FDA-Zulassung für Trastuzumab Deruxtecan (Enhertu) bei HER2-armem Brustkrebs

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Fam-Trastuzumab Deruxtecan-nxki (Enhertu, Daiichi Sankyo Inc.) erhielt am 5. August 2022 die Zulassung der FDA (US-amerikanische Arzneimittelbehörde) für erwachsene Patienten mit nicht operablem oder metastasiertem HER2-armem Brustkrebs. Voraussetzung für den Einsatz von Enhertu ist in dieser Situation eine vorherige Chemotherapie gegen metastasierten Brustkrebs oder ein Rückfall während einer adjuvanten (nach der Operation schützenden) Chemotherapie beziehungsweise innerhalb von sechs Monaten nach deren Abschluss.
Wenn Brustkrebsgewebe von Pathologen unter dem Mikroskop untersucht wird, wird der HER2-Status des Tumors durch spezielle immunhistochemische (IHC) Färbungen bestimmt. Nach unserem inzwischen klassischen Vorgehen gilt dabei:
- 0 HER2 „negativ“
- 1+ HER2-Status „niedrig positiv“
- 2+ HER2-Status „fraglich positiv“. In diesem Fall muss HER2 zur Bestätigung mittels FISH untersucht werden. Je nachdem, ob FISH positiv oder negativ ausfällt, wird der endgültige HER2-Status des Tumors festgelegt.
- Ein HER2-Status von 3+ gilt als „positiv“.
Bis zu dieser Zulassung waren zielgerichtete Anti-HER2-Medikamente nur bei eindeutig positiven Befunden zugelassen (HER2 IHC 3+ oder FISH positiv).
In die Studie DESTINY-Breast04 wurden Brustkrebspatienten mit einem „niedrig positiven“ HER2-Ergebnis (IHC 1+, IHC 2+ / FISH negativ) aufgenommen.
Da Patienten mit als HER2-arm eingestuften Tumoren 50% aller Brustkrebspatienten ausmachen, ist dies eine besonders wichtige Zulassung.
FDA-Zulassung auf Grundlage der Studie DESTINY-Breast04
Die ausführlichen Ergebnisse der klinischen Studie DESTINY-Breast04, die die Wirksamkeit von Enhertu bei HER2-armem Brustkrebs zeigte, hatten wir in unserem Artikel „Der wichtigste Fortschritt in der Onkologie 2022“ vorgestellt.
In die Phase-III-Studie DESTINY-Breast04 wurden aus Asien, Europa und Nordamerika Personen mit hormonrezeptor-(HR-)negativem oder -positivem, HER2-armem, nicht operablem und/oder metastasiertem Brustkrebs aufgenommen, die zuvor eine oder zwei Therapielinien erhalten hatten, insgesamt 557 Patienten.
Die Patienten wurden im Verhältnis 2:1 zufällig auf zwei Arme verteilt, um Trastuzumab Deruxtecan oder mehrere vom Arzt ausgewählte Standardchemotherapeutika zu erhalten.
Primärer geplanter Studienendpunkt war in der hormonrezeptorpositiven Patientengruppe das progressionsfreie (ohne Fortschreiten der Erkrankung) Überleben. Sekundäre Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben aller Patienten sowie das Gesamtüberleben sowohl in der hormonrezeptorpositiven Gruppe als auch bei allen Patienten.
Ergebnisse
Von 557 Patienten hatten 494 (88,7%) eine hormonrezeptorpositive und 63 (11,3%) eine hormonrezeptornegative Erkrankung.

Nach einer medianen Nachbeobachtung von 18,4 Monaten:
- Gegenüber der Chemotherapiegruppe verringerte sich im Trastuzumab-Deruxtecan-Arm das Progressionsrisiko um 49% und die Sterblichkeit um 36%.
- Die Gruppe hatte außerdem ein längeres progressionsfreies Überleben (10,1 gegenüber 5,4 Monaten) und Gesamtüberleben (23,9 gegenüber 17,5 Monaten).
Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen ähnlich (52,6% unter Trastuzumab Deruxtecan, 67,4% unter Chemotherapie). Bei 12% der Trastuzumab-Deruxtecan-Gruppe trat jedoch eine Lungentoxizität auf, die zu 3 Todesfällen führte (0,8%). Eine frühere Trastuzumab-Behandlung wurde mit interstitieller Lungenerkrankung beziehungsweise Pneumonie in Verbindung gebracht; eine frühere Metaanalyse fand eine Häufigkeit von 2,4% und eine Sterberate von 0,2%.
Die für Brustkrebs empfohlene Enhertu-Dosis beträgt 5,4 mg/kg als intravenöse Infusion alle 3 Wochen (21-tägiger Zyklus), bis zur Krankheitsprogression oder zu nicht akzeptabler Toxizität.
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Das Medikament Enhertu mit dem Wirkstoff Trastuzumab Deruxtecan hatte bereits folgende FDA-Zulassungen erhalten:
- 2019 bei fortgeschrittenem HER2-positivem Brustkrebs nach mindestens 2 vorherigen Anti-HER2-Therapielinien,
- 2021 bei vorbehandeltem fortgeschrittenem HER2-positivem Magenkrebs und
- im Mai 2022 bei fortgeschrittenem HER2-positivem Brustkrebs nach einer vorherigen Anti-HER2-Therapielinie.
Quellen
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