FDA-Zulassung für Aminolävulinsäure zur Erleichterung der Hirntumoroperation

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Am 6. Juni 2017 genehmigte die FDA für Patienten mit Gliomen des 3. oder 4. Grades Aminolävulinsäurehydrochlorid, auch ALA HCI (Handelsname Gleolan), als optisches Bildgebungsmittel zur besseren Sichtbarkeit von Krebsgewebe bei Hirntumoroperationen.
Gliome sind eine heterogene Hirntumorgruppe mit Unterschieden in Alter, Geschlecht, Wachstum, Invasivität, Struktur, Progression und Therapieansprechen. Häufig sind bei Erwachsenen hochgradige beziehungsweise bösartige Neoplasien wie anaplastisches Astrozytom, anaplastisches Oligodendrogliom und Glioblastoma multiforme (GBM). Neben Bestrahlung und Chemotherapie ist eine wichtige Option die Hirntumoroperation.
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Wie verbessert ALA HCI die Sichtbarkeit bei Hirntumoroperationen?
ALA HCI ist ein Prodrug, das nach Aufnahme enzymatisch aktiviert wird. Nach oraler Gabe nehmen Zellen es auf und wandeln es insbesondere in fluoreszierendes Protoporphyrin IX (PPIX) um. Gliomzellen nehmen mehr auf und bilden schneller PPIX, sodass höhere Konzentrationen als im gesunden Gewebe entstehen. Unter bestimmtem blauem Licht erscheint gesundes Gehirn blau, während Tumor-PPIX intensiv rot leuchtet. Dies erleichtert das Erkennen und präzisere Entfernen des Tumors unter Schonung gesunden Gehirns.
Zulassungsstudien
Die Wirksamkeit wurde bei Patienten zwischen 18 und 75 Jahren untersucht, deren präoperative MRT mit WHO-Grad 3 oder 4 vereinbaren Hirntumor vom Gliomtyp zeigte und die operiert wurden. Grundlage waren drei klinische Studien.
Studie 1 umfasste 33 neu diagnostizierte, Studie 2 weitere 36 rezidivierte Gliome. Studie 3 war randomisiert und multizentrisch mit 415 präoperativ per MRT als hochgradig diagnostizierten Patienten.
ALA-HCl-Fluoreszenz erreichte bei korrekter Tumorgrenzenbestimmung %78 Sensitivität und %68 Spezifität.
Die ALA-HCI- Sicherheit beruht auf 528 Gliompatienten aus 5 Studien bewertet. Risiken sind Lichtüberempfindlichkeit, Hautallergien und Fehlinterpretation mit falsch negativen oder positiven Befunden. Zu ausgedehnte Entfernung kann kurzfristig schwere neurologische Schäden verursachen. In der ersten Woche nach Operation traten bei mehr als % 1 Fieber, niedriger Blutdruck, Übelkeit und Erbrechen auf. In den ersten 6 Wochen zeigten weniger als % 1 Frösteln, Lichtempfindlichkeit, Sonnendermatitis, Hypotonie, abnorme Leberwerte und Durchfall.
Dosierung
Empfohlen sind verdünntes ALA HCI, 3 Stunden vor Narkose (2-4 Stunden) mit 20 mg/kg. Anwenden dürfen es Neurochirurgen mit abgeschlossener Schulung zur intraoperativen Fluoreszenz.
Fazit
Da bei vielen Hirntumoren eine scharfe Grenze zu Normalgewebe fehlt, kann selbst erfahrenen Neurochirurgen die intraoperative Abgrenzung schwerfallen. ALA HCI soll möglichst vollständige Entfernung bei Schonung gesunden Gehirns unterstützen.
Quellen
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