Neues Medikament für die Behandlung von hormonpositivem Brustkrebs im 4. Stadium zugelassen: Ribociclib

Am 13. März 2017 erteilte die FDA für fortgeschrittenen und metastasierten Brustkrebs die Zulassung für den Wirkstoff Ribociclib (Handelsname Kisquali). Ribociclib hemmt die cyclinabhängigen Kinasen 4/6, deren Einfluss auf das Wachstum von Krebszellen bekannt ist. Bei Frauen nach den Wechseljahren (postmenopausal) mit Östrogenrezeptor-positivem (ER-positivem) und humanem epidermalem Wachstumsfaktor-2-negativem (HER2-negativem), fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs wurde die Anwendung von Ribociclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer als Erstbehandlung für geeignet befunden, also ohne die Voraussetzung, zuvor bereits irgendeine andere Behandlung erhalten zu haben.

FDA stützte ihre Zulassung auf eine internationale klinische Studie (MONALEESA-2) mit postmenopausalen Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die zuvor keine Behandlung gegen die fortgeschrittene Erkrankung erhalten hatten. Insgesamt wurden 668 Patientinnen auf zwei Gruppen verteilt und verglichen: Ribociclib plus Letrozol (n = 334) beziehungsweise Placebo plus Letrozol (n = 334). Ribociclib in einer Dosis von 600 mg oder Placebo wurde über 21 Tage einmal täglich oral verabreicht, gefolgt von einer Pause von 7 Tagen. Letrozol wurde in einer Dosis von 2.5 mg über 28 Tage einmal täglich oral verabreicht. Die Behandlung wurde bis zur Verschlechterung der Erkrankung (Progression) oder bis zum Auftreten nicht akzeptabler Nebenwirkungen fortgesetzt.
In der Ribociclib-Gruppe wurde die geschätzte mediane progressionsfreie Überlebenszeit, also die Zeit ohne Verschlechterung der Erkrankung, während der Studiendauer nicht erreicht; im Placebo-Arm lag sie bei 14.7 Monaten. Bei Patientinnen mit messbarer Erkrankung wurde im Arm mit Ribociclib plus Letrozol eine objektive Ansprechrate von 52.7% und im Arm mit Placebo plus Letrozol von 37.1% berichtet. Angaben zum Gesamtüberleben liegen derzeit nicht vor.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Neutropenie, Übelkeit, Müdigkeit, Durchfall, Leukopenie, Haarausfall, Erbrechen, Verstopfung, Kopfschmerzen und Schmerzen im unteren Rücken. Es wurde auch gezeigt, dass Ribociclib das QT-Intervall im EKG konzentrationsabhängig verlängert.
Die empfohlene Anfangsdosis von Ribociclib beträgt an 21 aufeinanderfolgenden Tagen einmal täglich 600 mg (3 Tabletten zu jeweils 200mg). Anschließend ist eine Behandlungspause von 7 Tagen einzuhalten.
Medikamente der neuen Generation zur Behandlung von hormonpositivem metastasiertem Brustkrebs Palbociclib (Ibrance) und Ribociclib (Kisquali) haben zwar die Zulassung der amerikanischen FDA erhalten, werden in unserem Land jedoch noch nicht erstattet. Sollte die Kostenerstattung in unserem Land eingeführt werden, werden wir dies gesondert auf unserer Website bekannt geben.
Quellen
www-fda-gov
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