Schützender Nutzen von Hautbakterien gegen Hautkrebs

Der Körper enthält berechneten Schätzungen zufolge etwa 30 Billionen menschliche Zellen und nach neueren Studien ungefähr ebenso viele nützliche Bakterien, also 30 Billionen. Diese Bakterien werden als Flora, Mikrobiota oder Mikrobiom bezeichnet. Sie leben mit uns in einer als Kommensalismus bezeichneten wechselseitigen Nutzbeziehung, haben zahlreiche gesundheitliche Bedeutungen und befinden sich überall auf Haut und im Darm. Trotz ihrer großen Zahl sind sie klein; ein Mensch mit 70 Kilo trägt 1.5 Kilogramm Bakterien. Studien verbinden die Flora mit Darmkrebs, Hautkrebs und der Immunantwort gegen Krebs. Die zahlreichen Behauptungen einer „2. Gehirn“-Funktion und psychischer oder psychiatrischer Zusammenhänge sind dagegen wissenschaftlich nur schwach belegt.
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Science Advances veröffentlichte eine Studie der medizinischen Fakultät der University of California San Diego zu einem neuen nützlichen Effekt bestimmter Hautbakterien: Schutz vor Hautkrebs.
In der Mausstudie produzierte das Hautbakterium Staphylococcus epidermidis eine Krebszellen tötende, für normale Zellen aber ungiftige Chemikalie namens 6-N-Hydroxyaminopurin (6-HAP). Zwei Mausgruppen wurden hohen krebserregenden UV-Dosen ausgesetzt. Bei Mäusen mit nicht 6-HAP-produzierenden S. epidermidis entstanden danach viele Hauttumoren, bei solchen mit 6-HAP-produzierenden Bakterien dagegen keine.
Mehrere Funktionen des Moleküls 6-HAP wurden entdeckt: Störung der DNA-Bildung beziehungsweise -Synthese, Verhinderung der Ausbreitung entarteter Tumorzellen und Unterdrückung UV-ausgelöster Hauttumoren.
Hautkrebs lässt sich grob in zwei Gruppen einteilen: Das seltenere maligne Melanom (%5) und nichtmelanozytären Hautkrebs (%95). Hautkrebs ist weltweit die häufigste Krebsart; viele Formen lassen sich mit einfachen medizinischen Verfahren ohne Chemotherapie behandeln. Mehr als % 95 entstehen durch übermäßige UV-Sonnenexposition.
Die Beiträge des Hautmikrobioms zur Gesundheit werden zunehmend belegt. Schon frühere Studien zeigten, dass bestimmte Hautbakterien Peptide gegen schädliche Krankheitserreger produzieren.
Um Schutzwirkung oder Risikoverringerung zu verstehen, muss zunächst die Bildung von 6-HAP geklärt werden. Weitere Forschung könnte wirksame Ansätze zur Hautkrebsprävention ermöglichen.
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Quellen
A commensal strain of Staphylococcus epidermidis protects against skin neoplasia.
Science Advances, 2018
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