Dreifachkombination bei kleinzelligem Lungenkrebs – Die bisher besten Ergebnisse

In diesem Artikel
Lungenkrebs ist weltweit die häufigste Ursache krebsbedingter Todesfälle. Fortgeschrittener kleinzelliger Lungenkrebs ist eine besonders therapieresistente Unterform. Die komplexe Tumormikroumgebung dieser Erkrankung enthält verschiedene Faktoren, die die Wirksamkeit der Behandlung beeinträchtigen können. Neue Behandlungsansätze, die das Überleben verlängern und die Lebensqualität verbessern könnten, sind deshalb ein wichtiges Forschungsgebiet. Vor diesem Hintergrund untersucht eine neue Studie von Cheng und seinem Team, vorgestellt auf der Welt-Lungenkrebs-Konferenz 2023, eine Kombinationstherapie mit dem Potenzial, die Behandlungsmöglichkeiten zu erweitern.
Studiendetails
In der auf der Konferenz vorgestellten multizentrischen Phase-III-Studie ETER701 wurden 738 Patienten mit fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkrebs nach dem Zufallsprinzip in Gruppen eingeteilt. Ein Teil erhielt den PD-L1-Inhibitor Benmelstobart und den Tyrosinkinase-Inhibitor Anlotinib zusammen mit einer Etoposid/Carboplatin-Chemotherapie. Die andere Gruppe erhielt dieselbe Chemotherapie mit Placebo, also einem wirkungslosen Mittel, anstelle von Benmelstobart und Anlotinib. So konnten die Forscher die Wirksamkeit der neuen Medikamentenkombination beurteilen. Die erste Behandlungsphase umfasste 4 Zyklen.
Nach 4 Behandlungszyklen wurden die Patienten drei verschiedenen Erhaltungstherapiegruppen zugeordnet und bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder zum Auftreten unzumutbarer Nebenwirkungen behandelt: Eine Gruppe erhielt Benmelstobart plus Anlotinib, eine weitere nur Anlotinib und die letzte eine Placebobehandlung.
Die Forscher wollten die Tumormikroumgebung umprogrammieren und die Infiltration durch Immunzellen fördern.
Die primären Studienendpunkte waren das Gesamtüberleben und das progressionsfreie Überleben.
Wirkmechanismen der neuen Medikamente
Anlotinib ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor, der verschiedene Tyrosinkinasen angreift und dadurch das Tumorwachstum und die Metastasierung, also die Ausbreitung, hemmt. Diese Kinasen sind für das Wachstum und die Vermehrung von Krebszellen sowie für die Angiogenese, die Bildung neuer Blutgefäße, entscheidend. Anlotinib hemmt insbesondere mehrere Rezeptor-Tyrosinkinasen, darunter VEGFR, FGFR, PDGFR und c-Kit.
Anlotinib ist zwar bislang von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA für keine Krebsbehandlung zugelassen, besitzt jedoch in China eine Zulassung zur Behandlung von nichtkleinzelligem Lungenkrebs und einigen anderen Krebsarten.
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Behandlung von Weichteilsarkomen mit dem zielgerichteten Medikament Anlotinib
Benmelstobart, ein PD-L1-Inhibitor , ist eine Immuntherapie.
Studienergebnisse
- Ergebnisse nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 14 Monaten:
- Das mediane progressionsfreie Überleben betrug bei Patienten mit Benmelstobart, Anlotinib und Chemotherapie 6,9 Monate, gegenüber 4,2 Monaten unter Placebo und Chemotherapie.
- Das mediane Gesamtüberleben der Patienten mit Benmelstobart, Anlotinib und Chemotherapie betrug 19,3 Monate , gegenüber 11,9 Monaten unter Placebo und Chemotherapie.
- Die objektive Ansprechrate betrug unter der Kombinationstherapie 81,3%, gegenüber 66,8% unter Placebo und Chemotherapie.
- Die mediane Ansprechdauer betrug unter der Kombinationstherapie 5,8 Monate, gegenüber 3,1 Monaten unter Placebo und Chemotherapie.
- Sicherheitsprofil der Behandlung:
- Das Sicherheitsprofil der Kombinationstherapie wurde trotz behandlungsbedingter Nebenwirkungen vom Grad 3 oder höher als handhabbar und verträglich beurteilt.
- Bei 93,1% der Patienten in der Kombinationsgruppe traten Nebenwirkungen wie eine verringerte Anzahl von Neutrophilen, Blutplättchen und weißen Blutkörperchen auf.
Fazit
Die Ergebnisse dieser klinischen Phase-III-Studie sind äußerst vielversprechend, da die Kombination aus Benmelstobart, Anlotinib und Chemotherapie die bisher besten berichteten Überlebensergebnisse für die Erstlinienbehandlung von fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkrebs zeigt.
Quellen
2. Cheng Y, et al. Abstract OA01.03. Vorgestellt auf: International Association for the Study of Lung Cancer World Conference on Lung Cancer; Sept. 9-12, 2023; Singapore.
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