Angiogenese – welche Bedeutung hat die Gefäßneubildung für Krebs und seine Behandlung?

In diesem Artikel
Die 10 grundlegenden Merkmale von Krebsumfassen auch die Fähigkeit, Blutgefäße zu bilden. Weil Krebszellen sich viel schneller vermehren als normale Zellen, benötigen sie viel Energie und die Beseitigung von Abfallstoffen. Auch für ihre Ausbreitung auf andere Gewebe und Organe ist Gefäßbildung erforderlich. Die Bildung neuer Gefäßausläufer aus bestehenden Gefäßen durch Krebszellen heißt Angiogenese oder Angioneogenese .
Wie bildet Krebs eigene Blutgefäße?

Tumormikroumgebungund die dortigen Bedingungen fördern unkontrolliertes Wachstum, Angiogenese, Metastasenbildungund Medikamentenresistenz. Wegen des schnellen Stoffwechsels der Krebszellen steigt der Kohlendioxidanteil. Dadurch nehmen Hypoxie, also Sauerstoffmangel, und entzündliche Faktoren zu. Unter Hypoxie geben Krebszellen angiogene, die Gefäßbildung fördernde Faktoren ab. Dadurch werden Enzyme aktiviert, die Proteine des Raums zwischen Tumor und Gefäß, der extrazellulären Matrix (ECM), abbauen. Gleichzeitig fördern in den Krebszellen vorhandene Onkogenedie Bildung von Gefäßen.

Die Endothelzellen in den Gefäßen beginnen, zum Tumor zu wandern. Gefäßausläufer werden deutlich erkennbar.

Die Endothelzellen vollenden die Ausläufer zum Tumor. Damit Tumorzellen Gefäße bilden, muss das Gleichgewicht zwischen proangiogenen, gefäßfördernden und antiangiogenen, gefäßhemmenden Faktoren gestört sein.
Warum ist Angiogenese für Krebsbehandlungen so wichtig?
Die vom Tumor gebildeten Gefäße unterscheiden sich von normalen Blutgefäßen. Unregelmäßig angeordnete Gefäßzellen und undichte Stellen gehören zu ihren Merkmalen. Deshalb können diese Zellen und Gefäße therapeutisch angegriffen werden.
In Laborstudien sind antiangiogene Behandlungen, die die Gefäßneubildung verhindern, vielversprechend. Klinische Studien laufen noch.
Krebszellen entwickeln aufgrund genomischer InstabilitätResistenzen gegen Chemotherapeutika. Die genetische Struktur der gefäßbildenden Endothelzellen verändert sich jedoch wenig. Medikamente gegen Endothelzellen könnten wirksam sein.
Antiangiogene Medikamente können gemeinsam mit anderen Chemotherapeutika eingesetzt werden. Die unterschiedliche Gefäßstruktur ermöglicht eine wirksame Zuführung von Krebsmedikamenten.
Man nimmt an, dass antiangiogene Behandlungen zur langfristigen Tumorkontrolle wirksam sein könnten.
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Quellen
2) Abdollahi A, Folkman J., Evading tumor evasion: current concepts and perspectives of anti-angiogenic cancer therapy. Drug Resist Updat. 2010 Feb-Apr;13(1-2):16-28.
3) Bhat TA, Singh RP.Tumor angiogenesis--a potential target in cancer chemoprevention. Food Chem Toxicol. 2008 Apr;46(4):1334-45. Epub 2007 Aug 29.
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