Können bei brustkrebsbedingten Wechseljahresbeschwerden Hormone ergänzt werden?

Brustkrebs wird bei vielen Frauen behandelt, die anschließend im weiteren Verlauf Wechseljahres- symptome entwickeln. Zur Linderung dieser Beschwerden ist eine Hormonersatzbehandlung jedoch nicht immer für jede Frau geeignet. Solche Hormonpräparate können für Frauen mit Brustkrebsdiagnose unsicher sein. Welche Unterstützung können Frauen nach einer Brustkrebsbehandlung mit Wechseljahresbeschwerden erhalten?
Viele Frauen erleben nach einer Brustkrebsbehandlung Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Nachtschweiß. Durch die Behandlung können sie sogar früher in die Menopause kommen und länger und stärker unter Wechseljahresbeschwerden leiden. Hormontherapien zur Unterdrückung weiblicher Hormone, Chemotherapie oder operative Entfernung der Eierstöcke können als Krebsbehandlungen Wechseljahresbeschwerden verursachen.
Warum ist eine Hormonersatzbehandlung gegen Wechseljahresbeschwerden nach Brustkrebs bedenklich?
Zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden nehmen manche Frauen Östrogenoder Progesteron als Hormonergänzung ein. Bei Frauen nach Brustkrebsbehandlung zögern wir jedoch damit. Denn bei einem gegenüber weiblichen Hormonen empfindlichen (hormonpositiven) Krebs kann die äußere Hormonzufuhr Brusttumoren wachsen lassen.
Studien zeigten, dass der Östrogenspiegel im Blut kein zuverlässiger Marker für ein Brustkrebsrezidiv ist. Auch die Ergebnisse klinischer Studien weisen darauf hin, dass eine postmenopausale Hormonergänzung nach Brustkrebsbehandlung gegenüber Frauen ohne diese Behandlung das Risiko eines zweiten Brustkrebses oder des Wiederauftretens des früheren Krebses (Rezidiv) erhöht.
Wie lassen sich Wechseljahresbeschwerden ohne Hormonbehandlung lindern?
Besprechen Sie Wechseljahresbeschwerden zunächst mit Ihrem Arzt. Fragen Sie nach Alternativen zur Hormontherapie. Dazu können gehören:
- Akupunktur: Untersuchungen legen nahe, dass AkupunkturWechseljahresbeschwerden wie krebsbehandlungsbedingte Hitzewallungen lindert.
- Soja und andere pflanzliche Produkte: Manche Ärzte behaupten, Hormone durch pflanzliche Präparate regulieren zu können. Da diese Möglichkeit eine natürliche Behandlung verspricht, klingt sie für viele sympathisch und sicherer als andere Ansätze. Es ist jedoch nicht sicher bekannt, ob diese Sojaprodukte Wechseljahresbeschwerden bessern. Auch über Sicherheit und Beschwerdelinderung durch Nahrungsergänzungsmittel lässt sich bisher kein eindeutiges Ergebnis nennen. Frauen, die dies erwägen, sollten zuerst ihren Arzt konsultieren.
- Nichthormonelle Medikamente: Es gibt von der Hormontherapie verschiedene Medikamente, die gegen Hitzewallungen helfen können. Beispiele: - das Antidepressivum Venlafaxin (Effexor) - das Blutdruckmedikament Clonidin - das auf Nerven wirkende Gabapentin (Neurontin)
Ihre Medikamente können miteinander wechselwirken, Sie beeinträchtigen oder stärkere Nebenwirkungen als Ihre bisherigen Beschwerden haben. Verwenden Sie sie deshalb kontrolliert nach ärztlicher Anleitung.
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