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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie

Der Verzehr von Nüssen könnte das Rückfallrisiko bei Dickdarmkrebs senken

Der Verzehr von Nüssen könnte das Rückfallrisiko bei Dickdarmkrebs senken

Nüsse verzehren wir im Alltag häufig. Nach einer beachteten Studie bei der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie ASCO 2017 senkt ihr Verzehr während und nach der Behandlung das Rückfallrisiko bei Kolon- beziehungsweise Dickdarmkrebs.

Bekanntlich verringern gesunde Ernährung, Nichtrauchen und regelmäßige Bewegung nicht nur die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, sondern auch das Rückfallrisiko. Eine Untersuchung bei Menschen mit einer vorbeugenden Chemotherapie nach der Operation (adjuvante Behandlung) eines Kolonkarzinoms im 3. Stadium beobachtete, dass ein gesunder Lebensstil das krebsbedingte Sterberisiko senken könnte. Nach der Untersuchung verringern Normalgewicht, regelmäßige Bewegung, eine an Gemüse, Obst und Getreide reiche Ernährung sowie ein geringer Konsum von verarbeitetem und rotem Fleisch das Sterberisiko durch Dickdarmkrebs um %42.

Stadieneinteilung bei Kolon- und Rektumkarzinomen des Dickdarms

Hinweis: Im 3. Stadium des Dickdarmkrebseshat sich der Tumor über die Dickdarmwand hinaus ausgedehnt und benachbarte Lymphknoten befallen, jedoch keine Metastasen in entfernten Organen gebildet. Die Standardbehandlung in diesem Stadium besteht zunächst in der operativen Entfernung des Tumors und anschließend in einer Chemotherapie zur Verringerung des Rückfallrisikos, der adjuvanten Behandlung.

Eine weitere Untersuchung mit denselben Personen beobachtete, dass insbesondere der Verzehr von Nüssen wie Walnüssen, Mandeln, Haselnüssen und Cashewkernen das als Relaps, Rezidiv oder Rekurrenz bezeichnete Wiederauftreten des Krebses vermindern könnte. Nach dieser Untersuchung sinkt das Rückfallrisiko bei Menschen, die pro Woche mindestens 2 Portionen Nüsse essen, um bis zu %40. Diese günstige Wirkung wurde nur bei Baumnüssen wie Walnüssen, Mandeln, Haselnüssen und Cashewkernen beobachtet, nicht jedoch beispielsweise bei Erdnüssen.

Studien zeigten, dass Adipositas, Typ-2-Diabetes, Bewegungsmangel, westliche Ernährung und übermäßige Energiezufuhr das Risiko eines Dickdarmkrebsrückfalls und eines dadurch verursachten Todes erhöhen. Beobachtungsstudien zeigen dagegen, dass ein höherer Nussverzehr das Risiko für Typ-2-Diabetes, metabolisches Syndrom und Insulinresistenz senkt. Auch wenn der Grund für einen Schutz vor Dickdarmkrebsrückfällen durch Nüsse unklar ist, könnte er auf diese Weise erklärt werden.

Wir möchten nochmals betonen, dass die Betroffenen in beiden Untersuchungen eine adjuvante Behandlung erhielten. Ein gesunder Lebensstil und Nussverzehr allein ersetzen niemals die Behandlung, scheinen jedoch begleitend zur Therapie wirksam zu sein. Außerdem beruht die Untersuchung ausschließlich auf Beobachtungen und beweist nicht, dass gesunde Ernährung und Nussverzehr die Rückfallwahrscheinlichkeit tatsächlich senken.

Zusammenfassend können begleitend zur Behandlung ein gesunder Lebensstilund Nussverzehr wahrscheinlich das Rückfallrisiko verringern. Diese Untersuchung allein reicht jedoch nicht aus; künftig sind ausführlichere Studien zu diesem Thema erforderlich.

Quellen

Temidayo Fadelu, Donna Niedzwiecki, Sui Zhang et al.
Nut consumption and survival in stage III colon cancer patients: Results from CALGB 89803 (Alliance).
2017 ASCO Annual Meeting. Abstract No: 3517
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