CRP-Wert und Gehirnfunktion nach Brustkrebs bei Menschen über 60 Jahren

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Krebsbehandlungen und manchmal auch die Krebserkrankung selbst können die kognitiven Funktionen des Gehirns beeinträchtigen. Dies wird als Chemobrain bezeichnet. Journal of Clinical Oncology veröffentlichte am 30. September 2022 eine Studie über Frauen mit im Alter von mindestens 60 Jahren diagnostiziertem, im Stadium 0 bis III befindlichem Brustkrebs. Bei höheren Werten des C-reaktiven Proteins (CRP) zu Beginn und während der Nachbeobachtung zeigten diese Frauen gegenüber den Kontrollpersonen eine schlechtere kognitive Leistung.
Was ist CRP?
CRP ist ein von der Leber gebildetes Protein. Ein Test auf C-reaktives Protein (CRP) misst den CRP-Wert in einer Blutprobe. Normalerweise enthält unser Blut bereits geringe Mengen C-reaktiven Proteins. Bei einer akuten oder chronischen Entzündung im Körper gibt die Leber mehr CRP in den Blutkreislauf ab.
Einzelheiten der Studie
An der Studie nahmen 400 Frauen nach überstandener Brustkrebserkrankung und 329 Personen ohne Krebsdiagnose teil. Sie waren zwischen September 2010 und März 2020 an Krankenhäusern in den USA aufgenommen worden.
Die krebsfreien Kontrollpersonen wurden bei der Aufnahme an den einzelnen Studienzentren nach Alter, Bildungsstand und ethnischer Zugehörigkeit in ihrer Häufigkeitsverteilung an die Frauen nach Brustkrebs angepasst. Frauen mit Demenz (Alzheimer), neurologischen Erkrankungen oder anderen Krebsarten waren ausgeschlossen.
Die kognitiven Funktionen wurden mit dem Fragebogen zur funktionellen Bewertung der Krebstherapie und kognitiven Funktion (FACT-Cog) sowie neuropsychologischen Tests gemessen. CRP wurde bei jedem Besuch im Behandlungszentrum bestimmt. Die Analysen wurden um Alter, ethnische Zugehörigkeit, Studienzentrum, kognitive Reserve, Adipositas und Begleiterkrankungen bereinigt.
Wichtige Ergebnisse
Die meisten Frauen nach überstandener Brustkrebserkrankung hatten Brustkrebs im Stadium 1 (60,9%) und östrogenrezeptorpositive Tumoren (87,6%).
Bei Teilnehmerinnen mit Ausgangsproben fanden sich CRP-Werte von ≥ 3 mg/L bei 42,4% der Frauen nach Brustkrebs und 26,1% der Kontrollpersonen (P < 0,001).
Die Frauen nach Brustkrebs hatten zu Beginn sowie bei den Besuchen nach 12, 24 und 60 Monaten signifikant höhere CRP-Werte als die Kontrollpersonen (alle P < 0,05). Höhere CRP-Werte sagten bei den Frauen nach Brustkrebs eine schlechtere kognitive Funktion im Funktionstest voraus ( P = 0,040). Bei den Kontrollpersonen zeigte sich dieser Zusammenhang hingegen nicht. Auch in Analysen unter Berücksichtigung von Depression und Angst blieben diese Effekte unverändert.
Insgesamt lagen bei den Frauen nach Brustkrebs mit einem Anstieg des CRP-Werts von 1 auf 3,0 mg/L die Werte für die kognitive Funktion gegenüber den Kontrollpersonen um 5,2, 9,5 beziehungsweise 14,2 Punkte niedriger.
Warum ist diese Studie wichtig?
Der beobachtete Zusammenhang zwischen CRP und kognitiver Funktion deutet darauf hin, dass chronische Entzündungen bei Menschen ab 60 Jahren nach Brustkrebs zur Entstehung kognitiver Probleme beitragen könnten. In diesem Sinne könnte der CRP-Test klinisch nützlich sein, um Personen mit einem erhöhten Chemobrain-Risiko zu erkennen.
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Im folgenden Video erfahren Sie, wie und warum Brustkrebs entsteht, welche Arten es gibt und welche neuesten Behandlungen je nach Stadium zur Verfügung stehen.
Quellen
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