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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie

Ein Geheimnis langen Lebens könnte in der HERZFREQUENZ liegen

Ein Geheimnis langen Lebens könnte in der HERZFREQUENZ liegen
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Ruhepuls und Gesundheit hängen eng zusammen. Obwohl als normaler Puls 50 bis 100 pro Minute gelten, zeigt ein Ruhepuls über 75 bei Männern gegenüber niedrigeren Werten ein doppelt so hohes vorzeitiges Sterberisiko. Das verleiht dem Thema besondere Bedeutung.

Das erhöhte Risiko betrifft Gesamtsterblichkeit und durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedingte Todesfälle. Jeder zusätzliche Ruheschlag pro Minute war zudem mit %3 höherem Gesamtsterberisiko und %2 höherem Herzerkrankungsrisiko verbunden.

Die 1993 an der Universität Göteborg begonnene Studie schloss Männer im Alter von 50 Jahren ein, insgesamt 800. Fragebögen erfassten Lebensstil und Gesundheit, der Ruhepuls wurde gemessen. Bei überlebenden und teilnahmebereiten Personen erfolgten 2003 und 2014 erneute Messungen.

Während 21 Jahren starben von 800 Männern ungefähr %15 vor dem Alter von 71 Jahren; %30 entwickelten Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Nach 21 Jahren hatten Männer mit Ausgangsruhepuls im Jahr 1993 von mindestens 75 gegenüber höchstens 55 ein doppelt so hohes Risiko für Tod und Herzerkrankungen.

Der Ruhepuls kann damit als unabhängiger Herzrisikofaktor gelten. Ein höherer Puls erhöht zudem Risiken bei Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen und familiärer Herzerkrankung.

Die lebenslange Schlagkapazität eines Herzens wird auf 2.6 Milliarden geschätzt. Deshalb ist eine niedrige basale beziehungsweise Ruhefrequenz bedeutsam.

Bei Ruhepuls über 75 sollte man dennoch nicht einfach von hohem Sterberisiko ausgehen, sondern das gesamte Risikoprofil und Begleiterkrankungen sorgfältiger beachten.

Ein krankes Herz schlägt häufig schneller. Sehr langsamer Puls ist aber ebenfalls nicht gut, besonders unter 40 pro Minute. Zu langsamer oder schneller Herzschlag kann medizinische Behandlung erfordern.

REGELMÄSSIGE BEWEGUNG spielt eine große Rolle dabei, schnellen Puls zu regulieren und einen langsameren Rhythmus zu ermöglichen.

Sportler haben häufig höchstens 60 Schläge pro Minute. Bei Übergewicht oder Adipositas erhöht Bewegung zunächst die Frequenz. Regelmäßiges Training kann jedoch schnelle Ermüdung verhindern und die Herzfrequenz ausgleichen.

Zusammenhang zwischen Ruhepuls und Sterberisiko

Irrtümer über die Herzfrequenz

Normal sind 60-100 Schläge pro Minute. (Falsch)

Nach älteren Standards mag das stimmen. Viele Ärzte halten jedoch 50 bis 70 für ideal, da neuere Studien einen Ruhepuls ab 76 mit Herzinfarktrisiko verbinden.

Unregelmäßiger schneller Herzschlag bedeutet Herzinfarkt. (Falsch)

Aussetzer oder Beschleunigung bedeuten nicht automatisch Herzinfarkt, sondern werden häufig als Herzklopfen bezeichnet. Ursachen sind Stress, Koffein, Alkohol, Fieber, Medikamente und Schilddrüsenkrankheiten. Bei begleitenden Brustschmerzen oder Atemproblemen sollten Sie ärztlich sprechen.

Schneller Puls bedeutet immer Stress. (Falsch)

Stress ist nur eine Ursache; weitere müssen sorgfältig untersucht werden.

Bei normalem Puls ist auch der Blutdruck normal. (Falsch)

Beide können parallel steigen, etwa bei Bewegung, Sorge oder erschreckenden Ereignissen. Das gilt aber nicht immer. Normaler Puls schließt erhöhten Blutdruck nicht aus. Blutdruckkontrollen bleiben auch dann nötig.

Langsamer Puls zeigt ein schwaches Herz. (Falsch)

Im Gegenteil kann langsamer Puls Gesundheit und Fitness zeigen. Ein Sportlerherz muss in Ruhe wenig leisten. Bei begleitendem Schwindel, Atemnot oder Brustschmerzen sollten Sie jedoch mit dem Arzt sprechen.

Mit Pulskontrollen von Hand oder per Fitnessarmband können Sie sich vor Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiken schützen. Messen Sie regelmäßig morgens vor dem Aufstehen in Ruhe. Liegt der Puls bei mindestens 80 und steigt monatlich weiter, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf.

Quellen

Magnus Thorsten Jensen, Poul Suadicani, Hans Ole Hein, Finn Gyntelberg.
Elevated resting heart rate, physical fitness and all-cause mortality: a 16-year follow-up in the Copenhagen Male Study.
Heart. Jun 2013.
DROZDOGAN KI

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