Warum sollte man während einer Krebsbehandlung Lebensmittel wie Grapefruit und Granatapfel meiden?

In diesem Artikel
Substanzen in bestimmten Lebensmitteln und alternativmedizinischen Produkten können mit Ihrem Krebsmedikament wechselwirken und Nebenwirkungen oder eine verminderte Wirksamkeit verursachen. Fast jeder kennt Grapefruit als Lebensmittel, das mit Krebsmedikamenten wechselwirkt. Doch ist sie das einzige Lebensmittel mit Wechselwirkungen zu Chemotherapeutika? Gibt es andere Lebensmittel oder Produkte, die Ihre Behandlung beeinflussen können, und wie geschieht dies?
Damit Arzneimittel einschließlich Krebsmedikamenten wirken können, müssen sie nach der Aufnahme im Darm zerlegt und aufgenommen, also absorbiert, mit dem Blut im Körper verteilt und verstoffwechselt werden. Anschließend müssen sie ausgeschieden werden. Wenn Sie Arzneimittel als Tabletten, Kapseln oder Flüssigkeit einnehmen, beginnt dies mit Zerlegung und Aufnahme im Darm und setzt sich mit der Verstoffwechselung fort. Im Grunde gilt dasselbe für Lebensmittel: Nach dem Essen werden sie im Darm zerlegt, verdaut und in das Blut aufgenommen. Danach gelangen sie zunächst zur Leber und werden weiter verstoffwechselt.
Ein Teil der aufgenommenen Stoffe wird in unsere Körperstruktur eingebaut, ein Teil gespeichert, beispielsweise als Fett, und ein Teil ausgeschieden. Die Verstoffwechselung eines Arzneimittels bedeutet dessen biologische Umwandlung. Dieser Vorgang heißt auch Biotransformation . Diese Verstoffwechselung erfolgt in Leber, Nieren, Darm, Haut und Lunge mithilfe verschiedener Enzymsysteme. Die wichtigsten davon sind die CYP3A-Enzyme.
Was sind CYP3A-Enzyme?
Wir wissen, dass eine Gruppe körpereigener Stoffe, die Cytochrom-P-Enzyme (CYP), an der Aufnahme im Darm und der Verstoffwechselung in anderen Organen beteiligt ist.
Es gibt zahlreiche CYP-Enzyme, darunter die Gruppe CYP3A. Zu ihr gehören CYP3A4 und CYP3A5. Sie sind wichtig dafür, wie Arzneimittel aus dem Darm aufgenommen werden.
Manche Lebensmittel und Arzneimittel beeinflussen CYP3A. Diese Enzyme können die aufgenommene Menge eines Krebsmedikaments verändern und seine Wirkung verstärken oder abschwächen.
Lebensmittel, die während einer Krebsbehandlung gemieden werden sollten
Grapefruit gehört zu den bekanntesten zu meidenden Lebensmitteln. Sie enthält eine Substanz, die CYP3A blockiert, also hemmt. Diese Substanz kommt jedoch in unterschiedlichen Konzentrationen auch in anderen Früchten vor.
- Grapefruit und Grapefruitsaft
- Blutorange
- Granatapfel
- Sternfrucht (Karambole)
Während einer Krebsbehandlung sollten diese Früchte nicht regelmäßig verzehrt und insbesondere ihre ausgepressten Säfte nicht getrunken werden. Wer sie aus Unwissenheit gegessen hat, sollte jedoch nicht glauben, einen sehr schweren Fehler begangen zu haben. Bei starkem Verlangen ist eine Scheibe Grapefruit oder 1 Löffel Granatapfel unproblematisch; Sie sollten jedoch keine üblichen Verzehrmengen erreichen.
Arzneimittel
Zahlreiche unterschiedliche Arzneimittel können die Funktion der CYP3A-Enzyme beeinflussen, darunter;
- bestimmte Antibiotika (Erythromycin, Clarithromycin)
- bestimmte Krebsmedikamente (Ifosfamid, Tamoxifen, Vinblastin, Imatinib)
- Antipilzmittel
- HIV-Behandlungen
- Epilepsiemedikamente (Antikonvulsiva)
- sogenannte Kalziumkanalblocker
- Antidepressiva
- Statine (Cholesterinsenker)
- Steroide
Pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel (phytotherapeutische Produkte)
Auch zahlreiche unterschiedliche pflanzliche Ergänzungsmittel beeinflussen CYP3A-Enzyme stark:
- Johanniskraut
- Traubensilberkerze
- Ginseng
- Ginkgo biloba
- Mariendistel
Deshalb ist es sehr wichtig, Ihrem Onkologen mitzuteilen, welche pflanzlichen Ergänzungsmittel, regelmäßig eingenommenen Arzneimittel und konzentrierten Ernährungsprodukte Sie verwenden und ob Sie einer besonderen Diät folgen. Ihr Arzt kann beurteilen, ob Sie Arzneimittel oder Ergänzungsmittel einnehmen, die CYP3A-Enzyme und damit Ihre Krebsbehandlung beeinflussen. Falls Sie wegen anderer Erkrankungen ein Arzneimittel benötigen, das CYP3A beeinflusst, wird Ihr Arzt die Dosis Ihres Krebsmedikaments anpassen.
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