Tremelimumab und Durvalumab: Doppelte Immuntherapie erhält FDA-Zulassung bei Lungenkrebs

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Für Erwachsene mit metastasiertem (Stadium 4) nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) ohne EGFR- oder ALK-Mutationen erhielt die Kombination aus Tremelimumab (Imjudo, AstraZeneca) und Durvalumab (Imfinzi, AstraZeneca) als Immuntherapie zusammen mit platinbasierter Chemotherapie am 10. November 2022 die Zulassung der FDA (US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde).
2. FDA-Zulassung für Tremelimumab plus Durvalumab
Dies ist die 2. FDA-Zulassung für die Immuntherapiekombination aus dem Anti-CTLA4-Wirkstoff Tremelimumab und dem Anti-PD-L1-Wirkstoff Durvalumab. Zuvor hatte diese Kombination im Oktober 2022 eine Zulassung bei fortgeschrittenem Leberkrebs erhalten.
5. Immuntherapie-Chemotherapie-Zulassung in der Erstlinie bei NSCLC
Diese Immuntherapie-Chemotherapie-Kombination wurde zur 5. von der FDA unabhängig vom PD-L1-Status zugelassenen Erstlinienbehandlung bei fortgeschrittenem nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC). Zuvor waren bereits die Immuntherapien Pembrolizumab, Atezolizumab, Nivolumab-Ipilimumab und Cemiplimab in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie zur Behandlung dieser Patienten zugelassen worden.

FDA-Zulassung auf Grundlage der POSEIDON-Studie
Die Wirksamkeit von Tremelimumab-Durvalumab mit platinbasierter Chemotherapie wurde in POSEIDON untersucht, einer randomisierten (1:1:1), multizentrischen, aktiv kontrollierten, offenen Studie bei Patienten mit metastasiertem NSCLC ohne vorherige systemische Behandlung.
Die Patienten wurden einem von drei Behandlungsarmen zufällig zugeteilt:
- Vier Zyklen Tremelimumab, Durvalumab und platinbasierte Chemotherapie, anschließend alle 4 Wochen Durvalumab und Erhaltungschemotherapie. In Woche 16 erhielten die Patienten eine fünfte Tremelimumab-Dosis;
- Vier Zyklen Durvalumab plus platinbasierte Chemotherapie, anschließend Durvalumab und Erhaltungschemotherapie; oder
- Sechs Zyklen platinbasierte Chemotherapie, anschließend Erhaltungschemotherapie.
Die Behandlung wurde bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zu nicht vertretbaren Nebenwirkungen fortgesetzt. Die Zulassung beruht auf dem Vergleich der Behandlungsarme 1 und 3 (675 Patienten).
Die wichtigsten Wirksamkeitsendpunkte waren das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben.
Ergebnisse
Tremelimumab plus Durvalumab und platinbasierte Chemotherapie verbesserten das Gesamtüberleben gegenüber alleiniger platinbasierter Chemotherapie statistisch und klinisch signifikant: Verringerung des Sterberisikos um 23% (Hazard Ratio [HR] 0,77 [95% KI: 0,65, 0,92], 2-seitiger p-Wert = 0,00304).
Das mediane Gesamtüberleben betrug im Arm mit kombinierter Immuntherapie 14 Monate (95% KI: 11,7, 16,1) und im Arm mit alleiniger Chemotherapie 11,7 Monate (95% KI: 10,5, 13,1).
Das mediane progressionsfreie Überleben betrug in den Behandlungsarmen jeweils 6,2 Monate (95% KI: 5,0, 6,5) beziehungsweise 4,8 Monate (95% KI: 4,6, 5,8) (HR 0,72 [95% KI: 0,60, 0,86], 2-seitiger p-Wert = 0,00031).
Die Gesamtansprechrate betrug in den Behandlungsarmen 1 und 3 jeweils 39% (95% KI: 34,44) beziehungsweise 24% (95% KI: 20, 29). Die mediane Ansprechdauer betrug im Immuntherapiearm 9,5 Monate (95% KI: 7,2, nicht erreicht) beziehungsweise 5,1 Monate (95% KI: 4,4, 6,0).
Die häufigsten Nebenwirkungen (bei ≥ 20% der Patienten) sind Übelkeit, Müdigkeit, verminderter Appetit, Schmerzen des Bewegungsapparats, Hautausschlag und Durchfall. Laborwertveränderungen vom Grad 3 oder 4 (≥ 10%) sind Neutropenie, Anämie, Leukopenie, Lymphozytopenie, erhöhte Lipase, Hyponatriämie und Thrombozytopenie.
Für Patienten mit mindestens 30 kg Körpergewicht werden folgende Dosen empfohlen: in den ersten 4 Behandlungszyklen alle 3 Wochen Tremelimumab 75 mg, Durvalumab 1500 mg IV und platinbasierte Chemotherapie. Anschließend folgt alle 4 Wochen Durvalumab 1500 mg mit Erhaltungschemotherapie. Die fünfte Tremelimumab-Dosis von 75 mg sollte in Woche 16 verabreicht werden.
Gemäß dem obigen Schema wird für Patienten mit 30 kg oder weniger eine Tremelimumab-Dosis von 1 mg/kg und eine Durvalumab-Dosis von 20 mg/kg empfohlen.
Quellen
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