Wie beeinflussen Darmbakterien die Krebsbehandlung?

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Forscher stellten fest, dass bei Patienten mit malignem Melanom (aggressivem Hautkrebs) die Ergebnisse der Behandlung mit Opdivo und Immuntherapien wie Keytruda mit der Darmmikrobiota zusammenhängen. Bereits frühere Studien hatten über einen Zusammenhang zwischen dem Ansprechen auf eine Immuntherapie und der Darmmikrobiota berichtet; konsistente Ergebnisse waren jedoch nicht erzielt worden.
HINWEIS: Das Mikrobiom bezeichnet die gesamte genetische Information (Genome) der Mikroorganismen in einer bestimmten Umgebung. Die Mikrobiota ist dagegen die Gemeinschaft der Mikroorganismen. Im menschlichen Magen-Darm-Trakt gibt es ungefähr 100 Billionen Mikroorganismen. Die meisten davon sind Bakterien, Viren, Pilze und Protozoen.
Nature Medicine veröffentlichte am 28. Februar 2022 eine neue Studie: Die Forscher führten eine Metaanalyse mikrobieller Sequenzdaten aus einer neuen Studiengruppe (Pittsburg-Kohorte) und 4 zuvor veröffentlichten Studiengruppen durch, die Melanompatienten unter Immuntherapie einschlossen.

Das Therapieansprechen anhand des fäkalen Mikrobioms vor der Behandlung vorhersagen
In der Pittsburg-Gruppe mit 94 Patienten entnahmen die Forscher bei insgesamt 63 Patienten vor Beginn der Immuntherapie oder innerhalb von 4 Monaten nach Therapiebeginn Stuhlproben (Pittsburgh-Frühprobengruppe, P-ESC). Außerdem entnahm das Team bei 31 Patienten 4 Monate nach Therapiebeginn Proben (Pittsburg-Spätprobengruppe, P-LSC).
Patienten der P-ESC-Gruppe, die eine Immuntherapie erhielten, hatten ein anderes fäkales (Stuhl-)Mikrobiom als Patienten, die keine Behandlung durchliefen. Am Ende der Studie zeigte sich, dass die Zusammensetzung der Mikrobiota vor der Behandlung viel stärker mit dem progressionsfreien Überleben verbunden war, dem wichtigsten Indikator dafür, wie gut ein Medikament fortgeschrittene Krebserkrankungen kontrollieren kann. In der späten Probengruppe (P-LSC) wurde dagegen kein Zusammenhang zwischen dem fäkalen Mikrobiom und dem progressionsfreien Überleben festgestellt.
Durch die gemeinsame Analyse der Pittsburg-Studiengruppe und früher veröffentlichter Kohortenstudien konnten die Forscher die mit einem Fortschreiten beziehungsweise Nichtfortschreiten der Erkrankung verbundenen Bakterien identifizieren.
Ergebnisse
Bakterien der Gattung Bacteroides und des Stamms Probacteria waren mit einem Fortschreiten der Erkrankung verbunden, während Bakterien des Stamms Actinobacteria und der Lachnospiraceae/Ruminococcaceae-Familie der Firmicutes mit einem Nichtfortschreiten der Erkrankung assoziiert waren.
Eine an Lachnospiraceae spp. reiche Mikrobiota ist mit einem günstigen Ansprechen auf eine Immuntherapie verbunden; eine an Streptococcaceae spp. reiche Mikrobiota ist dagegen mit einem ungünstigen Ansprechen und verschiedenen immunbedingten Nebenwirkungen verbunden.
Patienten mit einem hohen Anteil an Streptococcus spp. hatten ein deutlich kürzeres progressionsfreies Überleben als Patienten mit einem niedrigen Anteil.
Insgesamt beleuchten die Ergebnisse dieser Studie die komplexe Beziehung zwischen Darmmikrobiota und dem Ansprechen auf eine Krebsimmuntherapie und liefern einen Fahrplan für künftige Studien und andere Krebsarten.
Quellen
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