Neue Therapie für BRAF-mutationspositiven Lungenkrebs im 4. Stadium erhält FDA-Zulassung

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Die Kombination aus Dabrafenib und Trametinib (Handelsnamen Tafinlar und Mekinist) wurde von der FDA zur Behandlung von BRAF V600E-mutationspositivem nichtkleinzelligem Lungenkrebs im 4. Stadium - metastasiert - zugelassen.
Krebs ist eine Gruppe von Erkrankungen, die auf zellulärer Ebene durch genetische Veränderungen ausgelöst werden. Es gibt ungefähr so viele Hauptkrebsarten wie Organe in unserem Körper, und jede Organkrebsart hat zahlreiche Untertypen. Früher wurden diese nur nach dem Aussehen der Krebszellen unter dem Mikroskop unterschieden. Heute werden dafür genetische Eigenschaften der Krebszellen (bestimmte spezielle DNA-Mutationen) gesucht und festgestellt. Das heißt, die Onkologie wird viel präziser. Behandlungen gegen diese die Krebsentstehung auslösenden DNA-Mutationen nennen wir intelligente Medikamente . Die am 22. Juni 2017 von der FDA erteilte Zulassung ist für die Präzisionsmedizin eine wichtige Entwicklung.

Erstmals hat die amerikanische Arzneimittelbehörde - FDA ein Medikament zur Behandlung von BRAF V600E-mutationspositivem Lungenkrebs zugelassen.
Was ist eine BRAF-Mutation? Wie wirken Medikamente gegen diese genetische Veränderung?
BRAF ist ein menschliches Gen, das für das Protein B-Raf kodiert. Das B-Raf-Protein ist an einer intrazellulären Signalübertragung beteiligt, die für Wachstum verantwortlich ist (siehe Abbildung). Erstmals wurden 2002 bei manchen menschlichen Krebsarten fehlerhafte B-Raf-Proteine infolge von Mutationen des BRAF-Gens festgestellt. Vemurafenib und Dabrafenib gegen BRAF-Mutationen beim Melanom, einem aggressiven Hautkrebs, waren bereits von der FDA zugelassen worden. Spätere Studien zeigten, dass auch außerhalb des Melanoms bei Kolon- und Rektumkrebs, Schilddrüsenkrebs und nichtkleinzelligem Lungenkrebs in bestimmten Anteilen BRAF-Mutationen vorliegen.

Die Studie, die Dabrafenib und Trametinib die FDA-Zulassung zur Lungenkrebsbehandlung brachte
BRAF V600E-mutationspositiver nichtkleinzelliger Lungenkrebs war die Voraussetzung für die Aufnahme von 93 Patienten in diese internationale, multizentrische, einarmige Studie. Sie erhielten die Krebsmedikamente Dabrafenib (täglich 2-mal 150 mg) und Trametinib (täglich 1-mal 2 mg) oral als Tabletten. Von den Patienten hatten 36 zuvor keinerlei systemische Behandlung gegen metastasierten Lungenkrebs erhalten, während 57 mindestens eine auf Platin-Chemotherapie beruhende Behandlungslinie erhalten hatten. 78 Patienten hatten zuvor das gegen BRAF-Mutationen gerichtete Dabrafenib als Einzelmedikament verwendet.
In der zuvor mit platinbasierter Chemotherapie behandelten Gruppe betrug die Ansprechrate %63 und die mediane Ansprechdauer 12.6 Monate. In der zuvor unbehandelten Gruppe lag die Ansprechrate bei %61; die mediane Ansprechdauer war noch nicht erreicht, da die meisten Patienten weiterhin ansprachen. Bei zuvor allein mit Dabrafenib Behandelten wurden eine Ansprechrate von %27 und eine mediane Ansprechdauer von 9.9 Monaten festgestellt.
Die häufigsten mit diesen Medikamenten verbundenen Nebenwirkungen (>%20) waren Fieber, Schwäche, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Hauttrockenheit, verminderter Appetit, Ödeme, Ausschlag, Blutungen, Husten und Atemnot-Dyspnoe.
Zur nichtkleinzelligen Lungenkrebsbehandlung mit diesen Medikamenten muss zunächst im Biopsiegewebe des Lungentumors durch einen molekularpathologischen Test eine BRAF V600E-Mutation nachgewiesen werden. Nach der FDA-Zulassung werden wir mehr über ihre Anwendung bei Lungenkrebs erfahren und Sie informieren, falls sie künftig auch in unserem Land zugelassen werden.
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