Was ist eine adjuvante Therapie?

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Adjuvante Therapie
Adjuvante Therapie bezeichnet Maßnahmen nach der Hauptkrebsbehandlung zur Senkung des Rezidivrisikos (Rückfallrisikos). Anhand von Größe, Eigenschaften und Ausbreitung des Tumors sollen vorbeugende Behandlungen wie Chemotherapie, Hormontherapie, intelligente Medikamente und Bestrahlung die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls verringern.
Einer der medizinischen Begriffe mit besonders großem Erklärungsbedarf
Krebsdiagnose und Behandlung sind für Patienten, Angehörige und manchmal auch Ärzte äußerst schwierig zu bewältigen. Ärzte verwenden im Alltag häufig medizinische Fachbegriffe, teils englisch, teils lateinisch. Diese gewohnte Sprache kann die Kommunikation beeinträchtigen. Patienten befolgen Anweisungen mit vielen offenen Fragen, ohne Antworten zu erhalten. Sie begegnen Krebs meist zum ersten Mal. Fehlen außerdem Kenntnisse der Anatomie und Fachsprache, wachsen Fragen und Verwirrung. Patienten und Angehörige verstehen oft viele Einzelheiten von Erkrankung und empfohlener Behandlung nicht vollständig. Deshalb müssen lebenswichtige medizinische Begriffe und Ausdrücke gelegentlich erklärt werden.
Heute möchte ich die adjuvante Therapie erläutern, einen häufig von Ärzten verwendeten Begriff, den unsere Krebspatienten schwer verstehen.
Was ist eine adjuvante Therapie?
Wann und bei wem wird sie eingesetzt?
Adjuvante Therapie unterstützt die Hauptbehandlung einer Krebserkrankung. Bei Brustkrebs ist diese beispielsweise die Operation. Wird er früh vor Ausbreitung in andere Körperregionen entdeckt, werden ein Teil oder die gesamte Brust und Achsellymphknoten entfernt. Der Chirurg überweist zum medizinischen Onkologen, um das Rückfallrisiko und mögliche risikosenkende Behandlungen zu prüfen. Dieser berechnet nach der Operation anhand von Tumorgröße, Eigenschaften, Charakter und Achsellymphknotenbefall das Risiko. Dahinter steht die Möglichkeit, dass schon während der Tumorentstehung unsichtbare Zellen entfernte Regionen wie Lunge, Leber oder Knochen erreicht haben. Nicht jede Krebserkrankung wird später zurückkehren; das Stadium ist zu berücksichtigen. Im Allgemeinen werden bei einem Rückfallrisiko ab %10 und Hormonempfindlichkeit Hormontherapien sowie Chemotherapie und intelligente Medikamente ergänzt. Entscheidend sind die Tumoreigenschaften. Empfindlichkeit gegenüber weiblichen Hormonen oder bestimmten intelligenten Medikamenten beeinflusst beispielsweise die zusätzliche Behandlung nach der Operation. Danach wird das Risiko berechnet. Ist der Tumor größer als 1 cm, sind Achsellymphknoten befallen und/oder bestehen ungünstige Eigenschaften, kann das spätere Rückfallrisiko %10 oder mehr betragen. Besonders wenn es in den nächsten 5 Jahren über %10 liegt, möchten wir vorbeugende Chemotherapie als adjuvante Behandlung geben. Denn die Krebsentstehung reicht etwa 3-5 Jahre zurück. Ab einer bestimmten Größe kann der Tumor Lymphknoten befallen; Zellen können über das Blut andere Organe erreichen und sich ansiedeln. Bildgebung erkennt Tumoren erst oberhalb von 1-3 mm. Das Vorhandensein unsichtbarer Zellen können wir nur als Wahrscheinlichkeit berechnen.
Ein Beispiel: Ein rechnerisches Rückfallrisiko von etwa %30 bedeutet: Werden 100 ähnliche Patienten nach der Operation ohne Zusatzbehandlung beobachtet, kehrt bei 30 in den nächsten 5 Jahren die Krankheit zurück, während 70 ohne Rückfall weiterleben. Da wir die betroffenen 30 nicht erkennen können, behandeln wir adjuvant alle 100, um einen Teil dieser 30 zu retten. Jede der vorbeugenden Brustkrebsbehandlungen Chemotherapie, Hormontherapie und intelligente Medikamente senkt das Rückfallrisiko ungefähr um %20-30. Auch bei Dickdarm-, Lungen- und Magenkrebs werden nach Operation bei hohem Rückfallrisiko unterstützend risikosenkende adjuvante Therapien wie Chemotherapie eingesetzt.
Vorbeugende Chemo-, Hormon- und intelligente Arzneimitteltherapien sind systemisch und wirken im ganzen Körper. Adjuvante Strahlentherapie verringert dagegen bei hohem örtlichem Risiko Rückfälle am Tumorort.
Nebenwirkungen adjuvanter Therapie
Sie unterscheiden sich je nach Verfahren. Am häufigsten sind Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall, niedrige Blutwerte und Infektionsrisiken. Da bei fruchtbaren Frauen oder jungen Kindern die Eierstockfunktion beeinträchtigt werden kann, sind bei späterem Kinderwunsch unbedingt Schutzmaßnahmen nötig. Blutbildsteigernde Arzneien und Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen können Nebenwirkungen verringern. Bei haarausfallverursachender Chemotherapie kann Kühlung der Kopfhaut die Haare schützen. Andernfalls können kosmetische Maßnahmen wie Perücken oder Tücher die belastende Situation lindern. Auch Hormontherapie und intelligente Medikamente haben spezifische, vom jeweiligen Wirkstoff abhängige Nebenwirkungen.
Beispielsweise können unter Hormontherapie Hitzewallungen, verstärkter Knochenabbau sowie Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten. Betroffene können mit ihrem Arzt sprechen und gezielte Behandlung erhalten.
Patienten und Angehörige verstehen die Logik adjuvanter Therapie oft schwer. Stellen Sie sich vor: Der Patient wurde operiert, der Chirurg sagt, der Tumor sei vollständig entfernt. Warum nun Chemotherapie, Hormontherapie oder intelligente Medikamente? Solche Fragen entstehen. Für jemanden, der Krebs erstmals begegnet, ist diese Logik tatsächlich schwer zu erfassen. Deshalb muss Patienten und Familien umfassend erklärt werden, warum adjuvante Therapie nötig ist, möglichst mit Vor- und Nachteilen. Je besser das Ziel verstanden wird, desto leichter lassen sich auftretende Probleme bewältigen oder mögliche spätere Nachteile verhindern.
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