Krebsüberlebende kennen das metabolische Syndrom nicht ausreichend

Eine im Juni 2018 in PLoS One veröffentlichte Studie zeigte bei Krebsüberlebenden unzureichendes Wissen über das metabolische Syndrom und verwandte Erkrankungen. Besonders bemerkenswert: Von 3 Personen hatte bereits 1 das Syndrom, ohne es zu wissen.
Zur Diagnose des metabolischen Syndroms müssen von den folgenden 5 Kriterien mindestens 3 vorliegen:
- Taillenumfang bei Männern >102 cm und bei Frauen >88 cm
- Triglyzeride als Blutfette über 150 mg/dL oder entsprechende Medikamente
- HDL als „gutes“ Cholesterin bei Männern < 40 mg/dL und bei Frauen <50 mg/dL
- Blutdruck ≥130/85 mmHg oder Blutdruckmedikamente
- Nüchternblutzucker über 100 mg/dL oder Medikamente (Insulin oder Diabetestabletten)
Weltweit steigt die Zahl der Krebsüberlebenden täglich. Gleichzeitig erforscht man, wie diese Menschen länger leben und überleben können.
Herz-Kreislauf-Erkrankungengehören zu den Erkrankungen des metabolischen Syndroms und zu den häufigsten Todesursachen von Krebsüberlebenden. Eine andere Studie fand bei ihnen gegenüber Menschen ohne Krebsdiagnose 2- bis 4-mal häufiger ein metabolisches Syndrom.
Diese koreanische Studie untersuchte Bewusstsein, Wissen und Häufigkeit des metabolischen Syndroms bei Krebsüberlebenden. Die Befragung von Personen über 20 Jahren mit Krebsdiagnose, insgesamt 88 Patienten, ergab:
- Mehr als die Hälfte hatte zuvor vom metabolischen Syndrom gehört.
- %6.8 wussten, dass sie es hatten, tatsächlich waren jedoch %34 betroffen.
- %70 kannten zwar körperliche Maße wie Gewicht, Blutdruck und Taillenumfang , wussten aber nicht, dass zur Diagnose Bluttests gehören.
- Die richtigen Antworten auf Wissensfragen verteilten sich so: Cholesterinspiegel %37; Myokardinfarkt (Herzinfarkt) %38; Diabetes % 39; Arteriosklerose (Gefäßverschluss) %46; Bluthochdruck %47; Verfettung %47; Schlaganfall %63.
Die Ergebnisse zeigen unzureichendes Wissen, obwohl mehr als ein Drittel der Krebsüberlebenden ein metabolisches Syndrom hatte. Eine potenziell tödliche Erkrankung wie diese sollten Betroffene gut kennen. Nötige Lebensstiländerungen und regelmäßige Arztkontrollen sind für ein längeres, besseres Leben und zur Senkung vorhandener Risiken wichtig.
Quellen
Assessment of the awareness and knowledge of cancer survivors regarding the components of metabolic syndrome.
PLoS One, June 2018.
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