Irrtümer über Sonnencreme und die Fakten

In diesem Artikel
Es kursieren sehr viele Mythen und falsche Informationen über Sonnencremes. Worauf sollte man beim Kauf von Sonnencreme achten? Warum muss man sich vor der Sonne schützen? Wie oft und wie sollte Sonnencreme aufgetragen werden? Schützen teure Sonnencremes besser?..
Was sind UVA- und UVB-Strahlen?
Um Sonnenschutzcremes zu verstehen, braucht man etwas Wissen über UVA- und UVB-Strahlen. Beide sind ultraviolette (UV) Strahlen und schädigen die Haut.

- UVA-Strahlung dringt in langen Wellen in die dicke untere Hautschicht (Dermis und Hypodermis) ein. UVA verursacht vorzeitige Hautalterung, Sonnenflecken und Hautkrebsarten .
- UVB-Strahlen haben kürzere Wellenlängen, sind die Hauptursache für Sonnenbrand und spielen auch bei der Entstehung von Hautkrebs eine wichtige Rolle.
12 bekannte Mythen / Irrtümer über Sonnencreme
1- Sonnencreme verhindert, dass der Körper Vitamin D aufnimmt
Vitamin D ist für die Gesundheit wichtig, und dieser Bedarf kann unmittelbar durch die Sonne gedeckt werden. Ja, Sonnenschutzcreme kann die Bildung von Vitamin D in der Haut verhindern. Unser Körper erhält jedoch ausreichend Vitamin D, wenn die Wirkung der Creme nachlässt oder Sonnenlicht durch die Zwischenräume der Kleidung gelangt. Da man im Sommer meist keine vollständig bedeckende Kleidung bevorzugt und Sonnencreme in den ersten 5 bis 30 Minuten noch nicht wirkt, ist die Vitamin-D-Aufnahme ausreichend.
2- Sonnencreme verursacht Gesundheitsprobleme
Eine weitere falsch vermittelte Information betrifft das in den meisten Sonnencremes enthaltene Oxybenzon. Bei Versuchen an Mäusen wurden bestimmte Nebenwirkungen beobachtet. Den neuesten Untersuchungen zufolge wurden jedoch bei Menschen, die regelmäßig und häufig Sonnencreme verwenden, keine negativen/toxischen Wirkungen festgestellt.
3- Menschen mit dunkler Haut brauchen keine Sonnencreme
Auch Menschen mit dunkler Hautfarbe müssen Sonnencreme verwenden. Dunkelhäutige Menschen werden ebenfalls durch UVB-Strahlen und Sonnenbrand beeinträchtigt. UVA-Strahlen lassen auch dunkle Haut altern und verursachen Fältchen.
4- Bräunende Sonnenprodukte schützen die Haut
Diese Produkte sorgen durch den Einfluss von UVA-Strahlen rasch für Bräunung, während UVB-Strahlen Hautverbrennungen verursachen. Bräunungsmittel schützen nicht vor den schädlichen Sonnenstrahlen.
5- Make-up reicht zum Schutz des Gesichts aus
Make-up sollte über der Sonnenschutzcreme aufgetragen werden. Es ersetzt keine Sonnencreme.
6- Sonnencreme bietet besseren Schutz als Kleidung
Kleidung und Hüte schützen viel besser als sämtliche Sonnenschutzcremes. Zum Schutz vor direkter schädlicher Sonnenstrahlung sollten möglichst dünne, bedeckende Baumwollkleidung, ein Hut und Sonnencreme gemeinsam verwendet werden.
7- Mit Sonnencreme kann man nicht braun werden
Obwohl Sonnenschutzcremes zum Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen beitragen, können sie den gesamten Körper nicht vollständig schützen. Auch mit Sonnenschutz ist eine gewisse Bräunung möglich. Für umfassenden Schutz sind Kleidung und ein Hut, wie im vorherigen Punkt erwähnt, wichtige Bestandteile.
8- Alle Sonnencremes sind gleich
Alle Sonnencremes haben denselben Zweck: vor der Sonne zu schützen. Es gibt jedoch Cremes unterschiedlicher Zusammensetzung gegen verschiedene Intensitäten der Sonnenstrahlung, und man sollte die richtige auswählen. Beispielsweise bieten Wirkstoffe wie Titandioxid, Zinkoxid und Ecamsul zusätzlichen Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen. Daneben gibt es bestimmte chemische Schutzstoffe wie Avobenzon. Jeder dieser Stoffe schützt auf unterschiedliche Weise.
Der Lichtschutzfaktor (Sun Protection Factor – SPF) ist ebenfalls wichtig. Ideal ist SPF 15-30. Da oberhalb von Faktor 30 die verwendeten Mengen chemischer Schutzstoffe steigen, empfehlen wir keine Sonnencreme mit einem Faktor über 30.
9- Einmaliges Auftragen von Sonnencreme reicht für den ganzen Tag
Wer glaubt, dass morgens aufgetragene Sonnencreme den ganzen Tag schützt, irrt sich. Sie muss alle 2-4 Stunden erneut aufgetragen werden.
10- Sonnencremes sind wasserfest
Wenn auf einer Sonnencreme ausdrücklich „wasserfest“ steht, kann sie möglicherweise auch im Wasser wirksam sein. Die meisten anderen Sonnencremes besitzen diese Eigenschaft jedoch nicht. Nach jedem Schwimmen oder Schwitzen muss die Creme erneut aufgetragen werden, auch wenn sie wasserfest ist. Außerdem sollte man die Creme mindestens 10 - 15 Minuten vor dem Schwimmen verwenden.
11- Sonnencremes haben kein Verfallsdatum
Sonnencremes haben ein Verfallsdatum. Ist dieses überschritten, können sie keinen Schutz vor den schädlichen Sonnenstrahlen bieten.
12- Je teurer eine Sonnencreme, desto besser schützt sie
Auch dies ist eine der falschen Informationen. Es hat sich gezeigt, dass viele teure Sonnencremes mit hohem Schutzfaktor den erwarteten zusätzlichen Schutz nicht bieten, insbesondere weil ihre Wasserbeständigkeit normalen Sonnencremes nicht überlegen ist. Außerdem müssen Sie keine separate Sonnencreme für das Gesicht kaufen.
Zusammenfassend haben alle Sonnencremes nur ein Ziel: vor den schädlichen ultravioletten Sonnenstrahlen zu schützen! Eine normale Sonnencreme mit Faktor 15-30 erfüllt diese Aufgabe bei regelmäßiger Anwendung sehr gut.
*
- Sonnencremes senken das Hautkrebsrisiko, doch Vorsicht bei unsicheren Produkten

War dieser Artikel hilfreich?
Ihre Rückmeldung hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.





Leserkommentare
Kommentar verfassen
Ihr Name und Ihr Kommentar werden erst nach Freigabe durch die Administration veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird Besuchern niemals angezeigt.
Schreiben Sie den ersten Kommentar.