Online-Gehirntraining kann Beschwerden des Chemobrains bei Krebspatienten lindern

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Ein Online-Lernprogramm kann Krebspatienten mit dem neurologischen Problem Chemobrain helfen. Das zeigte eine in der Januarausgabe 2017 des renommierten Journal of Clinical Oncology veröffentlichte Studie.
Manche Krebspatienten berichten nach Chemotherapie über kognitive beziehungsweise geistige Beschwerden. Dieser durch Krebs selbst oder die Behandlung verursachte Zustand, Chemobrain genannt, ist mit schlechter Lebensqualität, mehr Depression, Angst und langanhaltender chronischer Müdigkeit nach Behandlung verbunden. Eine nachgewiesene Therapie gibt es dagegen nicht.
Diese Störung geistiger Funktionen wurde erst vor Kurzem beschrieben. Weil sie meist mit Chemotherapie verbunden wird, heißt sie chemotherapiebedingte kognitive Beeinträchtigung, kurz Chemobrain.
Die Studie
Untersucht wurden Erwachsene mit mindestens 3 Chemotherapiezyklen innerhalb der letzten 5 Jahre, die Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme selbst berichteten: insgesamt 242 Krebspatienten. %89 waren Brustkrebspatientinnen.
Die Teilnehmer wurden in 2 Gruppen geteilt: Online-neurokognitives Lernprogramm oder Standardversorgung. Verglichen wurde zu Beginn sowie 15 Wochen und 6 Monate nach der Intervention.
Ergebnisse:
- Die Standardgruppe und die Onlinegruppe wurden direkt nach der Intervention und am Ende des 6. Monats verglichen.
- Unter dem Onlineprogramm gingen Angst, Depression und Erschöpfung gegenüber Standardversorgung deutlich zurück.
- Zunächst unterschied sich die Lebensqualität nicht, nach 6 Monaten war sie in der Onlinegruppe jedoch besser.
- Objektive neuropsychologische Funktionen unterschieden sich weder unmittelbar nach der Intervention noch nach 6 Monaten.
Insight from Posit Science ist der Name dieses Onlineprogramms zur kognitiven Rehabilitation. Adaptive Denkübungen sollen geistige Fähigkeiten verbessern und schnelle, korrekte Informationsverarbeitung ermöglichen.
Manche Krebsbehandelten haben tatsächlich Schwierigkeiten mit Konzentration, Aufmerksamkeit und Erinnern. Die Krebserfahrung endet nicht am letzten Behandlungstag. Betroffene sollten aktiv für ein besseres Leben an Lebensstiländerungendenken.
Brustkrebs zeigt erfreuliche Fortschritte bei Behandlung und Überleben. Dadurch leben immer mehr Menschen nach erfolgreicher Behandlung weiter. Lebensqualitätsfördernde Maßnahmen wie dieses Gehirntraining können ihr Leben positiv beeinflussen.
Können zukünftige Studien Risikopatienten für kognitive Störungen erkennen, könnten frühere Interventionen und wohl bessere Ergebnisse möglich werden. Auch die Kombination aus körperlicher Bewegung und kognitivem Training muss weiter untersucht werden.
Quellen
Evaluation of a Web-Based Cognitive Rehabilitation Program in Cancer Survivors Reporting Cognitive Symptoms After Chemotherapy.
J Clin Oncol. 2017 Jan 10;35(2):217-225. Epub 2016 Oct 28.
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