Wie häufig sollte nach einer Polypektomie eine Darmkrebsnachsorge mittels Koloskopie erfolgen?

Adenome (Polypen)spielen besonders bei der Entstehung von Dickdarmkrebs eine wichtige Rolle. Deshalb sollte nach dem 50. Lebensjahr unbedingt alle 10 Jahre eine Koloskopie durchgeführt werden, also eine Untersuchung des Dickdarms mit einem dünnen schlauchförmigen Gerät mit Kamera, das durch den After eingeführt wird. Vorhandene Raumforderungen müssen dabei erkannt und mittels Polypektomie entfernt werden.
Durch diesen recht einfachen Eingriff wird das Risiko für Dickdarmkrebs (Grimmdarm und Enddarm = kolorektal) erheblich gesenkt. Dennoch kann sich später auch nach einer Polypektomie kolorektaler Krebs entwickeln. Deshalb sollten auch diese Patienten in bestimmten Abständen mittels Koloskopie nachkontrolliert werden. Die Abstände richten sich selbstverständlich nach dem Grad des entfernten Adenoms und dem späteren Entartungsrisiko. Zur Häufigkeit späterer Darmkrebserkrankungen und krebsbedingter Todesfälle nach Polypektomie liegen jedoch nicht genügend systematische Untersuchungen vor. Deshalb wurde kürzlich in einer der angesehensten medizinischen Fachzeitschriften, dem Britischen Medizinjournal(NEJM), eine umfassende Studie zu diesem Thema veröffentlicht.
In dieser Studie wurden etwa 40.000 Menschen, bei denen durch Polypektomie ein Adenom aus dem Dickdarm entfernt worden war, zur Bewertung von Darmkrebsentstehung und dadurch bedingten Sterberaten etwa 8 Jahre nachbeobachtet.
Die Patienten wurden anhand des niedrigen oder hohen Risikos der entfernten Adenome eingeteilt. Darauf aufbauend wurde untersucht, in welchen Abständen die koloskopische Nachkontrolle erfolgen sollte.
Bei der Auswertung der Daten waren die Darmkrebs- und die dadurch bedingten Sterberaten bei Patienten mit entfernten Niedrigrisikoadenomen ähnlich wie in der Allgemeinbevölkerung. Eine koloskopische Nachkontrolle nach Polypektomie erschien bei diesen Menschen somit nicht zwingend erforderlich. Bei Patienten mit entfernten Hochrisikoadenomen waren diese Raten danach dagegen höher als erwartet. Diese Hochrisikopatienten sollten daher nach Polypektomie unbedingt in bestimmten Abständen koloskopisch kontrolliert werden.
Zusammenfassend ist die Nachsorgestrategie nach Entfernung eines Dickdarmadenoms ein wichtiges Thema, das Aufmerksamkeit verdient. Neue Studien und Daten sollten genutzt werden, um sie bei Bedarf zu aktualisieren. Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass nach Entfernung von Niedrigrisikoadenomen eine Überwachung nicht zwingend ist, während bei hohem Risiko das derzeitige Intervall von 3 Jahren etwas verkürzt werden könnte. Diese Daten müssen jedoch durch weitere Studien bestätigt werden.
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