Welchen Weg verfolgt das Vereinigte Königreich im Kampf gegen Krebs?

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Laut einem Bericht, dessen Ergebnisse 2016 veröffentlicht wurden, hat Krebs in 12 europäischen Ländern Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Todesursache abgelöst. Weltweit führen viele Länder wirksame Programme gegen Krebs durch und gründen Krebsforschungszentren. Das Vereinigte Königreich, gehört zu den Ländern, die Krebsforschung und Bildungsprogramme besonders gut umsetzen. Sehen wir uns an, was im Vereinigten Königreich für das Krebsbewusstsein getan wird.
Das Vereinigte Königreich besteht aus vier Ländern: Wales, England, Schottland und Nordirland. Statistiken zufolge traten im Vereinigten Königreich im Jahr 2014 insgesamt 357.000 neue Krebsfälle auf. Brust-, Prostata-, Lungen- und Dickdarmkrebs machen mehr als 50 Prozent der Krebsfälle aus. Mehr als 50 Prozent der im Vereinigten Königreich lebenden Menschen erkranken im Alter von 70 Jahren oder später an Krebs. Für den Anstieg der Krebszahlen im Vereinigten Königreich und vielen anderen Ländern gibt es zwei wichtige Gründe: Der wichtigste ist die steigende durchschnittliche Lebenserwartung. Da Krebs überwiegend eine Erkrankung des höheren Alters ist, steigen die Krebszahlen parallel zur Lebenserwartung. Der zweite Grund ist das Bevölkerungswachstum. Um der Zunahme der Krebsfälle entgegenzuwirken und wirksame Krebsbehandlungen zu entwickeln, sind im Vereinigten Königreich zahlreiche Krebsforschungs- und Unterstützungszentren tätig. Dazu gehören:

1. Eine der weltweit führenden Krebsorganisationen: Cancer Research UK
Die Organisation wurde 2002 durch den Zusammenschluss des Imperial Cancer Research Fund und der Cancer Research Campaign gegründet. Sie ist die weltweit größte unabhängige Forschungsstiftung. Ihr Gründungsziel ist es, die Zahl der krebsbedingten Todesfälle zu verringern. Nahezu das gesamte Budget von Cancer Research UK wird durch die Unterstützung der Bevölkerung getragen. Die Organisation betreibt Krebsforschung an Universitäten und Krankenhäusern im gesamten Vereinigten Königreich. Zu ihren Aufgaben gehören außerdem Kampagnen zur sachgerechten Aufklärung der Bevölkerung über Krebs und zur Steigerung des Krebsbewusstseins. Sie verfügt über das Francis Crick Institute, das weltweit größte biomedizinische Forschungszentrum. In verschiedenen Forschungszentren im Vereinigten Königreich unterstützt sie annähernd 4000 Ärzte, Pflegekräfte und Forscher. Bislang hat sie mehr als 200 klinische Studienunterstützt. Das Prostatakrebsmedikament Abiraterone (Zytiga), wurde in Forschungszentren der Stiftung entdeckt. Auch Thomas Lindahl, der für seine Arbeiten zur Reparatur von DNA-Schäden im Jahr 2015 den Nobelpreis mit dem türkischen Wissenschaftler Aziz Sancarteilte, ist ein Forscher von Cancer Research UK.
Die Stiftung hat mehr als 40.000 aktive Freiwillige. Sie übernehmen Aufgaben in mehreren Kampagnen, beispielsweise beim Spendensammeln, bei der Unterstützung von Krebspatienten und bei der Aufklärung. Zu den Kampagnen der Stiftung in den letzten Jahren gehören:
- Time Hero (Zeitheld): Dies ist eine Freiwilligenkampagne. Sie soll die Zahl der Freiwilligen bei Krebskampagnen erhöhen. Die Freiwilligen arbeiten in Geschäften von Cancer Research UK oder beteiligen sich an Kampagnen und Veranstaltungen.
- The Race For Life (Der Lauf fürs Leben): Dies ist eine der Veranstaltungen im Vereinigten Königreich zur Förderung von Sport, zur Vorbeugung von Adipositas und für ein aktiveres Leben. An bestimmten Tagen werden Laufwettbewerbe veranstaltet, um Menschen zu sportlicher Bewegung zu ermutigen.
In jüngster Zeit unterstützt Cancer Research UK auch internationale Forschungsgruppen. Beispielsweise erhielt ein Projekt, das 3-dimensionale Karten von Krebszellen erstellen soll, für 6 Jahre eine Förderung von 20 Millionen Pfund. Außerdem verfügt die Organisation über eine wirksame und inhaltlich umfangreiche Website. Dort finden sich Videos und Artikel, die Krebs für die jeweiligen Altersgruppen erklären. . .

2. McMillan Cancer Support
Die Organisation wurde von Douglas McMillan gegründet, der seinen Vater 1902 durch Krebs verlor. Ihr Ziel ist es, Krebspatienten medizinisch, psychologisch und finanziell zu unterstützen. Sie wird vollständig durch Spenden getragen. Durch soziale Veranstaltungen im Vereinigten Königreich stärkt sie die Moral von Krebspatienten und beschafft zugleich finanzielle Unterstützung für sie.
Adipositaserhöht bekanntlich das Krebsrisiko deutlich. Im Vereinigten Königreich entwickelt sich Adipositas zu einem großen Problem. In dem Land, in dem generell viele fettreiche Fertiggerichte und zuckerhaltige Getränke konsumiert werden, nimmt die Zahl der Adipositasfälle zu. Im Rahmen entsprechender Maßnahmen hat die mediterrane Ernährung, im Vereinigten Königreich an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig stellen die dort legal verkauften E-Zigaretten ebenfalls ein großes Problem dar. Den neuesten Statistiken zufolge nimmt ihre Nutzung insbesondere unter Jugendlichen zu. Nach den nationalen statistischen Daten des Vereinigten Königreichs nutzen 2.2 Millionen Menschen E-Zigaretten. Es liegen sehr ernstzunehmende Untersuchungen vor, wonach E-Zigaretten, die als gesunde Alternative zur Zigarette dargestellt werden, Karzinogene enthalten, also Substanzen mit hohem krebserzeugendem Potenzial.
Die Untersuchung von Modellen zur Krebsbekämpfung in verschiedenen Ländern wird auch die Entwicklung wirksamer Maßnahmen in unserem Land ermöglichen. Dadurch können wir eine aufgeklärte Gesellschaft mit Bewusstsein für Krebs schaffen.
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