Brustkrebs im Stadium 4: Faktoren für den Verlauf nach einer Progression

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Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebsart bei Frauen. Bei der Diagnose befinden sich etwa 10% im vierten Stadium, also in einem metastasierten Krankheitsstadium. Von den zunächst in früheren Stadien diagnostizierten Patienten entwickeln etwa 20% im Verlauf Metastasen. Der HR-positive, HER2-negative Subtyp macht ungefähr 70% aller Brustkrebserkrankungen aus und spricht meist auf eine endokrine Therapie an. Die seit 2015 zugelassenen und eingesetzten Hemmer der cyclinabhängigen Kinasen 4 und 6 (CDK4/6-Hemmer: Reampla, Valamor und Yulareb) erwiesen sich als sehr wirksam und trugen erheblich zu einer längeren Lebensdauer bei. Eine mit der Zeit entstehende Behandlungsresistenz bleibt bei hormonpositivem Brustkrebs im Stadium 4 jedoch ein wesentliches Problem.
Welche Faktoren das Überleben nach einer Progression unter CDK4/6-Hemmern beeinflussen und welche Therapie anschließend optimal ist, ist nicht abschließend geklärt. Eine Studie des Europäischen Instituts für Onkologie in Italien unter Leitung von Dr. Pier Paolo Maria Berton Giachetti, veröffentlicht am 25. Februar 2025 in JAMA Network Open, untersuchte deshalb umfassend den Einfluss der Behandlungsdauer mit CDK4/6-Hemmern, klinischer Merkmale der metastasierten Erkrankung und verschiedener Chemotherapieoptionen auf das Überleben.
Einflussfaktoren auf den Krankheitsverlauf nach CDK4/6-Hemmern

Analysiert wurden Daten von 506 Patienten mit HR-positivem, ERBB2-negativem metastasiertem Brustkrebs, deren Erkrankung unter endokriner Therapie in Kombination mit CDK4/6-Hemmern fortgeschritten war. Die wichtigsten Ergebnisse waren:
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Eine Behandlung mit CDK4/6-Hemmern über einen längeren Zeitraum über mehr als 12 Monate war mit einem besseren Gesamtüberleben verbunden (HR: 0,55).
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Viszerale Metastasen, also Metastasen in inneren Organen, wirkten sich auf das Gesamtüberleben ungünstig aus (HR: 1,63).
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Eine bereits bei Diagnose metastasierte Erkrankung und viszerale Metastasen waren unabhängige Faktoren für ein höheres Progressionsrisiko (HR: 1,45 beziehungsweise 1,25).
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Orale Chemotherapie (vor allem Capecitabin, seltener Vinorelbin) erwies sich für ausgewählte Patienten als mögliche bevorzugte Option. Bei viszeralen Metastasen zeigten im Vergleich zur intravenösen Chemotherapie Patienten unter oraler Chemotherapie bessere Überlebensergebnisse (HR: 1,52, P = 0,04).
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Intravenöse Chemotherapie und endokrine Therapie waren gegenüber oraler Chemotherapie mit einem kürzeren progressionsfreien Überleben verbunden (HR: 1,45 beziehungsweise 1,38); beim Gesamtüberleben bestand jedoch kein signifikanter Unterschied.
Methodik der Studie
Das mediane Alter bei Diagnose betrug 52,4 Jahre.
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67,6% der Patienten erhielten eine endokrine Therapie in Kombination mit CDK4/6-Hemmern als Erstlinientherapie.
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32,4% erhielten diese Behandlung in der zweiten Linie.
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Nach der Progression setzten 221 Patienten eine endokrine Therapie fort (Everolimus + Exemestan oder endokrine Therapie allein), während 285 Patienten eine Chemotherapie erhielten, intravenös oder oral.
Der primäre Endpunkt, definiert als die Zeit vom Beginn der ersten systemischen Therapie bis zur Progression oder zum Tod aus beliebiger Ursache, war das progressionsfreie Überleben (PFS). Als sekundärer Endpunkt, definiert als die Zeit von der Progression unter endokriner Therapie + CDK4/6-Hemmern bis zum Tod aus beliebiger Ursache, wurde das Gesamtüberleben (OS) festgelegt.
Fazit und Einordnung
Die Studie identifizierte die Behandlungsdauer mit CDK4/6-Hemmern als wesentlichen Faktor bei metastasiertem Brustkrebs und verband viszerale Metastasen mit einem ungünstigeren Verlauf. Besonders hervorgehoben wurde, dass orale Chemotherapie bei ausgewählten Patienten ähnliche Überlebensergebnisse wie intravenöse Chemotherapie bieten und mit weniger Nebenwirkungen praktischer sein könnte.
Einschränkungen der Studie
Aufgrund des retrospektiven Studiendesigns sind Selektionsverzerrungen und nicht kontrollierbare Variablen möglich. Patienten, die nach einer CDK4/6-Hemmer-Therapie erneut einen Hemmer dieser Gruppe erhielten, wurden nicht eingeschlossen. Mangels ausreichender Daten zu genetischen Tumorveränderungen ließ sich der Einfluss genetischer Faktoren auf das Therapieansprechen nicht untersuchen.
Quellen
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