Neue Methode zur Prostatakrebsbehandlung ohne Operation zugelassen: HIFU

Besonders nach den Zahlen entwickelter Länder ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart. Die lange Lebenszeit der Patienten hat in den letzten Jahren die Aufmerksamkeit verstärkt auf Behandlungsstrategien gelenkt. Obwohl die Operation bei frühem Prostatakrebs bislang stets die erste Option war, ist dies mit erheblichen Diskussionen verbunden.
Offene, laparoskopische und robotergestützte Operationen wurden untersucht und ihre Vorteile bewertet. Dabei wurde nach Antworten auf Fragen gesucht wie: „Gibt es eine Prostatakrebsbehandlung ohne Operation?“ oder „Kann diese Erkrankung ohne Operation überwacht werden?“ Betrachtet man Prostatakrebs insgesamt, erkennt man, dass nicht alle Erkrankungen gleich sind.
Der Gleason-Score ist ein Bewertungssystem für die Biologie dieser Krebsart und dient zur Einschätzung ihres Verlaufs. Ein niedriger Wert weist auf einen langsameren Verlauf hin, ein hoher auf einen biologisch aggressiven Prostatakrebs. Nach Ausbreitung innerhalb der Prostata, PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) und Gleason-Score lässt sich Prostatakrebs in 3 Hauptgruppen mit niedrigem, mittlerem oder hohem Risiko einteilen.
Bei Niedrigrisikogruppen wird seit Langem die Strategie einer Überwachung ohne Behandlung diskutiert. Bei einem Menschen mit Krebsdiagnose lässt sie sich jedoch nur schwer umsetzen. Deshalb stellt sich besonders bei sehr frühem Prostatakrebs ohne aggressive Biologie immer wieder die Frage: Gibt es Behandlungsoptionen ohne Operation? Betrachtet man die Entwicklungen der letzten 10 Jahre, stehen zwei Verfahren im Vordergrund. Eines ist die Kryoablation, eine Gefrierbehandlung über Elektroden, die am Prostatakrebs angewendet werden.
Das andere ist HIFU (high intensity focused ultrasound), bei dem hochintensive Ultraschallwellen auf das Prostatakrebsgewebe fokussiert werden. Es handelt sich um eine Ablation mit hochintensiver Ultraschalltechnologie. Diese regionale ablative Behandlung wird seit einigen Jahren diskutiert und intensiv erforscht. Gegenüber HIFU hat sich die Kryoablation in der Anwendung stärker etabliert und wird auch von internationalen Fachinstanzen akzeptiert. Bei HIFU wird das Tumorgewebe durch Ultraschallwellen zerstört, die über eine Sonde im Enddarm in das Prostatagewebe geleitet werden, ohne direkt in die Prostata einzudringen. Wegen seiner Einfachheit und möglichen Attraktivität für Patienten wurde dieses Verfahren in den letzten Jahren untersucht.
Es wurde zunächst bei Patienten mit Rückfall nach Strahlentherapie geprüft und erreichte pathologisch vollständige Ansprechraten von nahezu % 60. Dies war ermutigend für eine Anwendung unmittelbar nach der Prostatakrebsdiagnose und ebnete dafür den Weg. Neuere Studienergebnisse zeigen zudem, dass HIFU auch bei anfänglichen Krebserkrankungen wirksam sein könnte.
Bisherige Studien führten dazu, dass Fachinstanzen neben Kryoablation inzwischen auch HIFU als mögliche Alternative zur Operation anerkennen, insbesondere bei niedrigem oder mittlerem Risiko: auf die Prostata begrenzte Erkrankung mit nicht sehr hohen PSA- und Gleason-Werten. Für HIFU, das auch die FDA-Zulassung erhielt, wurden über 5 Jahre Erfolgsraten von nahezu % 80 beobachtet. Die Ergebnisse haben neue Begeisterung für die Forschung geweckt und nichtoperative Verfahren in unserer Routinepraxis stärker in den Vordergrund gerückt.
Quellen
2. Crouzet S, Chapelon JY, Rouvière O.
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3. Thüroff S, Chaussy C.
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BJU Int. 2013 Aug;112(3):322-9. doi: 10.1111/j.1464-410X.2012.11715.x. Epub 2013 Jan 28.
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