Erhöhen Fruchtbarkeitsbehandlungen und Reproduktionstechnologien das Risiko für Eierstockkrebs?

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Eine Fertilitätsbehandlung (Fruchtbarkeitsbehandlung)steht nach den Ergebnissen einer großen multizentrischen Studie, die Spaan und Kollegen auf der 35. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für menschliche Reproduktion und Embryologie vorstellten, mit einem langfristig erhöhten Risiko für Eierstockkrebs in Zusammenhang, und zwar nicht!
Die von Mandy Spaan, Doktorandin am Niederländischen Krebsinstitut, vorgestellten Ergebnisse zeigten, dass Frauen, die mit assistierter Reproduktionstechnologie (assisted reproductive technology, ART) behandelt wurden, häufiger an Krebs erkrankten als Frauen aus der Allgemeinbevölkerung. Das Risiko war jedoch nicht höher als bei unfruchtbaren Frauen, die keine assistierte Reproduktionstechnologie erhalten hatten. Was bedeutet das?
Hinweis: Assistierte Reproduktionstechnologie ist der Oberbegriff für medizinische Verfahren, die vor allem bei Unfruchtbarkeit eingesetzt werden. Dazu gehören Verfahren wie die In-vitro-Fertilisation (künstliche Befruchtung). Sie kann die intrazytoplasmatische Spermieninjektion, das Einfrieren von Keimzellen oder Embryonen und / oder die Anwendung von Fruchtbarkeitsmedikamenten umfassen.
Mandy Spaan kommentierte die Studienergebnisse mit den Worten: "Der Risikoanstieg ist statistisch nicht signifikant und könnte auf die Anwendung assistierter Reproduktionstechnologie und die Nulliparität (nie ein Kind bekommen zu haben) zurückzuführen sein" (beispielsweise sind Kinderlosigkeit und Nichtstillen bekannte Risikofaktoren für Brustkrebs). Spaan ergänzte, dass ein Kind zu bekommen bei Frauen, die mit assistierter Reproduktionstechnologie behandelt werden, als „schützender Faktor“ erscheint. Damit scheint das eigentliche Thema eher das Risiko der Kinderlosigkeit als das durch die ART-Anwendung verursachte Risiko zu sein.
Einzelheiten der Studie
Diese Untersuchung des Niederländischen Krebsinstituts beruht auf Daten der niederländischen OMEGA-Kohorte, die medizinische Fragebögen einschließt. Die Forschenden identifizierten Frauen, die zwischen 1983 und 2001 mindestens einen vollständigen Zyklus assistierter Reproduktionstechnologie (ART) durchlaufen hatten, aus 12 niederländischen In-vitro-Fertilisationszentren (medianes Alter = 33 Jahre zu Behandlungsbeginn), insgesamt 30.625 Frauen. Die Kontrollgruppe ohne ART bestand aus Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen, die zwischen 1980 und 2001 keine ART-Behandlung erhalten hatten, insgesamt 9.988 Frauen.
Die Forschenden berücksichtigten auch Störfaktoren wie Endometriose, Alter bei Behandlungsbeginn, Body-Mass-Index und die Einnahme von Antibabypillen. Die Nachbeobachtung reichte vom Alter der Frauen in ihren 20ern bis in ihre 50er.
Ergebnisse
- Unter 30 Tausend Frauen traten insgesamt 158 Fälle von Eierstockkrebs auf: 118 in der ART-Gruppe und 40 in der Gruppe ohne ART.
- Es wurden 100 Borderline-Tumoren (Grenzfalltumoren) diagnostiziert: 83 in der ART-Gruppe und 17 in der Gruppe ohne ART).
- Die Inzidenz (Zahl neuer Fälle in einem bestimmten Zeitraum) in der ART-Gruppe lag sowohl für Krebs als auch für Borderline-Tumoren über derjenigen der Allgemeinbevölkerung. Für Eierstockkrebs betrug das standardisierte Inzidenzverhältnis [SIR] in der ART-Gruppe = 1.43 und in der Gruppe ohne ART 1.15. Bei Borderline-Tumoren lag das SIR in der ART-Gruppe = 2.20 gegenüber 1.84 in der Gruppe ohne ART.
- Das höchste Krebsrisiko wurde im Zeitraum von 15 bis 19 Jahren nach der Behandlung beobachtet.
Zusammenfassend legt die Studie nahe, dass eine Geburt ein schützender Faktor gegen Eierstockkrebs sein könnte. Sowohl in der ART-Gruppe als auch in der Gruppe ohne ART zeigte sich bei nulliparen Frauen (Frauen, die nie geboren haben) ein höheres Eierstockkrebsrisiko als bei Frauen, die geboren hatten. Dies galt auch für Borderline-Tumoren.
Quellen
Long-term risk of ovarian tumours after assisted reproductive technology.
35th Annual Meeting of the European Society of Human Reproduction and Embryology.
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