Keine unnötigen Untersuchungen in der Nachsorge nach Brustkrebsheilung!

In diesem Artikel
Bei Brustkrebs ist der größte Wunsch die Heilung. Bei Erstdiagnose ist die Todesangst besonders hoch. Bei frühem Krebs ohne Metastasen kann die Erklärung des Arztes über die Heilung nach Behandlung Erleichterung bringen. Nach Operation, Chemotherapie und nötigenfalls Bestrahlung sind die Hauptbehandlungen abgeschlossen; die Nachsorge beginnt.
Vorher erklärt der Arzt, die intensive Behandlung sei beendet, der Patient geheilt und nun folgten Kontrollen. Während ungefähr 6 Monaten intensiver Behandlung hat sich der Patient stark an das Onkologieteam gebunden und fast mit ihm gelebt. Diese Nähe vermittelt Sicherheit. Nun endet der enge Kontakt, und Kontrollen erfolgen alle 3-6 Monate. Die Patientin kehrt in ihren früheren Alltag zurück.
Genau dann entsteht eine neue Angst vor dem Brustkrebsrezidiv, die Rückfallangst. Geheilte Patientinnen wünschen bei Nachsorge alles Mögliche, gegebenenfalls viele Tests und die Erklärung, ob Krebs wiederkehrt. Wir informieren hier über unnötige Nachsorgeuntersuchungen.
Eine auf ASCO 2017 vorgestellte Studie zeigt bei frühem Brustkrebs zu viele Tumormarker-Bluttests und bildgebende Untersuchungen.
Die Studie
Im Osten des US-Bundesstaats Washington wurden Versicherungsdaten von frühem Brustkrebs bei 2156 Patienten aus 2007- 2015 geprüft. %84 hatten Stadium 1, %16 Stadium 2.
Alle kamen nach Behandlung in Nachsorge. Untersucht wurden Tumormarker (CEA, CA 15-3, CA 27.29) und fortgeschrittene Bildgebung (PET, CT, Knochenscan). Von 3 Patienten erhielten mehr als 1 (%37) unnötige Markertests. Von ungefähr 5 erhielt 1 (%17) unnötige weiterführende Bildgebung.
Wer benötigt engmaschigere Nachsorge?
Anfangs mehr als 5 cm großer Tumor oder mehr als 3 betroffene Achsellymphknoten bei Stadium 2B oder 3 gelten als Hochrisiko und können solche Tests rechtfertigen. In früheren Stadien ohne verdächtige Beschwerden wie neuen Knoten oder anhaltende Schmerzen sollten sie nicht unnötig angefordert werden.
Unnötige Markertests und Bildgebung verursachen Stress, Zeit- und Kostenverlust. Bei Beschwerdefreien sind Marker zudem zur frühen Rückfallerkennung nicht wirksam.
Das Rückfallrisiko wird durch vorbeugende – adjuvante Therapien minimiert. Dennoch bleibt Rückfallangst die führende Sorge von Patienten und Angehörigen. Psychologische Unterstützung verringert sie erheblich. Wer akzeptiert, dass sich ein Rückfall manchmal nicht eindeutig vorhersagen lässt, überwindet Angst leichter. Gegen unnötige Untersuchungen bei frühem Brustkrebs scheint vor allem ärztliche Fortbildung der beste Weg.
Quellen
2017 ASCO Annual Meeting. Abstract No: 6582
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