FDA-Zulassung für die hepatische Melphalan-Therapie bei metastasiertem uvealem Melanom

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Am 14. August 2023 genehmigte die FDA, die US-amerikanische Arzneimittelbehörde, das Melphalan enthaltende HEPZATO KIT (Melphalan zur Injektion mit einem System zur Verabreichung in die Leber; HEPZATO, Delcath Systems, Inc.) für Erwachsene mit uvealem Melanom, die nicht behandelbare Lebermetastasen haben, welche weniger als 50% der Leber betreffen, oder bei denen eine auf Knochen, Lymphknoten, Unterhautgewebe oder Lunge begrenzte Erkrankung außerhalb der Leber vorliegt, die durch eine Operation oder Strahlentherapie behandelt werden kann.
Was ist ein uveales Melanom?
Das uveale Melanom, auch Augenmelanom, ist eine seltene Unterform des aggressiv verlaufenden, etwa 5% aller Hautkrebsfälle ausmachenden malignen Melanoms. Das uveale Melanom entsteht in den Pigmentzellen des Auges, wie in der nachfolgenden Abbildung dargestellt.
Die meisten Melanome entstehen an der Hautoberfläche. Bei diesen Formen sind Immuntherapien wie Pembrolizumab bei vielen Patienten wirksam, während sie bei intraokulären Melanomen, also Melanomen im Augeninneren, schwächer wirken. Ungefähr 50% der Patienten mit uvealem Melanom befinden sich bei der Diagnose bereits in einem metastasierten Stadium (Stadium 4), wobei Metastasen am häufigsten in der Leber vorliegen. Das ist mit einer schlechten Prognose, also einem ungünstigen Krankheitsverlauf, verbunden.
Was ist Melphalan und wie wirkt es?
Melphalan ist ein Chemotherapeutikum aus der Gruppe der alkylierenden Wirkstoffe und ein Stickstofflost-Analogon. Es stört die Doppelhelixstruktur der DNA und hemmt die Zellteilung. Dadurch werden Wachstum und Vermehrung der Krebszellen gestoppt und die Ausbreitung des Krebses verhindert.
Melphalan wird insbesondere zur Behandlung des multiplen Myeloms, einer Form von Knochenmarkkrebs, eingesetzt. Es wurde auch bei bestimmten Formen von Eierstockkrebs angewendet. Melphalan ist seit den 1950er-Jahren im Einsatz und wurde 1964 von der FDA zur Behandlung des multiplen Myeloms zugelassen.

FDA-Zulassung auf Grundlage der FOCUS-Studie
Die Wirksamkeit wurde in der FOCUS-Studie bei 91 Patienten mit uvealem Melanom und nicht behandelbaren Lebermetastasen untersucht.
- Die objektive Ansprechrate betrug 36,3% (95% KI: 26,4, 47), und
- die mediane Ansprechdauer lag bei 14 Monaten (95% KI: 8,3, 17,7).
Melphalan wird mithilfe des Hepatic Delivery System (HDS) alle 6 bis 8 Wochen in die Leberarterie verabreicht, insgesamt als höchstens 6 Infusionen.
Die empfohlene Melphalan-Dosis beträgt auf Grundlage des idealen Körpergewichts 3 mg/kg. Die Höchstdosis während einer einzelnen Behandlung liegt bei 220 mg.
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Warnhinweise und Gegenanzeigen
Die Verschreibungsinformationen zum HEPZATO KIT enthalten einen besonderen hervorgehobenen Warnhinweis zu schweren verfahrensbedingten Komplikationen wie Blutungen, Leberzellschäden und Embolien. Ein vergleichbarer Warnhinweis betrifft schwere Infektionen, Blutungen oder ausgeprägte Anämie infolge einer Knochenmarksuppression.
Als häufigste Nebenwirkungen oder auffällige Laborwerte wurden festgestellt: eine verringerte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Müdigkeit, Blutarmut (Anämie), Übelkeit, Muskel- und Skelettschmerzen, eine verringerte Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie), Bauchschmerzen, eine verringerte Neutrophilenzahl (Neutropenie), Erbrechen, ein erhöhter Leberenzymwert der Alanin-Aminotransferase, eine verlängerte Gerinnungszeit als aktivierte partielle Thromboplastinzeit, ein erhöhter Wert des weiteren Leberenzyms Aspartat-Aminotransferase, erhöhte alkalische Phosphatase im Blut und Atemnot (Dyspnoe).
Fazit
Diese Zulassung stellt einen wichtigen Schritt bei der Behandlung des uvealen Melanoms dar. Die Verabreichung von Melphalan über die Leberarterie und die festgestellte Wirksamkeit können Patienten neue Hoffnung geben. Die mit der Behandlung verbundenen Risiken und Nebenwirkungen erfordern jedoch eine sorgfältige Abwägung durch Patienten und medizinisches Fachpersonal.
Quellen
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