Krebs und kaltes Wetter: 5 Dinge, die Patienten wissen sollten

In diesem Artikel
Die Wintermonate sind für uns alle schwierig, doch kaltes Wetter kann Krebspatienten stärker belasten. Insbesondere viele Patienten und Angehörige fürchten sich ernsthaft vor Grippe und Erkältungen.
Kaltes Wetter während der Chemotherapie
Oxaliplatin und bestimmte andere Chemotherapeutika können die Kälteempfindlichkeit erhöhen. Patienten unter Oxaliplatin empfehlen wir, sich an den Behandlungstagen und während der folgenden 2 Tage vor kalten Getränken und kalter Luft zu schützen. Außerdem kann sich die Behandlung besonders bei Patienten mit weiter Anreise wegen ungünstiger Witterung um einige Tage verzögern. Machen Sie sich dann keine Sorgen: Eine Unterbrechung von wenigen Tagen wird Ihre Behandlung nicht negativ beeinflussen.
Auch Krebspatienten können Grippe bekommen
Sowohl durch kaltes Wetter als auch durch ein behandlungsbedingt geschwächtes Immunsystem können Krebspatienten an Grippe erkranken. Eine Infektion ist nicht etwas, das bei einem Krebspatienten unter keinen Umständen passieren dürfte oder wofür Patienten und Angehörige sich Vorwürfe machen sollten. Viele können sich durch eine Grippeimpfung schützen. Wenn Sie nicht geimpft sind oder trotz Impfung Grippe bekommen, nehmen Sie Ihre Beschwerden ernst und informieren Sie Ihr Onkologieteam. Die beiden wichtigsten Schutzmaßnahmen vor häufigen Wintererkrankungen wie Grippe und Erkältung sind häufigeres Händewaschen und möglichst kein Aufenthalt mit grippekranken Menschen im selben Raum. Ich möchte darauf hinweisen, dass wir außer bei Patienten mit Blut- und Knochenmarkkrebs wie Leukämie und Lymphom kein routinemäßiges Maskentragen empfehlen.
- Können Krebspatienten gegen Grippe oder Lungenentzündung geimpft werden?
Vorsicht vor Stürzen
In vielen Teilen unseres Landes bringt kaltes Wetter Schnee und Eis. Vereiste Wege erhöhen von 7 bis 70 Jahren für alle die Gefahr auszurutschen und zu stürzen. Aufgrund krankheits- oder behandlungsbedingter Müdigkeit und eingenommener Arzneimittel sind Krebspatienten anfälliger für Stürze. Beispielsweise ist Anastrozol ein bei hormonrezeptorpositivem Brustkrebs eingesetztes Arzneimittel, das die Knochendichte verringern kann. Bei Menschen, die solche knochenwirksamen Arzneimittel einnehmen oder Knochenmetastasen haben, können Stürze gefährlicher sein. Sie können vorbeugen, indem Sie beim Gehen ein Hilfsmittel oder Unterstützung durch Angehörige nutzen oder in dieser Zeit durch Übungen zu Hause aktiv bleiben.
Taubheitsgefühl und Schmerzen an Händen und Füßen
Einige Krebsbehandlungen verursachen eine Nebenwirkung namens periphere Neuropathie , bei der an Händen und Füßen die Empfindung vermindert ist oder ungewöhnliche Empfindungen auftreten. Diese Nebenwirkung kann mit der Zeit verschwinden. Betroffene sind wegen des verminderten Gefühls anfälliger für Erfrierungen. Besonders Patienten in den kalten Regionen unseres Landes sollten darauf achten.
Bei Patienten mit Taubheitsgefühl an den Füßen steigt auch das Sturzrisiko. Zusätzlich zur Taubheit können Menschen mit peripherer Neuropathie Schmerzen haben, die sich bei Kälte verstärken.
- Lassen sich Schmerzen bei Krebspatienten wirklich nicht bewältigen?
Vertrauen Sie auf sich
Einfache Vorsichtsmaßnahmen im Winter ermöglichen Krebspatienten, diese Zeit angenehmer zu überstehen. Entscheidend ist etwas mehr Aufmerksamkeit. Erinnern wir nochmals daran: Händewaschen ist der wirksamste Weg, Grippe und Erkältungen fernzuhalten.
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