Die bisher besten Ergebnisse bei der Behandlung von Brustkrebs im Stadium 4

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Auf dem ESMO-Kongress (Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie) 2021 wurden die Ergebnisse einer umfassenden klinischen Studie vorgestellt. Bei postmenopausalem, Hormonrezeptor(HR)-positivem / humanem epidermalem Wachstumsfaktorrezeptor 2 (HER2)-negativem metastatischem Brustkrebs eine Verbesserung, wenn dem Aromatasehemmer Letrozol der CDK 4/6-Hemmer Ribosiklib (Valamor) hinzugefügt wurde: Das mediane Gesamtüberleben verbesserte sich um 12 Monate.
Die erste Studie, die ein Überleben von mehr als 5 Jahren bei metastatischem Brustkrebs zeigt
MONALEESA-2 heißt die klinische Studie, in der unter hormonunterdrückender Behandlung mit Letrozol 668 Patienten im Verhältnis 1:1 zufällig einer von zwei Gruppen zugeteilt wurden. Die Versuchsgruppe erhielt Ribosiklib, die Kontrollgruppe ein Placebo.
Auf dem ESMO-Kongress 2021 wurden die abschließenden Gesamtüberlebensdaten der Studie zur Erstlinienbehandlung des metastatischen Brustkrebses vorgestellt, die 2017 zur FDA-Zulassung von Ribosiklib geführt hatte: MONALEESA-2.
Bemerkenswerte Ergebnisse
- Bei einer medianen Nachbeobachtung von 6,6 Jahren betrug das mediane Gesamtüberleben unter Ribosiklib 63,9 Monate gegenüber 51,4 Monaten im Placeboarm.
- Dieser Überlebensgewinn entspricht einer Verringerung des relativen Sterberisikos um 24% (P = 0,004).
- Die geschätzte Gesamtüberlebensrate nach 6 Jahren betrug unter Ribosiklib 44,2% gegenüber 32,0% unter Placebo.
Dies ist der erste Nachweis eines medianen Gesamtüberlebens von mehr als 5 Jahren in einer klinischen Phase-3-Studie bei fortgeschrittenem Brustkrebs.
CDK 4/6-Hemmer haben das Behandlungskonzept bei Brustkrebs verändert
Bei hormonpositivem Brustkrebs hat sich das Konzept einer "Behandlung ohne Chemotherapie" etabliert.
Die bei der Behandlung von hormonpositivem Brustkrebs in den letzten 5 Jahren am häufigsten besprochenen Medikamente sind CDK 4/6-Hemmer. Diese Medikamente wirken als Hemmer des Mitosezyklus (Zellteilung), und es gibt in dieser Gruppe 3 international zugelassene Medikamente mit ähnlichem Wirkmechanismus: Palbosiklib (Reampla), Ribosiklib (Valamor) und Abemasiklib (Yulareb). Als erstes Medikament dieser Gruppe erhielt Palbosiklib (US-Handelsname Ibrance, in der Türkei Reampla) 2015 für Brustkrebspatienten die Zulassung der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA). Danach erhielten Abemasiklib (in der Türkei bisher noch nicht erstattet) und Ribosiklib (US-Handelsname Kisqali, in der Türkei Valamor) 2017 ihre FDA-Zulassungen. Diese Medikamente wurden 2019 vom türkischen Gesundheitsministerium für den Einsatz bei Brustkrebspatienten zugelassen und lizenziert.
Die Kombination der standardmäßigen Hormonbehandlung von Brustkrebs mit einem CDK 4/6-Hemmer gilt derzeit als Standard-Erstlinienbehandlung für postmenopausale Frauen mit Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem fortgeschrittenem Brustkrebs; also die gleichzeitige Gabe eines CDK 4 / 6-Hemmers (z. B. palbociclib, ribociclib, abemaciclib) mit einem Aromatasehemmer oder Fulvestrant.
Die wirklich eindrucksvollen Ergebnisse der MONALEESA-2-Studie unterstützen den Einsatz von CDK 4/6-Hemmern wie Ribosiklib in der Erstlinie.
Ribosiklib und andere CDK 4/6-Hemmer haben bei metastatischer Erkrankung einen beständigen Vorteil beim progressionsfreien Überleben gezeigt, doch Ribosiklib steht für die erste der großen Phase-3-Studien mit eindeutigen Gesamtüberlebensdaten. Auf diese Ergebnisse wurde lange gewartet.
Der Gesamtüberlebensvorteil in MONALESSA-2 begann sich etwa im 20. Monat zu zeigen und nahm im Laufe der Zeit weiter zu.
Neben weiteren Vorteilen betrug die mediane Zeit bis zur ersten Chemotherapie unter Ribosiklib 50,6 Monate gegenüber 38,9 Monaten unter Placebo; die Patienten "gewannen also ein Jahr bis zum Beginn einer Chemotherapie.
In der Studie wurden keine neuen Nebenwirkungen von Ribosiklib beobachtet. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Neutropenie und Auffälligkeiten der Leberfunktion; dabei handelte es sich jedoch weitgehend um asymptomatische (beschwerdefreie) Laborbefunde, die vollständig reversibel waren. Bei den meisten mit Ribosiklib behandelten Patienten wurde im EKG (Herzstrombild) ein zweifach verlängertes QT-Intervall festgestellt, doch auch dieser Befund hatte keine erkennbaren klinischen Folgen. Bei weniger als 1% der Patienten im Ribosiklibarm entwickelte sich eine interstitielle Lungenerkrankung. Die meisten dieser Nebenwirkungen traten in den ersten 12 Monaten der Behandlung auf.
Quellen
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