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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie

Sonnenschutzmittel senken das Hautkrebsrisiko – Vorsicht vor unsicheren Produkten

Sonnenschutzmittel senken das Hautkrebsrisiko – Vorsicht vor unsicheren Produkten

Hautkrebs gehört weltweit zu den häufigsten Krebsarten. Von je 5 Amerikanern erkrankt 1 irgendwann im Leben daran. Natürliche UV-Strahlung der Sonne oder künstliche im Solarium erhöht das Risiko deutlich. Fast %90 der Hautkrebserkrankungen lassen sich operativ vollständig heilen; fortgeschrittene Fälle oder das etwa %5 ausmachende Melanom benötigen systemische Therapien. Bei allen Hautkrebsarten ist UV-Exposition jedoch der wichtigste Risikofaktor.

Über die Jahre wurde viel für besseren UV-Schutz geforscht. Sonnenvermeidung und Sonnenschutzcreme erwiesen sich als die beiden grundlegenden Strategien zur Risikosenkung. Zugleich wird untersucht, ob vermarktete Schutzprodukte ihre Versprechen halten. FDAund ihre drei umfassenden neuen Initiativen zur Verbesserung des Rahmens für Sonnenschutzprodukte möchten wir hier vorstellen.

Beworbene Sonnencremes ohne versprochene Wirkung wurden identifiziert. Manche Unternehmen täuschen so Verbraucher und gefährden ihre Gesundheit. Die FDA verschickte deshalb Warnbriefe an Firmen, die unbewiesene Arzneimittel und Nahrungsergänzungen illegal als Schutz vor Sonnenschäden vermarkteten, ohne Sicherheits- und Wirksamkeitsstandards zu erfüllen.

Advanced Skin Brightening Formula, Sunsafe Rx, Solaricare und Sunergetic behaupten etwa, Sonnenlicht abzuhalten, vorzeitige Sonnenalterung zu reduzieren oder Hautkrebs zu verhindern. Sie erzeugen falsche Sicherheit und gefährden die Gesundheit. Interessanterweise sind Sunsafe Rx, Solaricare und Sunergetic keine Cremes, sondern Kapselpräparate mit dem Anspruch, vollständig natürlich zu sein. Die Creme Advanced Skin Brightening Formula wird als Anti-Aging-Produkt mit einer anderen Wirkung vermarktet, als sie tatsächlich besitzt. Die Unternehmen wurden angewiesen, alle Versäumnisse und falschen Angaben zu beseitigen sowie Websites und Kennzeichnungen zu überarbeiten. Verbraucher sollten bei unbelegten Behauptungen vorsichtig sein.

Neue Schritte für sichere und wirksame Innovationen im Sonnenschutz

Sichere neue Wirkstoffe für Sonnencremes werden erforscht. Auch Anwendung und Empfehlungen haben sich verändert. Bei Markteinführung wurden die Cremes nur gelegentlich am Strand genutzt. Heute sind Menschen bewusster und verwenden sie bei sonnigem Wetter bei jedem Aufenthalt draußen; dazu werden sie ermutigt. Damit nahm ihre Verwendung gegen schädliche UV-Strahlen stark zu. Gleichzeitig wächst das Interesse daran, wie Wirkstoffe in die Haut aufgenommen werden. Beim ersten US-Markteintritt nahm man an, Sonnenschutzstoffe drängen nicht ein. Inzwischen gibt es Belege, dass manche von der Haut aufgenommen werden können.

Die FDA veröffentlichte eine Leitlinie zu Wirksamkeit und Sicherheit der Wirkstoffe. Im Mittelpunkt steht deren Aufnahme durch die Haut. Es muss geprüft werden, ob sie nach Eindringen in den Körper schädlich sind; falls ja, muss ihre Verwendung verboten werden. Solche Leitlinien schaffen Kontrolle. Bei schädlichen, leicht aufgenommenen Inhaltsstoffen in Formeln müssen Alternativen gesucht werden.

Sonnencremes sind trotz möglicher Gesundheitswirkungen frei verkäuflich. Bewusste Verbraucher sollten sich deshalb Grundwissen aneignen.

Unsere Empfehlungen zusammengefasst:

  • „Wasserbeständig“ bedeutet nicht „wasserdicht“. Keine Sonnencreme ist wasserdicht oder schweißfest; Hersteller dürfen dies nicht behaupten. Enthält das Frontetikett einen Wasserfestigkeitshinweis, muss es eine Wirkdauer beim Schwimmen oder Schwitzen von 40 oder 80 Minuten nennen.
  • Produkte dürfen nicht mehr versprechen, als sie leisten. Sonnencremes dürfen weder sofortigen Schutz noch über 2 Stunden Schutz ohne Nachcremen versprechen. Die Bezeichnung „Sonnenschutz“ dürfen sie nicht verwenden.
  • Verwenden Sie Breitbandprodukte mit Sonnenschutzfaktor (SPF) mindestens 15. Alle 2 Stunden sowie nach Schwimmen und Schwitzen nachcremen. Für SPF über 30 ist zusätzlicher Schutz nicht bewiesen; deshalb erscheint Faktor 30 ausreichend.
  • Bedecken Sie sich. Außer beim Sonnenbaden Kleidung und breitkrempigen Hut tragen und die Haut möglichst schützen. Sonnenbrillen, die mindestens %99 der UV-Strahlen abhalten, schützen die Augen.
  • Bleiben Sie im Schatten. Zwischen 10:00 und 16:00, wenn die Strahlung am stärksten ist, nicht sonnenbaden. Begrenzen Sie direkte Sonnenzeit entsprechend fachlichen Empfehlungen.
  • Meiden Sie Solarien. Sie können zur Hautkrebsentstehung und zu dauerhaften Hautschäden beitragen.

WEITERFÜHRENDE LEKTÜRE: Was sind UVA- und UVB-Strahlen?

Zum Verständnis von Sonnencremes braucht man etwas Wissen über UVA und UVB. Beide sind ultraviolette Strahlen und schädigen die Haut.

UVA und UVB, ultraviolette Hautverbrennungen, Hautkrebs, Lichtspektrum
  • UVA dringt langwellig in die tieferen Hautschichten (Dermis und Hypodermis) ein. Es steht mit vorzeitiger Hautalterung, Sonnenflecken und Hautkrebs ursächlich in Zusammenhang.
  • UVB ist kurzwelliger und die wichtigste Ursache von Sonnenbrand. Es spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei Hautkrebs.
Sonnenschutz und Hautkrebs, Infografik

Quellen

Statement from FDA Commissioner Scott Gottlieb, M.D., on new FDA actions to keep consumers safe from the harmful effects of sun exposure, and ensure the long-term safety and benefits of sunscreens.
fda.gov - release May 22, 2018
DROZDOGAN KI

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Drozdogan-Assistent

Sonnenschutzmittel senken das Hautkrebsrisiko – Vorsicht vor unsicheren Produkten

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