Was bedeutet HPV p16-negativ oder -positiv? Was sagen HPV-mRNA-E6/E7- und DNA-Tests aus?

In diesem Artikel
Die Ursache von 5% aller Krebserkrankungen
Humane Papillomviren (HPV) verursachen eine weltweit verbreitete Infektion, die insbesondere an Gebärmutterhals, Kopf und Hals sowie Anus zu Krebs führen kann. HPV sind für etwa 5% aller Krebserkrankungen und weltweit für rund 630 Tausend Krebsfälle pro Jahr verantwortlich.
Bei der Früherkennung und Behandlung HPV-assoziierter Krebserkrankungen spielen p16 und E6/E7 als Biomarker eine entscheidende Rolle. In diesem Artikel erklären wir, was p16 und HPV-mRNA E6/E7 bedeuten und wie HPV-bezogene Tests zur Beurteilung des Krebsrisikos eingesetzt werden.
Wichtiger Hinweis: Der Nachweis von mRNA E6/E7 oder p16 bei einem HPV-Test bedeutet nicht, dass die betreffende Person Krebs hat. Er zeigt jedoch, dass sie einen Hochrisiko-HPV-Typ trägt, der Krebs verursachen kann. Weitere Untersuchungen, Überwachung und Behandlung können erforderlich sein.
Bei Menschen mit HPV-Infektion beseitigt das Immunsystem die HPV-Zellen meist innerhalb von 1-2 Jahren. Gelingt es dem Immunsystem jedoch nicht, die Infektion zu beseitigen, können Hochrisiko-HPV präkanzeröse, also krebsartige Veränderungen vorbereitende Zellveränderungen verursachen. Unbehandelt können diese Zellen im Laufe der Zeit zu Krebszellen werden.
Laut einem Übersichtsartikel aus dem Jahr 2022 gehört eine Infektion mit Hochrisiko-HPV zu den Ursachen folgender Krebserkrankungen:
- Mehr als 99% der Gebärmutterhalskarzinome
- 95% der Analkarzinome
- 80% der Kopf-Hals-Karzinome
- 63% der Peniskarzinome
- 69% der Vulvakarzinome
- 75% der Vaginalkarzinome
Zu den Hochrisiko-HPV-Typen gehören:
Hochrisiko-HPV-Typen sind HPV-Typen, die Krebs verursachen können. Zu den häufigsten gehören:
- HPV 16: die häufigste Ursache von Gebärmutterhalskrebs.
- HPV 18: der zweithäufigste Hochrisikotyp.
- HPV 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59: weitere Hochrisikotypen, die seltener Krebs verursachen können.
Der Impfstoff Gardasil 9 schützt vor neun dieser Typen: HPV 16, 18, 31, 33, 45, 52, 58 sowie den beiden Niedrigrisiko-HPV-Typen HPV 6 und HPV 11.
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Was sind HPV, und wie verursachen sie Krebs?
HPV sind Viren, die über Haut und Schleimhäute übertragen werden. Es gibt zahlreiche Typen dieser meist sexuell übertragenen Viren. Einige gelten als Hochrisiko-HPV-Typen, die Krebs verursachen können.
Der Mechanismus hinter der krebserzeugenden Wirkung von HPV beginnt damit, dass die Viren die Funktion wichtiger Proteine stören, die den Zellzyklus regulieren:
Hochrisiko-HPV veranlassen die Wirtszelle, die beiden Onkoproteine E6 und E7 zu produzieren. Diese Proteine unterdrücken Tumorsuppressorproteine wie p53 und das Retinoblastomprotein (Rb) , die eine unkontrollierte Zellvermehrung verhindern.
Im Einzelnen:
- Das E6-Protein bindet an das p53-Protein und bewirkt dessen Abbau. Dadurch gehen die Funktionen von p53 zur Regulierung des Zelltods (Apoptose) und der DNA-Reparatur verloren.
- Das E7-Protein inaktiviert das Retinoblastomprotein (Rb). Dadurch wird die Kontrolle des Zellzyklus aufgehoben, und die Zellen teilen sich unkontrolliert.
Was ist HPV p16? Was bedeutet negativ oder positiv?
Das p16-Protein ist normalerweise ein Tumorsuppressorprotein, das den Zellzyklus reguliert. Es wird vom CDKN2A -Gen gebildet. p16 kontrolliert die Zellteilung und schützt vor einer abnormalen Zellvermehrung. Während einer Hochrisiko-HPV-Infektion unterdrückt jedoch das E7-Protein das Rb-Gen, sodass sich in der Zelle das p16-Protein übermäßig anreichert. Deshalb wird p16 als Hinweis auf Zellveränderungen verwendet.
Der p16-Test misst die p16-Menge in einer Zelle und wird zur Beurteilung einer Krebsentwicklung eingesetzt. Ein positiver p16-Befund zeigt, dass HPV in der Zelle aktiv sind und ein Risiko für Krebs besteht. Besonders bei Kopf-Hals-Karzinomen und Gebärmutterhalskrebs weist ein positiver p16-Befund auf das Vorliegen einer HPV-assoziierten Krebserkrankung hin.
Bei Menschen mit diagnostiziertem Krebs ist ein positiver p16-Befund im Gewebe jedoch im Allgemeinen mit einem besseren Therapieansprechen und Krankheitsverlauf verbunden.
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p16-positiv: Dies zeigt, dass Hochrisiko-HPV in der Zelle aktiv sind und die Zellveränderungen präkanzerös oder krebsartig werden können. Da ein positiver p16-Befund auf ein Risiko für Krebs hinweist, sind weitere Untersuchungen und eine Behandlungsplanung erforderlich.
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p16-negativ: Ein negativer p16-Befund in der Zelle zeigt, dass keine Auswirkungen einer HPV-Infektion beobachtet werden oder das Risiko einer HPV-assoziierten Krebserkrankung niedrig ist.
Was bedeutet HPV-mRNA E6/E7?
Die beiden wichtigsten krebserzeugenden Onkoproteine von HPV sind E6 und E7. Diese Proteine führen durch unkontrollierte Zellvermehrung zur Krebsentstehung. Der HPV-mRNA-E6/E7-Test weist direkt nach, ob HPV in den Zellen die Produktion der Proteine E6 und E7 auslösen.
Dieser Test zeigt unmittelbar das krebserzeugende Potenzial der Viren. Werden E6- und E7-Proteine nachgewiesen, ist die HPV-Infektion aktiv, und es besteht ein hohes Risiko für krebsartige Zellveränderungen. Der Test wird insbesondere zum Nachweis und zur Behandlung von Krebsvorstufen eingesetzt.
Unterscheiden sich p16- und HPV-mRNA-E6/E7-Tests?
Ja, p16- und E6/E7-Tests sind unterschiedlich, werden aber beide zur Diagnose und Behandlung HPV-assoziierter Krebserkrankungen eingesetzt.
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Der p16-Test ist ein indirekter Marker für die zellulären Auswirkungen von HPV. Bei einer HPV-Infektion steigt die Menge des p16-Proteins an; dies gilt als Hinweis auf Zellveränderungen.
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Der E6/E7-Test weist direkt nach, ob HPV in der Zelle aktiv sind und die Onkoproteine E6 und E7 produziert werden. Er bestätigt die potenziell krebserzeugenden Auswirkungen von HPV.
Beide Tests helfen Ärzten, die durch HPV-Infektionen verursachten Zellveränderungen besser zu verstehen, und unterstützen die Behandlungsplanung.
Welche Tests werden verwendet?
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p16-Test:
- Immunhistochemie (IHC): Dieser Test untersucht das Vorhandensein des p16-Proteins in Gewebe aus einer Biopsie. Ein positives Ergebnis weist indirekt auf HPV in der Zelle hin.
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E6/E7-Test:
- mRNA-Test: Er zeigt, ob HPV in den Zellen Signale zur Produktion der Onkoproteine E6 und E7 auslösen.
- PCR (Polymerase-Kettenreaktion): Sie dient dem Nachweis des genetischen Materials von HPV und bestimmt den HPV-Typ, der die Infektion verursacht.
Was tun bei einem positiven p16- oder E6/E7-Befund?
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p16-positiv: Dieser Befund weist auf Zellveränderungen mit Krebsrisiko hin. Zur Überwachung oder weiteren Abklärung können Ärzte zusätzliche Biopsien anordnen. Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen die chirurgische Entfernung von Krebsvorstufen, Kryoablation, Lasertherapie oder bei weiter fortgeschrittenen Stadien aggressivere Verfahren wie eine Hysterektomie.
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E6/E7-positiv: Dies bestätigt, dass HPV in der Zelle aktiv sind und potenziell krebserzeugende Wirkungen entfalten. Bei einem positiven Test folgen weitere Untersuchungen. Zur Behandlung präkanzeröser Zellen oder von Krebszellen können Verfahren wie eine Operation, Strahlentherapie oder Chemotherapie eingesetzt werden.
Was ist ein HPV-DNA-Test? Unterscheidet er sich von p16- und E6/E7-Tests?
Der HPV-DNA-Test untersucht weder p16 noch E6/E7-Proteine; er ist ein völlig anderer Test. Der HPV-DNA-Test sucht in den Zellen einer Person nach dem genetischen Material (DNA) von HPV und bestimmt, welcher HPV-Typ vorliegt. Er dient insbesondere dem Nachweis von Hochrisiko-HPV-Typen und ist ein wichtiges Instrument bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.
Zusammengefasst:
- Der HPV-DNA-Test weist nach, ob in den Zellen genetisches Material (DNA) von HPV vorhanden ist. Er untersucht weder p16 noch E6/E7-Proteine.
- Der p16-Test ist ein Biomarkertest für die zellulären Auswirkungen einer HPV-Infektion und erfolgt meist mittels Immunhistochemie.
- Der E6/E7-Test zeigt, ob in der Zelle die potenziell krebserzeugenden Onkoproteine von HPV produziert werden. In der Regel weist er HPV-mRNA nach und zeigt präkanzeröse Zellveränderungen an.
Während der HPV-DNA-Test genetisches Material nachweist, messen p16- und E6/E7-Tests die Auswirkungen von HPV in der Zelle.
Was geschieht nach einem HPV-Test?
Werden bei einem HPV-Test HPV-mRNA E6/E7 oder p16 oder HPV-DNA nachgewiesen, beurteilt das medizinische Team das Risiko, dass sich in den Gebärmutterhalszellen krebsfördernde Veränderungen entwickeln. Auf dieser Grundlage kann der Arzt folgende Schritte empfehlen:
- Erneuter Test: Die betreffende Person kann innerhalb von 1-3 Jahren einen weiteren HPV-Test durchführen lassen.
- Kolposkopie: Dabei trägt der Arzt eine Essiglösung auf den Gebärmutterhals auf. Sie macht auffällige Bereiche sichtbar, die anschließend mit einem Kolposkop untersucht werden.
- Biopsie des Gebärmutterhalses: Bei einer Biopsie entnimmt der Arzt eine kleine Gewebeprobe vom Gebärmutterhals. Diese wird unter dem Mikroskop auf abnormale Zellen untersucht.
Zeigen die Ergebnisse dieser Tests hochgradige Zellveränderungen, kann der Arzt eine Behandlung empfehlen.
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Behandlungsarten
Zu den Behandlungsmöglichkeiten bei HPV-assoziierten Zellveränderungen gehören:
- Konisation: Dabei wird auffälliges Gewebe mit einer dünnen elektrischen Drahtschlinge entfernt. Manchmal erfolgt die Entfernung auch mit einem Skalpell im Rahmen einer Messerkonisation.
- Kryoablation: Bei dieser Methode friert der Arzt das abnormale Gewebe mit kalten Sonden ein und zerstört es.
- Lasertherapie: Ein Laser dient der Zerstörung oder Entfernung des Gewebes.
- Totale Hysterektomie: Zur Entfernung fortgeschrittener präkanzeröser Zellen kann es erforderlich sein, Gebärmutterhals und Gebärmutter operativ zu entfernen.
Wann sollte ein HPV-Screening erfolgen?
Die Amerikanische Krebsgesellschaft empfiehlt Menschen zwischen 25-65 Jahren alle 5 Jahre einen HPV-Test. Ist ein primärer HPV-Test nicht verfügbar, wird alle 5 Jahre eine Kombination aus HPV- und Pap-Test oder alle 3 Jahre ein Pap-Test empfohlen. Auch nach einem auffälligen Pap-Test sollte ein HPV-Test erfolgen.
HPV verursachen normalerweise keine Symptome, sodass eine Infektion möglicherweise erst durch einen Test bekannt wird. Einige HPV-assoziierte Krebsarten können dagegen Beschwerden wie Blutungen, Schmerzen und Knoten verursachen. Treten solche Symptome im Genitalbereich, im Mund oder Rachen auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, bis HPV-mRNA E6/E7 verschwindet?
Das Immunsystem beseitigt eine HPV-Infektion meist innerhalb von 1-2 Jahren. Gelingt dies nicht, können die Viren bestehen bleiben. Dann kann eine Behandlung erforderlich sein, um präkanzerösen Zellen oder Krebszellen vorzubeugen oder diese zu behandeln.
Wird HPV-mRNA E6/E7 sexuell übertragen?
HPV werden überwiegend sexuell übertragen. Auch die Hochrisiko-HPV-Typen, die zur Produktion von E6- und E7-Proteinen führen, können auf diesem Weg übertragen werden.
Bedeutet der Nachweis von HPV-mRNA E6/E7 Krebs?
Nein, der Nachweis von HPV-mRNA E6/E7 bedeutet nicht, dass die betreffende Person Krebs hat. Die Testergebnisse weisen jedoch darauf hin, dass sie einen Hochrisiko-HPV-Typ trägt, der Krebs verursachen kann.
Kurze Zusammenfassung
Werden die krebserzeugenden Auswirkungen von HPV früh erkannt, können Behandlungen deutlich erfolgreicher sein. Deshalb sind regelmäßige Screeningtests und die Überwachung von Biomarkern entscheidend.
HPV-p16- und HPV-mRNA-E6/E7-Tests spielen eine wichtige Rolle dabei, die zellulären Auswirkungen von HPV zu verstehen und das Risiko einer Krebsentwicklung einzuschätzen. Ein positiver p16-Befund zeigt an, dass abnormale Zellveränderungen mit HPV zusammenhängen und ein Krebsrisiko besteht, während der E6/E7-Test die potenziell krebserzeugende Aktivität von HPV direkt misst. Diese Tests helfen Ärzten, HPV-assoziierte Krebserkrankungen früh zu diagnostizieren und geeignete Behandlungsmöglichkeiten anzubieten.
Quellen
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