Tislelizumab erhält FDA-Zulassung bei vorbehandeltem fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs

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Am 14. März 2024 ließ die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA für Erwachsene, die bislang keine Immuntherapie erhalten hatten, aber mit Chemotherapie vorbehandelt waren und ein nicht operables oder metastasiertes Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre aufwiesen, die Monotherapie mit tislelizumab-jsgr (Tevimbra, BeiGene Ltd), einem Anti-PD-1-Immuntherapeutikum, zu.
Speiseröhrenkrebs ist weltweit ein erhebliches Gesundheitsproblem; das Plattenepithelkarzinom ist sein häufigster Untertyp. Bei fortgeschrittener Erkrankung sind die Behandlungsmöglichkeiten begrenzt, insbesondere wenn sie nicht operabel oder metastasiert ist. Neue Behandlungen und deren Zulassung geben diesen Patienten deshalb Hoffnung. Herkömmliche Chemo- und Strahlentherapien wirken nur begrenzt und verursachen oft Nebenwirkungen. Daher müssen neue Ansätze zur Behandlung von Speiseröhrenkrebs erforscht und entwickelt werden.
Die Immuntherapie hat in den letzten Jahren die Behandlung mehrerer Krebsarten grundlegend verändert. Immuncheckpoint-Inhibitoren gegen den PD-1/PD-L1-Signalweg verhindern, dass Krebszellen dem Immunsystem entgehen, und stärken die körpereigene Krebsabwehr. Auch bei Speiseröhrenkrebs ergeben sich damit besonders im fortgeschrittenen Stadium neue Möglichkeiten. Die FDA hatte bereits verschiedene Immuntherapeutika sowohl bei metastasierter Erkrankung als auch bei Speiseröhren- oder gastroösophagealem Übergangskrebs (GEJ) zugelassen, der nach neoadjuvanter Radiochemotherapie vollständig entfernt wurde, bei dem aber eine Resterkrankung vorlag: hier zur adjuvanten Behandlung. Diese Zulassungen verdeutlichen das Potenzial der Immuntherapie bei Speiseröhrenkrebs und stellen vielversprechende Fortschritte dar. Außerdem wird in naher Zukunft eine Zulassung für die neoadjuvante Immuntherapie bei Speiseröhrenkrebs erwartet.
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FDA-Zulassung auf Grundlage der Studie RATIONALE 302
Die Zulassung beruht auf der Untersuchung von Tislelizumab zur Zweitlinienbehandlung bei nicht operablem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre. Die internationale, randomisierte, offene Phase-III-Studie RATIONALE 302 verglich Wirksamkeit und Sicherheit mit einer Chemotherapie nach Wahl des Prüfarztes. An 132 Zentren in 11 Ländern Europas, Asiens und Nordamerikas wurden 512 Patienten randomisiert.
RATIONALE 302 erreichte den primären Endpunkt in der gesamten Studienpopulation: Tislelizumab führte gegenüber Chemotherapie zu einem statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Überlebensvorteil.

In der gesamten Studienpopulation
- betrug das mediane Gesamtüberleben unter Tislelizumab 8,6 Monate (95% Konfidenzintervall [CI] = 7,5–10,4 Monate), unter Chemotherapie dagegen 6,3 Monate (95% CI = 5,3–7,0 Monate) (P = 0,0001; Hazard Ratio = 0,70, 95% CI = 0,57–0,85).
Auch das Sicherheitsprofil war unter Tislelizumab günstiger als unter Chemotherapie. Die häufigsten unerwünschten Reaktionen bei mehr als 20% der Behandelten, einschließlich abnormer Laborwerte, waren erhöhte Glukose, vermindertes Hämoglobin, verminderte Lymphozyten, vermindertes Natrium und Albumin, erhöhte alkalische Phosphatase, Anämie, Müdigkeit, erhöhte AST, Schmerzen des Bewegungsapparats, Gewichtsabnahme, erhöhte ALT und Husten.
RATIONALE 302 zeigte somit einen klinisch bedeutsamen Überlebensvorteil durch Tislelizumab bei vorbehandeltem Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre und unterstreicht sein Potenzial als wichtige Behandlungsoption.
Die FDA prüft außerdem Zulassungsanträge für Tislelizumab zur Erstlinienbehandlung des nicht operablen, rezidivierenden, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Plattenepithelkarzinoms der Speiseröhre sowie des lokal fortgeschrittenen, nicht operablen oder metastasierten Adenokarzinoms des Magens oder gastroösophagealen Übergangs. Als Entscheidungstermine sind Juli beziehungsweise Dezember 2024 vorgesehen.
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