Wenig bekannte wichtige Nebenwirkungen der Krebsbehandlung

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Beschwerden können durch Krebs selbst oder als Nebenwirkungen seiner Behandlung auftreten. Das weiß fast jeder: etwa Haarausfall, Gewichtszunahme oder -verlust und Übelkeit. Sie können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Neben diesen bekannten belastenden Nebenwirkungen gibt es jedoch seltenere, mindestens ebenso wichtige.
Stürze durch periphere Neuropathie mit Brennen, Kribbeln und Taubheit an Händen und Füßen
Menschen in Krebsbehandlung haben ein Sturzrisiko. Dies ist zwar nicht krebsspezifisch, doch manche Chemotherapien verursachen eine periphere Neuropathie: vermindertes Gefühl oder Schmerzen an Händen und Füßen, die das Sturzrisiko erhöhen. Viele Patienten glauben, nicht gefährdet zu sein, besonders jüngere oder solche, die sich stark und gesund fühlen. Das Risiko besteht dennoch.
Sturzverletzungen können gefährlich sein. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind Stürze weltweit die zweithäufigste Ursache unfallbedingter Todesfälle. Daher ist besondere Vorsicht nötig.
Im Krankenhaus sollten Sie beim Gehen oder Toilettengang vorsichtig sein, solange die Umgebung ungewohnt ist. Bewusstsein ist der erste Schritt zur Risikominderung. Wenn Sie aus dem Bett müssen und sich schwach fühlen, bitten Sie Ihre Begleitperson oder medizinisches Personal um Hilfe. Auch wenn Sie niemanden stören möchten: Ihre Sicherheit ist viel wichtiger.
Eine weitere Vorbeugung sind Schuhe mit stützender Sohle, beispielsweise keine Zehentrenner. Stehen Sie immer langsam und vorsichtig auf. Informieren Sie bei Schwäche oder Schwindel Angehörige oder das Behandlungsteam.
Krebsbedingte Müdigkeit und Schwäche
Müdigkeit und Schwäche als Nebenwirkungen führen zum Rückzug von Aktivitäten und geringerer Lebensqualität. Krebspatienten müssen dies Arzt oder Pflegekraft melden. Ihr Arzt kann Maßnahmen zur Linderung treffen.
Manchmal werden ergänzende Methoden empfohlen, etwa Akupunktur. Studien zeigen außerdem, dass während der Krebsbehandlung mindestens dreimal wöchentlich 20 Minuten Gehen die Müdigkeit reduzieren können. Auch die emotionalen Auswirkungen sollten angesprochen werden. Psychologen oder Selbsthilfegruppen können helfen.
Hormonelle und sexuelle Veränderungen durch Krebsbehandlung
Frauen mit Brustkrebs erhalten meist hormonunterdrückende Therapien . Sie können Hitzewallungen, vermindertes sexuelles Interesse und den Beginn der Menopause verursachen. Auch häufig bei Prostatakrebs eingesetzte androgenunterdrückende Medikamente (gegen männliche Hormone) können das hormonelle Gleichgewicht beeinflussen und sexuelle Lustlosigkeit verursachen. Daneben sind Unfruchtbarkeit und erektile Dysfunktion als behandlungsbedingte Nebenwirkungen möglich.
Bei Hitzewallungen können ergänzende Verfahren wie Akupunktur und beruhigende Techniken wie tiefes Atmen und kühle Duschen Linderung bringen.
Kurzzeitgedächtnisprobleme (Chemobrain)
Die meist als Chemobrain bezeichneten kognitiven Folgen der Krebsbehandlung können belasten. Geistige Veränderungen gehen über einfache Vergesslichkeit hinaus und können nach Therapieende anhalten. Dazu zählen Wortfindungs-, Aufmerksamkeits-, Fokussierungs- und Konzentrationsprobleme, die den Alltag beeinflussen.
Zur Verbesserung der Gehirnfunktionen können geistige Übungen eingesetzt werden. Sie können Chemobrain-Symptome lindern. Solche Behandlungen werden individuell an die Bedürfnisse angepasst.
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