Ergebnisse von HPV-Selbsttests sind ebenso genau wie in der Klinik entnommene Proben
Selbst entnommene Gebärmutterhalsproben erwiesen sich beim Nachweis von HPV-Positivität und CIN 2 - CIN3-Läsionen als ähnlich empfindlich und genau wie klinisch entnommene Proben.

In diesem Artikel
In der von Polman und Kollegen durchgeführten und in THE LANCET Oncologyveröffentlichten IMPROVE-Studie erwiesen sich selbst entnommene Zervixproben (Gebärmutterhalsproben) beim Nachweis von HPV- Positivität und HPV-bedingten zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN 2 oder CIN3) als ähnlich empfindlich und genau wie bei einer ärztlichen Untersuchung entnommene Proben.
Einzelheiten der Studie
Frauen im Alter von 29 bis 61 Jahren wurden im Rahmen des regulären niederländischen Krebsfrüherkennungs- programms zur Studienteilnahme eingeladen. Sie wurden zufällig auf zwei gleich große Gruppen verteilt. Eine verwendete das Evalyn-Brush-Set zur selbstständigen Entnahme zervikovaginaler Proben, in der anderen wurden Proben wie üblich ärztlich mit Cervex-Brush entnommen.
Alle Proben wurden mit der klinisch validierten GP5+/6+ Polymerase-Kettenreaktion (PZR) auf HPV getestet. Frauen mit positivem HPV-Befund wurden in beiden Gruppen erneut mit der jeweils anderen Entnahmemethode getestet.
Die folgende Abbildungzeigt den krankhaften Prozess von einer HPV-Infektion bis zum Gebärmutterhalskrebs . Die Abkürzung CIN steht für zervikale intraepitheliale Neoplasie und wird von 1 bis 3 angegeben. Je höher die Zahl, desto größer ist der Anteil der dysplastischen Zellen. CIN ist kein Krebs und entwickelt sich nicht zwangsläufig zu Krebs, bezeichnet aber Läsionen mit dem Potenzial zur Krebsentstehung (präkanzerös).

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Die primären Studienendpunkte waren der Nachweis von CIN2- und CIN3-Positivität. Die Nichtunterlegenheitskriterien (kein schwächerer Test) für selbst und ärztlich entnommene Proben wurden auf % 90 für die relative Sensitivität und % 98 für die relative Spezifität festgelegt.
Ergebnisse der Studie
- Von 187.473 zur Teilnahme eingeladenen Frauen wurden 8.212 der Selbstentnahmegruppe und 8.198 der ärztlichen Entnahmegruppe zugeteilt. Nach Ausschluss ungeeigneter Frauen und derjenigen, die ihre Proben nicht zurückschickten, wurden 7.643 Frauen in die Selbstentnahmegruppe und 6.282 in die ärztliche Entnahmegruppe eingeschlossen.
- Bei 569 Frauen mit Selbstentnahme (%7.4) und 451 Frauen mit ärztlicher Entnahme (%7.2) wurde HPV-Positivität nachgewiesen.
- Die mediane Nachbeobachtungszeit der HPV-positiven Frauen betrug 20 Monate.
- Zwischen ärztlicher Entnahme und Selbstentnahme zeigte sich beim HPV-Test für CIN2-Positivität kein Unterschied hinsichtlich Empfindlichkeit (Sensitivität) oder Genauigkeit (Spezifität). Ebenso bestand für CIN3-Positivität kein Unterschied zwischen den Tests.
Zusammenfassendzeigte ein HPV-Test mit einem klinisch validierten PZR-basierten Verfahren für den Nachweis von CIN2 + oder CIN3 + Läsionen eine ähnliche Genauigkeit bei selbst und ärztlich entnommenen Proben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine HPV-Selbstentnahme als primäre Methode in der routinemäßigen Früherkennung verwendet werden könnte.
Quellen
Performance of human papillomavirus testing on self-collected versus clinician-collected samples for the detection of cervical intraepithelial neoplasia of grade 2 or worse: a randomised, paired screen-positive, non-inferiority trial.
THE LANCET Oncology, 15 January 2019.
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