Gefühle lassen sich auch im Kampf gegen Krebs regulieren: Expressive Kunsttherapie!

Sobald wir Gefahr wahrnehmen, wird ein Teil des Gehirns, die Amygdala , aktiver. Sie spielt bei der Bildung und Speicherung emotionaler Erinnerungen eine wichtige Rolle. Das Gehirn traumatisierter Menschen hat gewissermaßen einen Überlebenskampf erlebt. Wer Todesangst erlebte, erinnert sich bei Stress oder Gefahr daran und reagiert, selbst wenn keine echte Lebensbedrohung mehr besteht. Erinnerungen an Traumata oder entsprechende Auslöser aktivieren instinktiv die Reaktion „Kämpfen – Fliehen – Erstarren“. Der entscheidende Teil des Gehirns, der Kortex, kann dann möglicherweise Folgendes nicht leisten:
- Das Notwendige in Worte fassen
- Eine Auswahl oder Entscheidung treffen
- Probleme lösen
Unter Stress oder Angst verwirft unser Gehirn zahlreiche Gedanken und Pläne. Dass wir in Angstzuständen nicht klar denken, ist insofern normal. Wir können dann innehalten und uns fragen: „Was geht mir durch den Kopf?“ und „Wie sieht die Sorge in meinem Kopf gerade aus?“
Bei starker Angst und Furcht wird unser Gehirn unter hoher Adrenalinwirkung, die Herzfrequenz und Blutdruck erhöht, gewissermaßen überflutet. Solche unbewusst erlebten Zustände kennen fast alle. Die gute Nachricht: Mit expressiver Kunst können wir Angst und Furcht kontrollieren und unsere Gefühle regulieren.
1) Trainieren Sie Ihren Geist: Wenn Sie diesen Zustand bemerken, erinnern Sie sich daran, dass er normal und ein Teil der Natur ist. Bereiten Sie sich auf eine selbst gewählte künstlerische Tätigkeit vor. Niemand erwartet, dass Sie Künstler sind. Selbst Künstler malen schon lange in einer Freiheit jenseits realistischer Darstellung. Zum Beispiel das folgende Bild:

Ein Mann sieht Picassos Fischbild und sagt: „Das sieht überhaupt nicht wie ein Fisch aus.“ Picasso antwortet: „Es ist ja auch kein Fisch, sondern ein Bild.“
2) Hören Sie auf Ihren Körper: Fragen Sie sich, wo im Körper Sie diese Angst und das Erstickungsgefühl am stärksten spüren. Die bereits vorgestellte Body-Outline-Übung mit einem Körperumriss kann dabei sehr hilfreich sein.
3) Werden Sie aktiv: Auch wenn Sie sich kraftlos fühlen, versuchen Sie sich zu motivieren und machen Sie etwa farbige Kritzeleien auf großen Papierbögen. Hilfreich sind dabei das Stehen, weite Kreisbewegungen der Arme und das Loslassen ohne Gedanken darüber, was Sie zeichnen oder malen. Verwenden Sie einfach frei die Farbe, die Ihnen am besten gefällt.
4) Wiederholen Sie die Übungen: Künstlerische Aktivitäten helfen bei regelmäßiger Ausübung stärker. Beispiele und Anleitungen finden Sie in unseren früheren Beiträgen .
Zusammenfassend wirken expressive künstlerische Aktivitäten wie eine unterstützende Therapie, um nach Traumata sowie bei Angst und Furcht Gefühle zu regulieren. Vielleicht möchten Sie beim Malen ein Ergebnis wie eine Fotografie oder wie die Wirklichkeit erzielen. Unsere Gefühle können wir jedoch erst regulieren, wenn wir ohne diesen Darstellungsdruck entspannt sind.
Dann kann es hilfreich sein, sich an diese kurze Geschichte zu erinnern:
Bei einer anderen Gelegenheit fragt ein Mann Picasso: „Warum malen Sie nicht so, wie es wirklich ist?“ Picasso fragt: „Können Sie erklären, was Sie mit wirklich meinen?“ Der Mann zieht ein Foto seiner Frau aus der Brieftasche und zeigt es ihm. Darauf Picasso: „Finden Sie nicht auch, dass Ihre Frau sehr klein und etwas flach aussieht?“
Quellen
2. Cathy Malchiodi, Trauma-informed practices and epressive arts therapy institute; trauma-informedpracticeshop.org
3. PAOLA LUZZATTO , VALERIE SERENO and ROY CAPPS, A communication tool for cancer patients with pain: The art therapy technique of the Body Outline.
Cambridge University Press, Published online: 01 September 2003
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