6 Risikofaktoren für die Entwicklung eines duktalen Carcinoma in situ (DCIS) zu Brustkrebs

In diesem Artikel
Die Ergebnisse einer neuen Studie liefern wertvolle Informationen zur Behandlung von Frauen mit der Diagnose eines duktalen Carcinoma in situ (DCIS). Welche Faktoren nach einer DCIS-Diagnose ein Risiko für die Entwicklung von Brustkrebs darstellen, fasst eine systematische Übersicht mit Metaanalyse zum aktuellen Wissen zusammen. Dabei wurde festgestellt, dass von 26 Faktoren 6 das Risiko einer Entwicklung von DCIS zu Brustkrebs um % 36 bis % 84 erhöhten.
Diese 6 Faktoren sind;
- ethnische Herkunft (afrikanische Abstammung),
- prämenopausaler Status (noch nicht in den Wechseljahren),
- ein tastbarer Knoten,
- positive Operationsränder,
- ein hoher histologischer Grad und
- eine hohe Expression des Proteins p16 (übermäßige Ausprägung/Produktion).
Zusätzlich identifizierte die Studie häufige Verzerrungen (Bias) in Untersuchungen zur Brustkrebsentwicklung nach einer DCIS-Diagnose. Die Arbeit von Visser und Kollegen wurde in Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention veröffentlicht.
Was ist ein duktales Carcinoma in situ (DCIS)?

Duktales Carcinoma in situ (Ductal Carcinoma In Situ, DCIS) bezeichnet die beginnende krebsartige Veränderung der Zellen, welche die Milchgänge der Brust auskleiden, und ist ein sehr frühes Stadium von Brustkrebs. Wenn das Ergebnis einer Brustbiopsie als „duktales Karzinom“ in situ angegeben wird, bedeutet dies, dass einige Zellen Ihrer Milchgänge begonnen haben, sich in Krebszellen zu verwandeln. Die Zellen haben jedoch noch keinen invasiven (eindringenden) Charakter angenommen und erstrecken sich nur entlang der Milchgänge, nicht in das Brustgewebe hinein. Die grundlegende Behandlung bei DCIS ist eine Operation, bei der der Tumor zusammen mit etwas normalem umliegendem Gewebe entfernt wird. Diese Brustkrebsoperation heißt „weite lokale Exzision“ oder „Lumpektomie“.
Nur einige DCIS-Fälle entwickeln sich zu invasivem Brustkrebs; die meisten würden ohne Behandlung und sich selbst überlassen nicht lebensbedrohlich werden. Da die geltenden Leitlinien jedoch eine operative Entfernung des DCIS empfehlen (meist gefolgt von Strahlentherapie und manchmal endokriner Erhaltungstherapie), werden die meisten Frauen überbehandelt. Deshalb ist die Unterscheidung harmloser DCIS von solchen, die sich zu invasivem Brustkrebs entwickeln werden, ein großer ungedeckter Bedarf.
Einzelheiten der Studie
- Die Forscher führten für den Zeitraum 1970 bis 2018 eine systematische Auswertung von 1.781 Studien aus der PubMed-Datenbank durch.
- Die Studien bewerteten bei Frauen, bei denen zunächst DCIS diagnostiziert und behandelt worden war, das Risiko eines invasiven Rezidivs ; im Verlauf einer 1-jährigen Nachbeobachtung wurden mindestens 10 Fälle von invasivem Brustkrebs auf derselben Seite festgestellt.
- Von den 1.781 geprüften Artikeln erfüllten 40 die Einschlusskriterien der Metaanalyse. Die Patientenzahl der einbezogenen Studien lag zwischen 52 und 37.692, die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit zwischen 3.2 und 15.8 Jahren.
Studienergebnisse
- Unter 26 prognostischen (den Krankheitsverlauf vorhersagenden) Faktoren identifizierten die Forscher Faktoren mit einem relativ um % 36 bis % 84 erhöhten Risiko eines erneuten invasiven Brustkrebses nach einer DCIS-Diagnose; insgesamt waren es 6 Faktoren.
- Unter diesen Faktoren erhöhte sich das Risiko einer Brustkrebsentwicklung durch;
- ethnische Herkunft (afrikanische Abstammung) um das 1.43-Fache,
- prämenopausalen Status (noch nicht in den Wechseljahren) um das 1.59-Fache,
- einen tastbaren Knoten um das 1.84-Fache,
- positive Operationsränder um das 1.63-Fache,
- einen hohen histologischen Grad um das 1.36-Fache und
- eine hohe Expression des Proteins p16 um das 1.51-Fache.
- Das höchste Verzerrungsrisiko ergab sich aus einer unzureichenden Berücksichtigung von Störfaktoren und schlecht definierten Studiengruppen.
Quellen
Predictors of an Invasive Breast Cancer Recurrence after DCIS: A Systematic Review and Meta-analyses.
Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention 25 April 2019
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