Wie sieht Magenkrebs bei einer Endoskopie aus?

In diesem Artikel
Magenkrebs frühzeitig zu erkennen, ist für den Behandlungserfolg von großer Bedeutung. Die Endoskopie gehört zu den wirksamsten Verfahren zur Diagnose von Magenkrebs. Dabei lassen sich Auffälligkeiten im Inneren beziehungsweise an der Wand des Magens darstellen und durch eine Biopsie eine definitive Diagnose stellen. Doch wie sieht Magenkrebs bei einer Endoskopie aus, und wann wird diese Untersuchung durchgeführt?
Das Erscheinungsbild von Magenkrebs bei der Endoskopie
Bei einer Endoskopie können verschiedene Veränderungen der Magenschleimhaut (der inneren Schicht des Magens) festgestellt werden, die auf Krebs hinweisen können. Dazu gehören:
- Läsionen und Geschwüre: Es können auffälliges Gewebe oder offene Wunden sichtbar sein.
- Schleimhautveränderungen: Mit dem Fortschreiten der Krebserkrankung können sich die Magenwand verdicken und Unregelmäßigkeiten an ihrer Oberfläche entwickeln.
- Tief liegende Tumoren: Liegt der Krebs in tieferen Schichten der Magenwand, reicht eine gewöhnliche Endoskopie möglicherweise nicht aus. In diesem Fall kann ein endoskopischer Ultraschall zur detaillierten Darstellung erforderlich sein.
Beispiel 1: Die folgenden Aufnahmen zeigen verschiedene Gewebeveränderungen bei der endoskopischen Untersuchung. Rechts unten fällt innerhalb des angefärbten Bereichs eine deutlich begrenzte weiße Läsion auf. Solche Strukturen werden häufig bei Färbeverfahren beobachtet, mit denen maligne (krebsartige) Tumoren untersucht werden.

Beispiel 2: Unten sind Aufnahmen von Magenkrebs und Geschwüren zu sehen. Besonders rechts unten ist eine ulzerovegetierende Raumforderung zu erkennen. Eine ulzerovegetierende Raumforderung bezeichnet eine Struktur, die sowohl geschwürig (mit Gewebeverlust) als auch über die Oberfläche erhaben oder nach außen wachsend (vegetierend) ist. Der rote Bereich der Aufnahme steht häufig mit einer starken Gefäßversorgung oder Gewebeschädigung in Zusammenhang. Bei dem weißen Bereich kann es sich dagegen um Fibrinablagerungen, nekrotisches Gewebe oder Zellreste handeln. Solche Strukturen treten häufig bei malignen (bösartigen) Tumoren auf und können etwa bei Magenkrebs vorkommen. Es gibt jedoch auch benigne (gutartige) ulzerovegetierende Läsionen. 
Für eine definitive Diagnose ist eine pathologische Untersuchung (Biopsie) wichtig. Die bei der Endoskopie entnommenen Biopsien klären, ob diese Struktur entzündlich oder krebsartig ist.
Wann empfehlen Ärzte eine Endoskopie?
Bei Personen mit folgenden Beschwerden kann eine Endoskopie empfohlen werden:
- Anhaltende Bauchschmerzen
- Unerklärlicher Gewichtsverlust
- Übelkeit und Verdauungsbeschwerden
- Schluckbeschwerden (Dysphagie)
- Frühes Sättigungsgefühl
- Bluterbrechen (Hämatemesis)
Außerdem können Ärzte aus folgenden Gründen eine Endoskopie empfehlen:
- Familienanamnese: Magenkrebs in der Familie
- Chronische Magenerkrankungen: Erkrankungen wie perniziöse Anämie oder chronische Magenatrophie
- Genetische Faktoren: Familiäre adenomatöse Polyposis oder familiäre intestinale Magenkrebssyndrome
- Frühere Magenoperation: Eine bereits durchgeführte Magenoperation (partielle Gastrektomie)
- Geografische Faktoren: Leben in Regionen mit häufigem Magenkrebs (Ostasien, Osteuropa, Süd- und Mittelamerika)
Wie wird eine Endoskopie durchgeführt?

Bei der Endoskopie wird ein flexibler Schlauch durch die Speiseröhre bis in den Magen eingeführt. Dabei gilt:
- Anästhesie: Der Patient erhält eine Sedierung, damit er keine Beschwerden verspürt.
- Gewebeprobe: Aus verdächtigen Bereichen werden Biopsien für die Untersuchung im Labor entnommen.
- Dauer der Untersuchung: Sie dauert etwa 15-30 Minuten. Nach einer kurzen Ruhephase wird der Patient entlassen.
Vor dem Eingriff müssen Patienten möglicherweise etwa 6 Stunden auf Nahrung verzichten und 2 Stunden lang keine Flüssigkeit zu sich nehmen.
Ist die Endoskopie ein zuverlässiges Verfahren?
Die Endoskopie ist ein sehr zuverlässiges Verfahren zur Diagnose von Magenkrebs. Heute werden im Allgemeinen mehrere Biopsien entnommen.
- Einzelne Biopsie: Mit einer einzelnen Biopsie können 70% der Magenkrebsfälle erkannt werden.
- Mehrere Biopsien: Bei der Entnahme von 7 Biopsieproben steigt die Diagnoserate auf bis zu 98%.
Die Erfahrung des untersuchenden Arztes kann jedoch insbesondere für die Erkennung früher Krebsstadien entscheidend sein.
Weitere Diagnoseverfahren neben der Endoskopie
In manchen Fällen können weitere Untersuchungen erforderlich sein, um die Diagnose Magenkrebs zu sichern oder seine Ausbreitung zu beurteilen:
- Barium-Röntgenuntersuchung: Darstellung des Magens mit Röntgenstrahlen
- CT und MRT: Weiterführende bildgebende Verfahren zur Gewinnung detaillierter Aufnahmen
- PET-CT: Bildgebung zur Darstellung des Ausbreitungsgrades der Krebserkrankung
- Laparoskopie: Ein chirurgischer Eingriff zur Untersuchung der Organe im Bauchraum
Fazit
Die Endoskopie gilt als Goldstandard zur Diagnose von Magenkrebs. Bei verdächtigen Beschwerden oder Risikofaktoren setzen Ärzte dieses Verfahren ein, entnehmen Biopsien zur definitiven Diagnosestellung und führen bei Bedarf weiterführende Untersuchungen durch.
Wenn Sie Symptome von Magenkrebs haben oder zu einer Risikogruppe gehören, ist es wichtig, sich zur Früherkennung unverzüglich an einen Facharzt zu wenden.
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