch den Verkauf elektrischer Autos zuzulassen.
Quellen
Oxidative potential of PM 2.5 during Atlanta rush hour: Measurements of in-vehicle dithiothreitol (DTT) activity.
Atmospheric Environment, 2017
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