FDA-Zulassung für Lazertinib plus Amivantamab bei Lungenkrebs

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Am 19. August 2024 erteilte die FDA (US-amerikanische Arzneimittelbehörde) für Patienten mit Mutationen des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors (EGFR) in Form von Exon-19-Deletionen oder Exon-21-L858R-Substitutionen und lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) die Zulassung zur Erstlinientherapie mit Lazertinib (Lazcluze, Janssen Biotech, Inc.) und Amivantamab-vmjw (Rybrevant, Janssen Biotech, Inc.) in Kombination. Die Zulassung gilt für Mutationen, die mit einem von der FDA zugelassenen Test nachgewiesen wurden.
FDA-Zulassung auf Grundlage der MARIPOSA-Studie
Die Wirksamkeit der Kombination wurde in MARIPOSA untersucht, einer randomisierten, aktiv kontrollierten, multizentrischen Studie. Eingeschlossen wurden 1074 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC und EGFR-Exon-19-Deletion oder Exon-21-L858R-Mutation, die wegen der fortgeschrittenen Erkrankung noch keine systemische Therapie erhalten hatten.
Die Patienten wurden im Verhältnis 2:2:1 auf Lazertinib plus Amivantamab, Osimertinib als Monotherapie oder Lazertinib als Monotherapie (ein bei NSCLC noch nicht zugelassenes Regime) randomisiert.
Ergebnisse
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS), beurteilt durch eine verblindete unabhängige zentrale Bewertung.
- Lazertinib plus Amivantamab verbesserte das PFS gegenüber Osimertinib allein statistisch signifikant (Hazard Ratio 0,70; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,58, 0,85; p=0,0002).
- Bei Patienten unter Lazertinib plus Amivantamab betrug das mediane PFS 23,7 Monate (95%-KI: 19,1, 27,7), während es unter Osimertinib 16,6 Monate (95%-KI: 14,8, 18,5) betrug.
Die Ergebnisse zum Gesamtüberleben (OS) sind noch unreif; 55% der für die abschließende Analyse vorgesehenen Todesereignisse sind eingetreten. In den bislang vorliegenden Daten wurde jedoch kein ungünstiger Trend beobachtet.
Als häufigste Nebenwirkungen (≥20%) wurden Hautausschlag, Nageltoxizität, infusionsbedingte Reaktionen (Amivantamab), Muskel-Skelett-Schmerzen, Ödeme, Stomatitis, venöse Thromboembolie, Parästhesien, Müdigkeit, Durchfall, Verstopfung, COVID-19-Infektion, Blutungen, trockene Haut, Appetitlosigkeit, Juckreiz, Übelkeit und Augentoxizität berichtet. Unter Lazertinib plus Amivantamab wurde ein schwerwiegendes Sicherheitssignal für venöse thromboembolische Ereignisse (VTE) beobachtet; deshalb wird während der ersten vier Behandlungsmonate eine prophylaktische Antikoagulation empfohlen.
Die empfohlene Lazertinib-Dosis beträgt einmal täglich 240 mg oral, mit oder ohne Nahrung. Die empfohlene Amivantamab-Dosis richtet sich nach dem Ausgangskörpergewicht. Konkrete Dosierungsangaben sind der Fachinformation zu entnehmen.
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Vergleichende Analyse: bereits zugelassene Therapien
FLAURA-2-Studie und FDA-Zulassung
Am 16. Februar 2024 genehmigte die FDA die Kombination aus Osimertinib und platinbasierter Chemotherapie als Erstlinientherapie bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit EGFR-Exon-19-Deletionen oder Exon-21-L858R-Mutationen. Die Zulassung beruht auf den Ergebnissen von FLAURA 2. Die Studie zeigte für Osimertinib plus platinbasierte Chemotherapie eine deutliche Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) gegenüber Osimertinib allein. Das mediane PFS betrug unter der Kombination 25,5 Monate und unter Osimertinib als Monotherapie 16,7 Monate.
MARIPOSA-Studie und FDA-Zulassung
MARIPOSA zeigte, dass Lazertinib plus Amivantamab das PFS gegenüber Osimertinib als Monotherapie signifikant verbessert. Das mediane PFS betrug unter Lazertinib plus Amivantamab 23,7 Monate und unter Osimertinib 16,6 Monate.
Vergleichende Bewertung
Beide Studien bieten wirksame Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit fortgeschrittenem EGFR-mutiertem NSCLC. Während Osimertinib plus Chemotherapie in FLAURA 2 den besten Wert beim krankheitsfreien Überleben erzielte, zeigte MARIPOSA, dass Lazertinib plus Amivantamab eine wirksame Alternative sein könnte.
Bei beiden Behandlungsregimen wurden bestimmte Nebenwirkungen beobachtet. Dass in MARIPOSA unter Lazertinib plus Amivantamab schwere unerwünschte Ereignisse wie venöse Thromboembolien (VTE) häufiger berichtet wurden, erfordert jedoch ein sorgfältiges Management dieser Therapie.
Beide Regime bieten somit vielversprechende Optionen bei EGFR-mutiertem NSCLC. Die Behandlung muss jedoch unter Berücksichtigung der individuellen Situation und des Sicherheitsprofils sorgfältig ausgewählt werden.
Quellen
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