3 Krebsmedikamente, für die im August 2024 eine FDA-Zulassung erwartet wurde

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Für August 2024 wurden FDA-Entscheidungen der US-Arzneimittelbehörde zu folgenden 3 onkologischen Arzneimitteln erwartet:
- Afamitresgene Autoleucel (afami-cel) bei fortgeschrittenem Synovialsarkom,
- Linvoseltamab bei rezidiviertem oder therapierefraktärem multiplem Myelom und
- Axatilimab bei chronischer Graft-versus-Host-Erkrankung.
Afami-cel bei fortgeschrittenem Synovialsarkom
Die FDA nahm den biologischen Zulassungsantrag für afami-cel (BLA= biologics license application) bei fortgeschrittenem Synovialsarkom zur vorrangigen Prüfung an. Afami-cel ist eine autologe T-Zell-Therapie, die Krebszellen in soliden Tumoren mit dem Protein MAGE A4 angreifen soll.
Eine autologe T-Zell-Therapie entnimmt dem Patienten eigene Immunzellen, die T-Zellen, verändert sie im Labor genetisch und gibt sie anschließend zurück. Dadurch können sie Krebszellen wirksamer erkennen und zerstören. Bei Blut- und Lymphkrebserkrankungen wird dieser Ansatz seit Jahren erfolgreich eingesetzt; bei soliden, aus Geweben und Organen hervorgehenden Krebsarten sehen wir erst seit Kurzem wirksame Zelltherapien.
Der BLA-Antrag stützt sich auf Daten der Phase-2-Studie SPEARHEAD-1 aus deren Kohorte 1. Sie untersuchte afami-cel bei 44 Patienten mit metastasiertem oder inoperablem Synovialsarkom und 8 Patienten mit myxoidem beziehungsweise Rundzell-Liposarkom, mit passendem HLA-A*02 und positivem MAGE A4.
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Die Patienten hatten zuvor im Median 3 Therapielinien erhalten. Alle bekamen eine einmalige Dosis afami-cel; 20 erhielten eine Überbrückungstherapie.
Bei Patienten mit Synovialsarkom betrug
- die Ansprechrate 39% bei einer medianen Ansprechdauer von 11,6 Monaten.
- Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 3,8 Monate und
- das mediane Gesamtüberleben 16,9 Monate .
In der gesamten Studiengruppe waren die häufigsten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse vom Grad 3 oder höher Lymphopenie (96%), Neutropenie (85%) und Leukopenie (81%).
Die folgende Abbildung zeigt auf zellulärer Ebene, wie eine technisch veränderte T-Zell-Rezeptor-Therapie (TCR) wie afami-cel funktioniert.

- Zielprotein erkennen: Afami-cel erkennt ein Zielprotein wie MAGE A4, das insbesondere in Krebszellen und nur selten in normalen Zellen vorkommt.
- Proteinverarbeitung: Das Zielprotein wird durch das Proteasom in der Zelle zerlegt und in Peptidfragmente aufgespalten.
- HLA-Peptid-Komplex bilden: Die verarbeiteten Peptidfragmente verbinden sich mit HLA-Molekülen (Human Leukocyte Antigen) an der Zelloberfläche. Der Komplex wird zur Erkennung durch T-Zellen an die Zelloberfläche transportiert.
- Erkennung und Wechselwirkung durch TCR: T-Zell-Rezeptoren (TCR) auf der Oberfläche der technisch veränderten T-Zellen erkennen diesen HLA-Peptid-Komplex und binden spezifisch an Krebszellen.
- Wirkung gegen Krebszellen: Die Bindung der TCR an den HLA-Peptid-Komplex aktiviert T-Zellen zur Zerstörung der Krebszellen. Die Aktivierung führt zur Abtötung der Zellen und damit zur Verkleinerung oder Beseitigung des Tumors.
Linvoseltamab bei rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom
Die FDA prüft den biologischen Zulassungsantrag für Linvoseltamab zur Behandlung Erwachsener mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom. Er wird durch Daten der Phase-1/2-Studie LINKER-MM1 gestützt.
Untersucht wurde der gegen BCMA-CD3 gerichtete bispezifische Antikörper Linvoseltamab bei rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom mit Progression nach mindestens 3 Therapielinien, darunter ein Proteasominhibitor, ein immunmodulatorisches Arzneimittel und ein Anti-CD38-Antikörper.
Es gab 117 auswertbare Patienten, bei einer medianen Nachbeobachtung von 11,1 Monaten.
- Die objektive Ansprechrate betrug 71%,
- 46% erreichten ein vollständiges Ansprechen oder besser,
- 62% ein sehr gutes partielles Ansprechen oder besser.
- Die mediane Zeit bis zum vollständigen Ansprechen betrug 7,9 Monate und bis zum partiellen Ansprechen 2,6 Monate.
Die mediane Ansprechdauer, das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben waren noch nicht erreicht. Nach 12 Monaten lag die Wahrscheinlichkeit eines anhaltenden Ansprechens bei 78%, nach 12 Monaten die Überlebenswahrscheinlichkeit bei 74,5% und nach 12 Monaten die Wahrscheinlichkeit, am Leben und progressionsfrei zu sein, bei 68,8%.
Die häufigsten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse waren Zytokinfreisetzungssyndrom (46,2%), Neutropenie (41,0%) und Anämie (38,5%).
Axatilimab bei chronischer Graft-versus-Host-Erkrankung
Die FDA prüft den gegen CSF-1R gerichteten monoklonalen Antikörper Axatilimab bei chronischer Graft-versus-Host-Erkrankung nach mindestens 2 systemischen Therapielinien.
Der Antrag beruht auf der Phase-2-Studie AGAVE-201 mit 241 erwachsenen und pädiatrischen Patienten, die zuvor 4 systemische Therapielinien gegen ihre Graft-versus-Host-Erkrankung erhalten hatten.
Sie wurden zufällig Axatilimab in einer Dosierung von 0,3 mg/kg alle 2 Wochen (80 Patienten), 1 mg/kg alle 2 Wochen (81 Patienten) oder 3 mg/kg alle 4 Wochen (80 Patienten) zugeteilt.
In den ersten 6 Behandlungszyklen
- betrug die Gesamtansprechrate im Arm mit 0,3 mg/kg 74%, bei 1 mg/kg 67% und bei 3 mg/kg 50%.
Die häufigsten unerwünschten Ereignisse über die Studienarme hinweg waren Müdigkeit, Kopfschmerzen und COVID-19.
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