6 Belege dafür, dass eine Kurkumakur keinen Platz in der Krebsbehandlung hat

Kurkuma, ist eine gelb blühende, großblättrige, mehrjährige krautige Pflanze aus der Ingwerfamilie und auch als indischer Safran bekannt. Der %2 der Kurkumapflanze ausmachende Stoff Curcumin ist die aus ihren Wurzeln gewonnene gelb-orange biologisch aktive Substanz, deren medizinische Eigenschaften untersucht werden. Curcumin ist auch Hauptbestandteil des besonders in asiatischen Ländern häufig verwendeten Gewürzes Curry . Außerdem wird es unter dem Code E100 als Lebensmittelfarbstoff eingesetzt. Die englische Bezeichnung für Kurkuma lautet Turmeric.
Kurkuma wird als wundersame pflanzliche Behandlung (Phytotherapieprodukt) vermarktet, die angeblich alles von Krebs bis Sportverletzungen behandeln könne. Doch medizinisch angewendete Kurkuma bringt statt wundersamer Vorteile zahlreiche Gesundheitsrisiken mit sich.

1. Klinische Studien am Menschen zeigten, dass Kurkuma Krebs nicht behandelt
Die erste wissenschaftliche Studie zur Anwendung von Kurkuma bei Krankheiten erschien 1937. Nach vielversprechenden Ergebnissen zur antibakteriellen Wirkung einer 1949 veröffentlichten Studie beschleunigte sich die Forschung. Viele Laborstudien zeigten entzündungshemmende und antitumorale Wirkungen von Curcumin, einem biologisch aktiven Kurkumabestandteil. Diese Wirkungen wurden jedoch durch menschliche klinische Studien nicht bestätigt. Beispielsweise erhielten 17 Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs Curcumin zusammen mit dem Chemotherapeutikum Gemcitabin. Es gab nicht nur kein positives Ergebnis, sondern bei 5 Patienten nahmen die Beschwerden zu.
Im Gesundheitsbereich werden wissenschaftliche Versuche selbstverständlich zunächst im Labor und dann an Tieren durchgeführt; vielversprechende Ergebnisse werden auf klinische Studien am Menschen übertragen. Dass ein Wirkstoff im Labor, aber nicht beim Menschen wirkt, ist nicht selten: Von jeweils 100 Tausend geprüften Molekülen wird fast nur 1 zum Medikament. Obwohl Wissenschaftlern diese Tatsache seit Jahrzehnten bekannt ist, ist es erstaunlich, dass klinisch gescheiterte Moleküle immer wieder im Labor getestet und wie neu entdeckte Wunder dargestellt werden.
2. Warum wirkt Kurkuma beim Menschen nicht, obwohl sie im Labor zu wirken scheint?
Der wichtigste Grund ist die Tumormikroumgebung! Im Labor sind Krebszellen weitgehend schutzlos, weil sie nur als Zellhaufen mit ihren Geschwisterzellen vorliegen. Bei Tieren ist die Tumormikroumgebung anders und viel weniger komplex als beim Menschen.
Bei der Untersuchung von Tumorgewebe sehen wir gruppierte Krebszellen. Der Grund ist die unkontrollierte Vermehrung einer Krebszelle, in deren DNAsich Schäden angesammelt haben. Doch Krebs besteht nicht nur daraus. Er manipuliert normale Zellen seiner Umgebung und manche angreifenden Immunzellen, verändert sie zu seinem Nutzen und bildet die Tumormikroumgebung .

3. Die antioxidative Wirkung birgt eher Schadensrisiken als Nutzen
Eine der am stärksten hervorgehobenen Eigenschaften von Kurkuma ist ihre antioxidative Wirkung. Ganz einfach definiert sind Antioxidantien, Moleküle, die bei chemischen Zellprozessen entstehende schädliche/Abfallstoffe (freie Sauerstoffradikale) umwandeln oder entfernen. Der Körper besitzt eigene antioxidative Systeme, und auch viele Lebensmittel enthalten Antioxidantien. Werden sie jedoch ergänzend, also in großen Mengen, aufgenommen, mehren sich dafür, dass sie statt Krebszellen zu töten das Krebswachstum fördern könnten, die wissenschaftlichen Belege . Denn Krebszellen sind aktiver als normale Zellen, erzeugen bei ihren Prozessen mehr freie Radikale und müssen diese entfernen.
4. Oral eingenommene Kurkuma wird im Darm nicht aufgenommen, intravenös kann sie Erythrozyten zerstören
Oral eingenommenes Kurkumapulver, Tabletten oder Kapseln werden bis zu Dosen von 4000 Milligramm praktisch nicht aus dem Darm aufgenommen (bei oraler Einnahme keine Bioverfügbarkeit). Für Einnahmen von 8 – 16 Gramm gibt es Belege für eine sehr geringe Darmaufnahme. So erscheint orale Kurkuma für gesundheitlichen Nutzen sinnlos. Deshalb wird heute für medizinische Zwecke der biologisch aktive Bestandteil Curcumin als intravenöse Infusion gegeben. Doch auch intravenös gibt es Belege für schwere Nebenwirkungen. Beispielsweise zeigt das folgende Fotorasche und deutliche Formveränderungen der roten Blutkörperchen, der Erythrozyten, nach Curcumingabe.

(A) Normale rote Blutkörperchen; (B) nach Standard-Curcumingabe; (C) nach Anwendung einer zur Verringerung von Nebenwirkungen entwickelten Curcumin- Liposomen- Formulierung; (D) Erscheinungsbild 120 dk nach der Anwendung
5. Kurkuma ist sowohl beim Abtöten von Krebszellen als auch bei der Immunaktivierung sehr schwach
Chemotherapien sind für Krebszellen sehr toxisch/tödlich, schädigen aber auch normale Zellen in gewissem Maße. Deshalb können sie trotz ihrer Wirkung gegen Krebszellen nur in bestimmten Dosen eingesetzt werden. Außerdem entwickeln Krebszellen mit der Zeit Resistenzen gegen Chemotherapien und viele andere Krebsbehandlungen.
Immuntherapien wirken dagegen nicht direkt auf Krebszellen, sondern regulieren/aktivieren Immunzellen zum Angriff auf Krebs. Auch sie sind wirksame Medikamente, helfen aber nicht jedem Patienten oder jeder Krebsart, und Krebszellen können mit der Zeit auch dagegen resistent werden.
- MEDIKAMENTENRESISTENZ als Hauptfaktor, der Krebsbehandlung erschwert
Kurkuma ist weder so stark zelltötend wie Chemotherapie noch ein so wirksamer Immunaktivator wie neuartige Immuntherapien. Sie birgt jedoch viele Risiken für Nebenwirkungen und Medikamentenwechselwirkungen.

6. Kurkuma zu Behandlungszwecken ist nicht harmlos, beachten Sie das Todesrisiko!
Am 4. August 2017 veröffentlichte die FDAnach Auftreten einer schweren Allergie bei 2 Patienten nach intravenöser Curcumingabe, einer sogenannten Überempfindlichkeitsreaktion , eine Warnung. Eine dieser Personen – eine 30-jährige Frau – starb an Herzstillstand. Der andere Patient – ein 71-jähriger Mann – sprach auf intravenöses Adrenalin an, wurde rasch auf die Intensivstation gebracht und behandelt. Beide Anwendungen hatten in Wellnesskliniken außerhalb eines Krankenhauses stattgefunden.
Zusammenfassend;
Es gibt keine Belege für die Anwendung von Kurkuma oder ihrem bekannten biologisch aktiven Bestandteil Curcumin zur Krebsbehandlung oder -prävention. Curcumin wurde bisher in zahlreichen Studien erprobt und hat auch keine Chance, ein Krebsmedikament zu werden. Bekannt sind dagegen schwere, plötzlich einsetzende Nebenwirkungen bis zum Tod; wahrscheinlich treten tatsächlich mehr auf als berichtet.
Quellen
Curcumin (Turmeric) and Cancer.
Journal of B.U.O.N. 2016
2. Epelbaum R, Schaffer M, Vizel B ve ark.
Curcumin and gemcitabine in patients with advanced pancreatic cancer.
Nutr Cancer. 2010
3. Douglas Hanahan,,Lisa M. Coussens.
Accessories to the Crime: Functions of Cells Recruited to the Tumor Microenvironment.
Cancer Cell, 2012.
4. Piskounova E, Agathocleous M, Murphy MM ve ark.
Oxidative stress inhibits distant metastasis by human melanoma cells.
Nature, 2015.
5. Storka A, Vcelar B, Klickovic U, Gouya G, Weisshaar S, Aschauer S, Helson L, Wolzt M.
Effect of liposomal curcumin on red blood cells in vitro.
Anticancer Res, 2013
6. Compounded Curcumin Emulsion Product for Injection by ImprimisRx: FDA Investigation - Serious Adverse Events Associated with Use.
fda.gov – 08.04.2017
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