Inotuzumab Ozogamicin erhält FDA-Zulassung zur Behandlung der akuten lymphoblastischen Leukämie ALL

Am 17. August 2017 genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA zur Behandlung Erwachsener mit rezidivierter oder gegenüber früheren Behandlungen refraktärer Vorläufer-B-Zell-akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) Inotuzumab Ozogamicin (Handelsname Besponsa).
Die Zulassung beruht auf Daten von 326 Patienten mit Philadelphia-Chromosom-negativer oder -positiver rezidivierter oder refraktärer Vorläufer-B-Zell-akuter lymphoblastischer Leukämie aus einer randomisierten (1:1), offenen, internationalen, multizentrischen Studie. Voraussetzung waren mindestens %5 Knochenmarkblasten sowie eine oder zwei frühere ALL- Induktions- therapien. Patienten mit Philadelphia-Chromosom-positiver Vorläufer-B-Zell-ALL durften auf mindestens einen Tyrosinkinasehemmer und eine Standardchemotherapie nicht angesprochen haben.
Die Patienten wurden in Gruppen für Inotuzumab Ozogamicin oder eine vom Prüfarzt gewählte Chemotherapie eingeteilt. Unter den anfangs 218 randomisierten Patienten erreichten %35.8 der mit Inotuzumab Ozogamicin Behandelten eine vollständige Remission von durchschnittlich 8 Monaten. Bei %89.7 dieser Patienten wurde eine negative minimale Resterkrankung berichtet (keine nachweisbaren Zellen, die trotz fehlender klinischer Zeichen der Behandlung entgehen und einen Rückfall verursachen). Unter Chemotherapie erreichten %17.4 eine vollständige Remission (Verschwinden sämtlicher Krankheitszeichen durch Behandlung) von durchschnittlich 4.9 Monaten; bei %31.6 dieser Patienten war die minimale Resterkrankung negativ.
Die häufigsten Nebenwirkungen bei mindestens %20 der Patienten waren ein Abfall weißer Blutkörperchen (Neutropenie, Leukopenie) und Blutplättchen (Thrombozytopenie), Infektionen, Blutarmut, Schwäche, Blutungen, Fieber, Übelkeit, Kopfschmerzen, febrile Neutropenie, erhöhte Leberfunktionswerte (ALT, AST, GGT), Bauchschmerzen und erhöhte Bilirubinwerte (Gelbsucht). Die häufigsten zum Therapieabbruch führenden Nebenwirkungen (≥%2) waren Infektionen, Thrombozytopenie, Gelbsucht, erhöhte Leberfunktionswerte und Blutungen.
Die empfohlene Inotuzumab-Ozogamicin- Dosis beträgt im ersten Zyklus am 1. Tag 0.8 mg/m2, am 8. Tag 0.5 mg/m2 und am 15. Tag 0.5 mg/m2, als drei Teildosen insgesamt 1.8 mg/m2. Die empfohlene Dosis der folgenden Zyklen hängt vom Ansprechen auf die Behandlung ab.
Quellen
War dieser Artikel hilfreich?
Ihre Rückmeldung hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.





Leserkommentare
Kommentar verfassen
Ihr Name und Ihr Kommentar werden erst nach Freigabe durch die Administration veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird Besuchern niemals angezeigt.
Schreiben Sie den ersten Kommentar.