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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie
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Rosa Oktober 2024 – 14 Fragen und Antworten im Brustkrebsmonat

Rosa Oktober 2024 – 14 Fragen und Antworten im Brustkrebsmonat
In diesem Artikel

Rosa Oktober

Brustkrebs ist weltweit die am häufigsten diagnostizierte Krebsart bei Frauen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde 2022 bei etwa 2,3 Millionen Frauen Brustkrebs diagnostiziert; mehr als 685 tausend Frauen starben daran. Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig die jährlichen Aufklärungskampagnen sind.

Der Brustkrebs-Aufklärungsmonat (Rosa Oktober) bietet einen wichtigen Rahmen, um über Krankheitsursachen, die Bedeutung der Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und damit zum Leben und Wohlergehen von Frauen beizutragen.

Die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen liegt weiterhin unter dem gewünschten Niveau. Obwohl Brustkrebs bei Frauen weltweit die häufigste Krebsart ist, lassen sich durch Mammografie und andere Screeningverfahren die Sterberaten um bis zu 40% senken. In den Vereinigten Staaten hatten nach Daten von 2021 etwa 76% der Frauen zwischen 50-74 Jahren innerhalb der letzten zwei Jahre ein Mammografiescreening wahrgenommen. In der Türkei ist die Teilnahme am Brustkrebsscreening laut OECD-Berichten geringer. Etwa 35% der Frauen zwischen 50-69 Jahren hatten innerhalb der letzten zwei Jahre eine Mammografie. 

Die Aufklärungskampagnen werden auch 2024 fortgeführt. Jede Frau soll Fortschritte der Brustkrebsbehandlung verstehen, ihre persönlichen und familiären Risiken kennen und durch regelmäßige Untersuchungen die Möglichkeiten der Früherkennung nutzen können.


Sei eine Freundin – erinnere eine Freundin!

"Sei eine Freundin – erinnere eine Freundin!" ist eine Initiative zur Stärkung des Brustkrebsbewusstseins und soll Frauen zu regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen ermutigen. Mit Angehörigen und Freundinnen über Brustkrebs zu sprechen und sie zum Screening zu motivieren, kann wesentlich zu ihrem Leben beitragen. Schon eine kurze Erinnerung oder Hilfe bei der Terminvereinbarung kann einen großen Unterschied machen. Beteiligen Sie sich an unserer Kampagne und erinnern Sie eine Freundin an die Brustkrebsfrüherkennung. Gemeinsam kann ein kleiner Schritt viel bewirken!

Sei eine Freundin – erinnere eine Freundin! Kampagne zum Brustkrebsmonat Rosa Oktober 2024


Häufige Fragen und Antworten zu Brustkrebs

Frage 1: Wie häufig ist Brustkrebs weltweit?

Antwort: 2022 wurde weltweit bei etwa 2,3 Millionen Frauen erstmals Brustkrebs diagnostiziert. Er ist nicht nur die häufigste Krebsart bei Frauen, sondern nach Lungenkrebs auch die weltweit am zweithäufigsten diagnostizierte Krebsart insgesamt. Früherkennung und verbesserte Behandlungen haben die Überlebensraten jedoch erheblich gesteigert. Bei früh erkanntem Brustkrebs erreicht die 5-Jahres-Überlebensrate beispielsweise bis zu 99%; über alle Stadien hinweg beträgt sie bis zu 90%.


Frage 2: Welche Faktoren erhöhen das Brustkrebsrisiko?

Antwort: Die beiden wichtigsten Risikofaktoren sind das weibliche Geschlecht und zunehmendes Alter. Auch eine familiäre Vorgeschichte von Brustkrebs sowie reproduktive Faktoren wie ein früher Beginn der Menstruation, eine späte Menopause, Kinderlosigkeit oder eine späte Geburt erhöhen das Risiko. Lebensstilfaktoren wie übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen, Gewichtszunahme nach den Wechseljahren und Adipositas können das Brustkrebsrisiko ebenfalls steigern.


Frage 3: Wie wird Brustkrebs frühzeitig erkannt?

Antwort: Als wirksamstes Verfahren zur Früherkennung werden regelmäßige Mammografien empfohlen. Die US-amerikanische Arbeitsgruppe für Prävention (USPSTF) empfiehlt 2024 allen Frauen, ab 40 Jahren alle zwei Jahre am Brustkrebsscreening teilzunehmen. Die neue Empfehlung soll das Risiko senken, an Brustkrebs zu sterben. Zuvor wurde Frauen in ihren 40ern empfohlen, gemeinsam mit ihrem Arzt individuell über den Beginn der Früherkennung zu entscheiden. Die neue Leitlinie empfiehlt dagegen allen Frauen den Screeningbeginn ab 40 Jahren.


Frage 4: Was kann ich zur Senkung meines Brustkrebsrisikos tun?

Antwort: Ein gesunder Lebensstil ist ein wirksamer Ansatz zur Senkung des Brustkrebsrisikos. Untersuchungen zeigen, dass günstige Veränderungen des Lebensstils das Risiko deutlich verringern können. Gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und das Halten eines angemessenen Gewichts sind dabei entscheidend. So können Gewichtsabnahme und die Vermeidung von Übergewicht durch niedrigere Östrogenspiegel das Brustkrebsrisiko senken. Übermäßiges Fettgewebe kann den Östrogenspiegel und damit das Risiko erhöhen. Rauchen und Alkoholkonsum sind weitere wichtige Risikofaktoren.

Mediterrane Ernährung: Untersuchungen zeigen, dass die mediterrane Ernährung das Brustkrebsrisiko wirksam senken kann. Zu ihren wesentlichen Bestandteilen gehören Olivenöl, frisches Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Fisch und Nüsse. Bei Frauen, die sich mediterran ernähren, wurde ein um bis zu 30% geringeres Brustkrebsrisiko berichtet. Zudem hilft diese Ernährung bei der Gewichtskontrolle und senkt durch die Regulation von Insulin- und Östrogenspiegeln das Krebsrisiko.

Alkoholkonsum: Alkoholkonsum gehört zu den Faktoren, die das Brustkrebsrisiko erhöhen. Der tägliche Konsum von 1 Portion Alkohol kann das Risiko um 7% steigern. Deshalb wird empfohlen, den Alkoholkonsum einzuschränken oder ganz darauf zu verzichten.

Regelmäßige Bewegung: Mindestens 150 Minuten mäßig intensive Bewegung pro Woche können das Brustkrebsrisiko deutlich senken. Untersuchungen zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko um 20-30% verringert.

Stillen: Studien zeigen, dass Stillen das Brustkrebsrisiko senkt. Bei stillenden Frauen wurde eine Risikoverringerung um 4% bis 5% festgestellt. Insbesondere längeres Stillen ab 6 Monaten soll das Risiko weiter senken.


Frage 5: Welche häufigen Missverständnisse gibt es bei Brustkrebs?

Antwort: "Jede 8. Frau wird an Brustkrebs erkranken" wird häufig falsch verstanden. Gemeint ist, dass jede 8. Frau das Risiko trägt, irgendwann im Leben an Brustkrebs zu erkranken. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Jahr jede 8. Frau erkrankt. Tatsächlich steigt das Brustkrebsrisiko mit dem Alter. Jüngere Frauen haben beispielsweise eine geringere Erkrankungswahrscheinlichkeit, die mit zunehmendem Alter erheblich ansteigt. Das Lebenszeitrisiko darf deshalb nicht mit dem jährlichen Risiko in einer bestimmten Altersgruppe verwechselt werden.

Brustkrebs betrifft nicht ausschließlich Frauen; auch bei Männern kommt er selten vor. Obwohl ihr Anteil an den Brustkrebsfällen sehr gering ist, steht jeweils 100 Frauen 1 Mann mit dem Risiko dieser Krebserkrankung gegenüber. Da Brustkrebs bei Männern meist weniger im Bewusstsein ist als bei Frauen, kann er später erkannt werden, was die Behandlung erschwert.

Ein weiteres häufiges Missverständnis lautet, Brustkrebs trete nur bei familiärer Vorbelastung auf. Tatsächlich haben etwa 80% der erkrankten Frauen keine familiäre Vorgeschichte von Brustkrebs. Die Familiengeschichte ist zwar ein wichtiger Risikofaktor, doch zahlreiche weitere Einflüsse können zur Entstehung beitragen: Alter, genetische Faktoren, Hormone, Umwelteinflüsse und Lebensstil.

Manche Menschen glauben außerdem, eine Mammografie sei erst nötig, wenn sie einen Knoten bemerken oder Symptome haben. Brustkrebs kann jedoch häufig bereits vor dem Auftreten von Beschwerden durch eine Mammografie erkannt werden. Regelmäßige Mammografiescreenings sind deshalb für die frühe Erkennung entscheidend.


Frage 6: Was sollte nach einer Brustkrebsdiagnose geschehen?

Antwort: Der Behandlungsplan richtet sich nach Stadium und Art des Krebses sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand. Zu den Möglichkeiten gehören Operation, Chemotherapie, zielgerichtete Arzneimittel, Immuntherapie, Strahlentherapie und Hormontherapie. Moderne Verfahren wie zielgerichtete Therapien und Immuntherapien haben wichtige Fortschritte in der Krebsbehandlung ermöglicht.


Frage 7: Wie kann ich jemanden mit Brustkrebs unterstützen?

Antwort: Unterstützung kann einem Menschen mit Brustkrebs helfen, diese schwierige Zeit leichter zu bewältigen. An Routineuntersuchungen zu erinnern, gemeinsam zum Mammografietermin zu gehen, emotionalen Rückhalt zu geben und beim Zugang zu verlässlichen Gesundheitsinformationen zu helfen, kann einen großen Unterschied machen.

Was man Krebspatienten sagen sollte und was nicht: Unterstützung durch betreuende Angehörige


Frage 8: Wie verändert sich das Sexualleben nach Brustkrebs?

Antwort: Eine Brustkrebsbehandlung kann den Hormonspiegel verändern und das Sexualleben beeinträchtigen. Körperliche Beschwerden, Empfindlichkeit oder Taubheitsgefühle in der Brust, psychische Belastungen und Nebenwirkungen können dies erschweren. Beckenbodenübungen, vaginale Feuchtigkeitsmittel und psychologische Unterstützung können dabei helfen.


Frage 9: Was bedeutet eine dichte Brust und wie beeinflusst sie das Brustkrebsrisiko?

Antwort: Eine dichte Brust bedeutet eine hohe Dichte des Brustgewebes und geht mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko einher. Dichtes Gewebe kann die Erkennung bösartiger Veränderungen in der Mammografie erschweren, weil sowohl dichtes Gewebe als auch Tumoren weiß erscheinen. Dichte Brüste kommen bei 50% der Frauen vor. Frauen mit dichtem Brustgewebe sollten das Mammografiescreening dennoch fortsetzen. Ihre Ärzte können ergänzende Bildgebung wie Ultraschall oder Magnetresonanztomografie (MRT) empfehlen.


Frage 10: Was geschieht nach einer Brustkrebsdiagnose mit der anderen Brust? Welche Risiken bestehen dort? Sollten beide Brüste entfernt werden?

Antwort: Die Risiken für die andere Brust und die erforderlichen Maßnahmen nach einer Brustkrebsdiagnose hängen von zahlreichen Faktoren ab. Dazu gehören der allgemeine Gesundheitszustand, die genetische Veranlagung sowie Art und Stadium des Krebses.

Risiken für die andere Brust: Bei einer Frau mit Brustkrebs kann das Risiko für die andere, kontralaterale Brust erhöht sein. Das Ausmaß hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab:

  • Genetische Veranlagung: Mutationen in BRCA1 oder BRCA2 gehen bei Frauen mit einem hohen Risiko für Krebs in der zweiten Brust einher. Bei Frauen mit diesen Mutationen kann die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Brustkrebserkrankung zwischen 40% und 60% liegen. Weitere genetische Mutationen erhöhen ebenfalls das erbliche Brustkrebsrisiko. Veränderungen in Genen wie TP53, PTEN, PALB2 und CHEK2 gehören zu den anderen genetischen Risikofaktoren, die das Brustkrebsrisiko deutlich steigern.

  • Alter und Krebsart: Wurde Brustkrebs in jungen Jahren diagnostiziert oder sind die Hormonrezeptoren nicht positiv, kann das Risiko einer Krebserkrankung in der anderen Brust höher sein.

  • Krebsuntertyp: Insbesondere bei aggressiveren Formen wie triple-negativem Brustkrebs kann das Risiko für Krebs in der anderen Brust erhöht sein. Bei langsam wachsenden, hormonrezeptorpositiven Krebsarten mit niedrigem Risiko kann es dagegen geringer sein.

Sollten beide Brüste entfernt werden? Die Entfernung beider Brüste, eine beidseitige Mastektomie, ist eine schwierige Entscheidung und möglicherweise nicht für jede Patientin geeignet. Sie wird meist in Hochrisikogruppen empfohlen, insbesondere bei Frauen mit genetischen Mutationen. Sie ist jedoch nicht in jedem Fall erforderlich.

  • Für wen kommt dies infrage? Insbesondere bei Frauen mit einer BRCA1- oder BRCA2-Mutation kann die Entfernung beider Brüste erwogen werden, um das Risiko eines Rückfalls oder einer neuen Krebserkrankung in der anderen Brust zu senken. Eine solche vorbeugende, prophylaktische Mastektomie kann die Risiken erheblich verringern. Untersuchungen zeigen, dass die Entfernung beider Brüste in dieser Hochrisikogruppe das Brustkrebsrisiko um bis zu 90% senken kann.

  • Nutzen und Risiken: Die Entfernung beider Brüste kann das Krebsrisiko erheblich verringern, ist jedoch zugleich ein großer operativer Eingriff. Die körperliche und emotionale Erholung kann lange dauern. Deshalb ist eine umfassende Beratung erforderlich, die die individuellen Risikofaktoren jeder Patientin berücksichtigt.


Frage 11: Wie schnell wächst und verbreitet sich Brustkrebs?

Antwort: Die Geschwindigkeit von Wachstum und Ausbreitung hängt von zahlreichen Faktoren ab, darunter Krebsuntertyp, Alter, Hormonrezeptorstatus, genetische Tumoreigenschaften und allgemeiner Gesundheitszustand. Die meisten Brustkrebsarten wachsen eher langsam; ihre Größe nimmt also innerhalb eines bestimmten Zeitraums weniger rasch zu. Einige aggressivere Formen, insbesondere triple-negativer Brustkrebs oder HER2-positiver Brustkrebs, können jedoch schneller wachsen und sich rascher ausbreiten.

Wie schnell Brustkrebs sich ausbreitet, hängt ebenfalls von Art und Stadium ab. Meist erreicht ein Tumor eine Größe von 2-3 Zentimetern, bevor er sich in Lymphknoten ausbreitet. Manche Tumoren können jedoch bereits bei geringerer Größe Lymphknoten oder andere Körperregionen befallen. Inflammatorischer Brustkrebs und andere aggressive Formen können sich rascher ausbreiten und schon in frühen Stadien große Bereiche betreffen.

Die Ausbreitung des Krebses im Körper (Metastasierung) erfolgt meist zunächst in die Lymphknoten der Achselhöhle. In späteren Stadien kann er jedoch auch entfernte Organe wie Lunge, Leber, Knochen und Gehirn befallen. Wie schnell der Krebs wächst und sich ausbreitet, hängt unmittelbar damit zusammen, wie früh die Behandlung begonnen wird.


Frage 12: Ist bei Brustkrebs immer eine Chemotherapie erforderlich?

Antwort: Nicht jede Brustkrebspatientin benötigt eine Chemotherapie. Genomische Tests bestimmen heute das Rückfallrisiko und zeigen damit, ob eine Chemotherapie nötig ist. Insbesondere bei 70% der Patientinnen mit frühem, hormonrezeptorpositivem und HER2-negativem Brustkrebs wurde festgestellt, dass keine Chemotherapie erforderlich ist. Diese Patientinnen können ausschließlich mit einer hormonunterdrückenden Therapie behandelt werden.


Frage 13: Was ist erblicher Brustkrebs und wer ist gefährdet?

Antwort: Erblicher Brustkrebs entsteht durch genetische Veränderungen, die mit Mutationen von Generation zu Generation weitergegeben werden. Etwa 10% aller Brustkrebserkrankungen sind erblich. Ungefähr 5-10% der erblichen Brustkrebserkrankungen gehen auf Mutationen bestimmter Gene wie BRCA1 und BRCA2 zurück. Diese erhöhen das Risiko erheblich. So beträgt das lebenslange Brustkrebsrisiko bei Frauen mit einer BRCA1-Mutation 50-85%, bei Trägerinnen einer BRCA2-Mutation 40-70%.

Qualitätskontrollen und Nachweismethoden: Menschen mit einem Risiko für erblichen Brustkrebs werden häufig anhand einer ausgeprägten familiären Vorgeschichte von Brust- oder Eierstockkrebs erkannt. Angehörige mit einer frühen Brustkrebsdiagnose, beispielsweise vor dem 40. Lebensjahr, mehrere betroffene Familienmitglieder, Brustkrebs bei Männern und Mutationen wie BRCA1 oder BRCA2 verstärken den Verdacht auf eine erbliche Erkrankung.

In solchen Fällen können genetische Tests klären, ob eine Person diese Mutationen trägt. Die Untersuchung erfolgt anhand von Tumorgewebe oder einer Blutprobe und analysiert Mutationen in BRCA1, BRCA2 oder anderen mit Brustkrebs verbundenen Genen.

Wer sollte einen genetischen Test erhalten? Menschen, denen ein Gentest empfohlen wird, können beispielsweise folgende Merkmale aufweisen:

  • Brust- oder Eierstockkrebs bei Angehörigen ersten Grades wie Mutter, Schwester, Vater oder Bruder;
  • eine familiäre Vorgeschichte von Brustkrebs bei Männern;
  • Brustkrebsdiagnosen in jungen Jahren, beispielsweise vor dem 40. Lebensjahr;
  • Brust- und Eierstockkrebs bei derselben Person;
  • Brustkrebsfälle über mehrere Generationen in der Familie;
  • aggressivere Formen wie triple-negativer Brustkrebs.

Maßnahmen zur Risikosenkung: Für Menschen mit einem erblichen Brustkrebsrisiko gibt es bestimmte Vorsorge- und Überwachungsmöglichkeiten:

  1. Regelmäßige Früherkennung ab jungem Alter: Bei Frauen mit hohem Risiko können Mammografie- oder Magnetresonanztomografie-Screeningprogramme (MRT) zwischen 25-30 Jahren beginnen.

  2. Risikosenkende Operation (prophylaktische Mastektomie): Bei Frauen mit hohem Risiko kann die vorbeugende Entfernung beider Brüste das Brustkrebsrisiko um mehr als 90% senken. Der Eingriff ist unter anderem durch Angelina Jolie als weltweit beachtete Präventionsmaßnahme bekannt geworden.

  3. Risikosenkende Arzneimittel (Chemoprävention): Insbesondere Arzneimittel wie Tamoxifen können das Brustkrebsrisiko deutlich verringern.

  4. Genetische Beratung: Durch genetische Beratung können Menschen mit erblichem Brustkrebsrisiko ihre persönlichen Risiken besser verstehen und fundierte Entscheidungen über Behandlungen oder vorbeugende Maßnahmen treffen.


Frage 14: Welche Brustkrebspatienten sollten Biomarkertests, also genetische und genomische Tests, erhalten?

Antwort: Genetische und genomische Tests sind wichtige Instrumente zur Personalisierung von Therapieentscheidungen bei Brustkrebs. Sie helfen, Rückfallrisiko, biologische Tumoreigenschaften und die Wahrscheinlichkeit eines Therapieansprechens einzuschätzen. Im Allgemeinen lassen sie sich in drei Hauptkategorien unterteilen: erbliche genetische Tests, genomische Biomarkertests und Tests zur Bestimmung eines Krebsrückfallscores.

Erbliche genetische Tests (Keimbahntests): Diese Tests werden anhand von Blut oder Speichel durchgeführt und dienen dazu, festzustellen, ob bestimmte Genmutationen das Krebsrisiko erhöhen. Insbesondere Analysen von BRCA1, BRCA2 und anderen Genen für erbliche Krebserkrankungen zeigen eine familiäre genetische Veranlagung auf. Sie werden vor allem Frauen mit familiärer Vorbelastung und jungen Brustkrebspatientinnen empfohlen.

Tumorgenomische Tests (NGS – Next Generation Sequencing): Genomische Tests dienen einem genaueren Verständnis der Tumorbiologie und werden meist an Tumorgewebe durchgeführt. Ist dieses nicht verfügbar, kann auch Blut untersucht werden. Sie erfassen genetische Veränderungen im Tumor wie Mutationen, Amplifikationen und Deletionen. Dadurch helfen sie festzustellen, auf welche Therapien, beispielsweise zielgerichtete Behandlungen, ein Patient ansprechen könnte. Genomische Tests werden insbesondere zur Suche nach geeigneten Biomarkern für zielgerichtete Wirkstoffe und Immuntherapie eingesetzt.

  • Bei wem werden sie durchgeführt?

    • Bei Patienten mit hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem Brustkrebs zur Festlegung der Behandlungsmöglichkeiten;
    • bei metastasiertem oder fortgeschrittenem Brustkrebs zur Beurteilung der Eignung für zielgerichtete Behandlung oder Immuntherapie;
    • bei Patienten ohne Ansprechen auf frühere Behandlungen zur Prüfung neuer Therapieoptionen.
  • Beispiele:

    • NGS-Paneltests: Durch genomische Tests lassen sich Mutationen in Genen wie PIK3CA, AKT1 und PTEN nachweisen und zielgerichtete Therapien planen. Beispielsweise können Patienten mit einer PIK3CA-Mutation Behandlungen wie Alpelisib, ein PI3K-Hemmer, empfohlen werden.
    • Biomarkertests für Immuntherapie: Biomarker wie PD-L1-Expression, TMB (Tumormutationslast) und MSI dienen der Erkennung von Patienten, die auf eine Immuntherapie ansprechen könnten. Bei manchen Patienten mit fortgeschrittenem Brustkrebs werden sie untersucht, um die mögliche Wirksamkeit einer Immuntherapie einzuschätzen.

Tests zur Bestimmung des Krebsrückfallscores (Recurrence Score Tests): Diese Tests helfen insbesondere bei frühem Brustkrebs, das Rückfallrisiko und die Behandlungsmöglichkeiten zu bestimmen. Meist werden sie zur Entscheidung eingesetzt, ob eine Chemotherapie erforderlich ist. Die Untersuchung am Tumorgewebe erfasst das biologische Verhalten des Krebses und seine Rückfallwahrscheinlichkeit.

  • Bei wem werden sie durchgeführt?
    • Bei Patienten mit frühem, hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem Brustkrebs ohne Lymphknotenmetastasen;
    • zur Beurteilung, ob diese Patienten eine Chemotherapie benötigen.
  • Die am häufigsten eingesetzten Tests:
    • Oncotype Dx: Dieser auf der Analyse von 21 Genen beruhende Test bestimmt das Rückfallrisiko und beurteilt den Bedarf an Chemotherapie. Bei niedrigem Oncotype-Score wird keine Chemotherapie verabreicht; bei hohem Score kann sie empfohlen werden.
    • MammaPrint: Dieser auf der Analyse von 70 Genen beruhende Test dient insbesondere bei frühem Brustkrebs zur Bestimmung des Rückfallrisikos. Bei niedrigem Risiko kann auf eine Chemotherapie verzichtet werden.
    • EndoPredict und Prosigna: Diese Tests analysieren die Brustkrebsbiologie, beurteilen das langfristige Rückfallrisiko nach Hormontherapie und unterstützen die Therapieentscheidung.

Fazit

Der Brustkrebsmonat bietet Frauen die Gelegenheit, ihre Risiken zu verstehen und die lebensrettende Bedeutung regelmäßiger Früherkennung zu erkennen. Ein Screeningbeginn ab 40 Jahren nach den neuen Leitlinien könnte durch frühere Diagnosen mehr Leben retten. Bei besonderen Umständen wie dichtem Brustgewebe ist es wichtig, mit dem Arzt zusätzliche Screeningmöglichkeiten zu prüfen. Denken Sie daran: Früherkennung rettet Leben!

DROZDOGAN KI

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Drozdogan-Assistent

Rosa Oktober 2024 – 14 Fragen und Antworten im Brustkrebsmonat

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