Was ist die Schlaflosigkeit Insomnie, und wie hängt sie mit der Gehirnstruktur zusammen?

In diesem Artikel
Insomnieist eine als Schlaflosigkeit bekannte Schlafstörung. Betroffene wälzen sich ständig im Bett, können die Augen nicht länger als einige Minuten geschlossen halten und finden einfach nicht in den Schlaf.
Forscher untersuchten die Gehirne von Insomniepatienten mit einem hochentwickelten MRI-Verfahren (Magnetic Resonance Imaging, als eMaR bekannt). Sie fanden bestimmte Auffälligkeiten in der weißen Substanz (white matter). Radiologie veröffentlichte diese Studie, die wir gemeinsam betrachten wollen.
Was ist Insomnie?
Primäre Insomnie lässt sich als leichte kognitive Störung beschreiben, bei der Betroffene manchmal tage- oder sogar monatelang nicht schlafen können und meist tagsüber schlafmangelbedingte Müdigkeit sowie Unwohlsein erleben. In manchen Fällen kann sie sich sogar als Depression und Angst (Sorge, innere Beklemmung) zeigen.
Insomnie ist eine sehr verbreitete Erkrankung, doch ihre Ursachen und ihre Diagnose können mitunter schwierig sein.
Die weiße Substanz besteht aus Bündeln beziehungsweise langen Nervenfasern aus Axonen, die verschiedene Gehirnbereiche miteinander verbinden. Werden diese Fasern verletzt oder getrennt, wird auch die Kommunikation zwischen den verbundenen Regionen beeinträchtigt.

Die Untersuchung umfasste 30 Freiwillige und 23 diagnostizierte Insomniepatienten. Zur Erfassung und Beurteilung psychischen Befindens und Schlafverhaltens wurden unter anderem der Pittsbrugh-Schlafqualitätsindex, der Insomnie-Schweregradindex sowie Selbstbeurteilungsskalen für Angst und Depression verwendet.
Alle Teilnehmer erhielten außerdem eine detaillierte MRT-Untersuchung. Dabei wurde MRI DTI (Diffusion Tensor Imaging) verwendet, eine spezielle Technik zur genauen Untersuchung von Wasserbewegungen in der weißen Substanz und zur Erkennung von Zwischenräumen anhand dieser Bewegungen. Die Studie verwendete die Methode systembasierter räumlicher Statistik, die genauere Messungen ermöglichte.
Die Ergebnisse zeigten gegenüber Gesunden bei Insomniepatienten erhebliche Unterbrechungen und Zwischenräume der weißen Substanz, besonders in der rechten Gehirnhälfte und im Thalamus (Bereichen für Schlafregulation, Bewusstsein und Wachheit). Diese geschädigten Gewebe beeinträchtigen häufig Schlaf, Wachheit, kognitive und sensomotorische Funktionen deutlich. Störungen im Thalamus und im Corpus callosum, der größten Struktur weißer Substanz, beeinflussen zugleich unmittelbar Schweregrad und Dauer der Insomnie.
Ein weiteres Ergebnis war, dass eine verborgene Ursache der gestörten weißen Substanz bei Insomnie ein Mangel an Myelinscheiden (den Nerven umhüllenden Schutzstrukturen) in diesem Bereich sein könnte.
Die Forscher empfehlen ausführlichere und breitere Untersuchungen zur Bestimmung des Zusammenhangs zwischen weißer Substanz und Insomnie und lenken die Aufmerksamkeit auf dieses Thema.
Quellen
Reduced Integrity of Right Lateralized White Matter in Patients with Primary Insomnia: A Diffusion-Tensor Imaging Study.
Radiology, 2016
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