Mediterrane Ernährung könnte die Ansprechraten auf eine Immuntherapie verbessern

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Die Auswirkungen der Ernährung auf die Gesundheit werden zunehmend besser verstanden. Viele Patienten, Angehörige und Gesundheitsfachkräfte setzen bei Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten auf bestimmte Ernährungsformen oder Nahrungsergänzungsmittel. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass viele Erwartungen überzogen sind. Einige wenige Ernährungsweisen, etwa die mediterrane oder die MIND-Ernährung, zeichnen sich jedoch durch gesundheitlichen Nutzen aus.
Einer neuen Untersuchung zufolge könnte eine mediterrane Ernährung beim Melanom, einer seltenen und biologisch aggressiven Form von Hautkrebs, die Ansprechraten auf eine Immuntherapie verbessern und die Zeit des progressionsfreien Überlebens verlängern.
Wir gehen davon aus, dass die Ernährung für den künftigen Erfolg von Immuntherapien wichtig sein könnte. Derzeit werden klinische Untersuchungen ausgeweitet, um die Auswirkungen verschiedener Ernährungsweisen bei unterschiedlichen Tumorarten, darunter Krebserkrankungen des Verdauungstrakts, zu prüfen.
Eine mediterrane Ernährung mit einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus Olivenöl, Nüssen und Fisch sowie Polyphenolen und Ballaststoffen aus Gemüse, Obst und Vollkorn stand bei fortgeschrittenem Melanom in einem signifikanten Zusammenhang mit besserem Ansprechen auf Immuntherapien aus der Klasse der Immuncheckpoint-Hemmer.
Was ist ein Immuncheckpoint-Hemmer?
Immuncheckpoint-Hemmer sind Medikamente, die Kontrollproteine wie PD-1 und PD-L1 auf T-Zellen und manchen Krebszellen blockieren. Dadurch soll verhindert werden, dass Krebszellen dem Immunsystem als freundlich erscheinen, und die Abwehr gegen Krebs aktiviert werden. Sie sind somit eine Form der Immuntherapie. Die Medikamente bestehen aus Antikörpern und werden als Infusion verabreicht.
In der multizentrischen Untersuchung von Forschern aus dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden wurde die Ernährung von 91 Patienten mit fortgeschrittenem Melanom erfasst, die Immuncheckpoint-Hemmer erhielten. Ihr Verlauf wurde durch regelmäßige onkologische Bildgebung beobachtet.
Die mediterrane Ernährung hing nicht nur signifikant mit der Gesamtansprechrate auf die Immuntherapie zusammen, sondern auch mit dem progressionsfreien Überleben nach 12 Monaten, also der Zeit, in der die Erkrankung unter Behandlung kontrolliert bleibt.
Wie könnte die Ernährung das Immuntherapieansprechen beeinflussen?
Laura Bolte vom Universitätsklinikum Groningen, die die Studie vorstellte, betonte, dass Immuncheckpoint-Hemmer die Behandlung vieler Krebsarten revolutioniert hätten, und ergänzte: „Unsere Untersuchung unterstreicht die Bedeutung einer Ernährungsbewertung bei Krebspatienten, die mit einer Immuncheckpoint-Therapie beginnen. Sie unterstützt die Rolle von Ernährungsstrategien zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse und des Überlebens.“
Die Studie legte außerdem nahe, dass der Verzehr von Vollkorn und Hülsenfrüchten das Risiko immunbedingter Nebenwirkungen wie einer Kolitis unter Immuntherapie möglicherweise vermindert. Rotes und verarbeitetes Fleisch war dagegen mit einem höheren Risiko immunbedingter Nebenwirkungen verbunden.
Der Zusammenhang zwischen dem Immuntherapieansprechen, der Ernährung und dem Darmmikrobiom eröffnet hoffnungsvolle Perspektiven für bessere Behandlungsergebnisse. Immer mehr klinische Studien untersuchen, wie sich ballaststoffreiche oder pflanzenbetonte Ernährung, protein- und fettreiche Ernährung sowie verschiedene Nahrungsergänzungsmittel auf die Ansprechraten auswirken. Diese Untersuchungen könnten künftig dazu beitragen, dass mehr Patienten von Immuntherapien profitieren.
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