Wichtige Fortschritte beim Einsatz der CAR-T-Zell-Immuntherapie gegen Organkrebs

T-Zellen mit chimärem Antigenrezeptor (CAR) waren bei der Behandlung hämatologischer Krebserkrankungen (aus Blut und Knochenmark) außerordentlich erfolgreich. Gegen solide (feste, organbezogene) Tumoren waren sie bislang jedoch nicht wirksam. Die beiden Hauptgründe sind, dass Krebszellen bei hämatologischen Krebserkrankungen im Kreislauf wesentlich leichter erreichbar sind und Organkrebserkrankungen eine komplexere Tumormikroumgebungbesitzen.
Im folgenden Videoist zu sehen, wie die CAR-T-Zell-Therapie als lebendes Krebsmedikament hergestellt und angewendet wird (mit türkischen Untertiteln).
Dennoch wird der Einsatz zellulärer CAR-T- Immuntherapien bei soliden Krebserkrankungen intensiv erforscht. Eine kürzlich veröffentlichte Arbeit von Samaha und Kollegen stellt für den Hirntumor Glioblastom eine präklinische Version der CAR-T-Zell-Therapie vor. In einem Glioblastom-Mausmodell veränderten die Forschenden CAR-T-Zellen gentechnisch so, dass sie zunächst an der Gefäßinnenwand haften und von dort in das außerhalb des Gefäßes befindliche Tumorgebiet eindringen können.

Erklärung der Abbildungen 1 und 2: Das aktivierte Leukozyten-Zelladhäsionsmolekül (ALCAM) bindet auf T-Zellen an einen als CD6 bezeichneten Rezeptor . Eine stärkere Bindung von CD6 an ALCAM wurde durch das Hinzufügen von 5HS (Homing-System) zu CAR-T-Zellen erreicht. So wurde der Übertritt von T-Zellen über die Blut-Hirn-Schranke in das zentrale Nervensystem (Gehirn) erleichtert. Das auf der CAR-T-Zelloberfläche befindliche HER2 wird dagegen verwendet, um Krebszellen molekular gezielt anzugreifen. CAR-T-Zellen nutzen also 5HS, um das Gefäß zu verlassen, und HER2, um Krebszellen zu finden. Diese zelluläre Immuntherapie als die bislang entwickelte intelligenteste Krebsbehandlung zu bezeichnen, wäre nicht falsch.

Der Aufbau dieses Zielfindungssystems beruht auf Grundlagenforschung darüber, wie Zelloberflächenrezeptoren das Immunsystem auf molekularer Ebene regulieren. Die Funktion von CAR-T-Zellen in soliden/festen Tumoren birgt viele potenzielle Schwierigkeiten. Ähnliche logisch begründete Ansätze könnten künftig jedoch ermöglichen, dass veränderte CAR-T-Zellen, die kombiniert auf molekulare Zieleigenschaften ausgerichtet werden, gegen verschiedene solide Tumoren wirksam sind.
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Quellen
Steering CAR T Cells into Solid Tumors.
NEJM, 17 January 2019
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