Sacituzumab Govitecan erhält die FDA-Zulassung für hormonpositiven Brustkrebs

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Am 3. Februar 2022 erhielt Sacituzumab Govitecan-hziy (Trodelvy, Gilead Sciences, Inc.) die FDA-Zulassung für Patienten mit nicht resezierbarem lokal fortgeschrittenem oder im Stadium 4 befindlichem (metastasiertem) Brustkrebs, der hormonrezeptorpositiv (HR-positiv) und negativ für den humanen epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor 2 ist (HER2 IHC 0, IHC 1+ oder IHC 2+/ISH-). Die Patienten müssen zuvor eine Hormontherapie und mindestens 2 systemische Therapielinien gegen die metastasierte Erkrankung erhalten haben.
Trodelvy mit dem Wirkstoff Sacituzumab Govitecan ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat und zählt zu einer neuen Generation hochentwickelter biotechnologischer Krebsmedikamente. Seine erste FDA-Zulassung erhielt es im April 2020 für fortgeschrittenen triple-negativen Brustkrebs. Im April 2021 folgte die FDA-Zulassung für fortgeschrittenen Urothelkrebs (Blase und Harnwege). Die aktuelle Zulassung ist die 3. FDA-Zulassung dieses Arzneimittels.
FDA-Zulassung auf Grundlage der TROPiCS-02-Studie
Wir hatten bereits über Einzelheiten der klinischen Studie TROPiCS-02 berichtet und sie als „die bemerkenswerteste Präsentation des ESMO-Kongresses 2022“ bezeichnet. Dabei hatten wir darauf hingewiesen, dass eine Behandlungszulassung möglich sei.
Für HR-positive/HER2-negative Patienten stehen wirksame endokrine Therapien zur Verfügung, etwa in Kombination mit CDK4/6-Hemmern, die das Gesamtüberleben deutlich verbessern. Wenn diese Behandlungen jedoch versagen, setzen wir Chemotherapie ein. Die Wirksamkeit der verfügbaren Medikamente nimmt in späteren Therapielinien ab.
Die Wirksamkeit von Sacituzumab Govitecan wurde in TROPiCS-02, einer multizentrischen, offenen, randomisierten Studie, untersucht. Aufgenommen wurden 543 Patienten mit nicht operablem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HR-positivem, HER2-negativem Brustkrebs. Ihre Erkrankung war nach einem CDK 4 /6-Hemmer, einer endokrinen Therapie und einem Taxan fortgeschritten. Sie hatten bereits mindestens zwei Chemotherapien im metastasierten Stadium erhalten; eine davon durfte bei einem Rückfall innerhalb von 12 Monaten im neoadjuvanten oder adjuvanten Setting erfolgt sein.
Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 entweder Sacituzumab Govitecan-hziy in einer Dosis von 10 mg/kg als intravenöse Infusion an den Tagen 1 und 8 eines 21-tägigen Zyklus (272 Patienten) oder einer Monochemotherapie (271 Patienten) zugeteilt. Der Prüfarzt bestimmte vor der Randomisierung eines der folgenden Chemotherapeutika: Eribulin (130 Patienten), Vinorelbin (63 Patienten), Gemcitabin (56 Patienten) oder Capecitabin (22 Patienten). Die Randomisierung wurde nach folgenden Faktoren stratifiziert: frühere Chemotherapieregime gegen die metastasierte Erkrankung (2 gegenüber 3-4), viszerale Metastasen (ja oder nein) und eine mindestens 6 Monate dauernde endokrine Therapie im metastasierten Stadium (ja oder nein). Die Behandlung wurde bis zur Krankheitsprogression oder bis zu nicht akzeptablen Nebenwirkungen fortgesetzt.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie war das progressionsfreie Überleben (PFS). Ein wichtiger sekundärer Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben.
Ergebnisse
- Bei mehrfach vorbehandelten Patienten mit hormonrezeptorpositivem/HER2-negativem metastasiertem Brustkrebs verbesserte Sacituzumab das Gesamtüberleben gegenüber einer vom Arzt gewählten Behandlung statistisch signifikant (Median 14,4 gegenüber 11,2 Monate; Hazard Ratio [HR] 0,79 [95%-Konfidenzintervall (KI) 0,65-0,96; p=0,02).
- Auch bei der Ansprechrate und der Lebensqualität wurden deutliche Verbesserungen berichtet; die Nebenwirkungen waren beherrschbar.
- Eine frühere Analyse von TROPICS-02 hatte bereits einen statistisch signifikanten Vorteil beim progressionsfreien Überleben (PFS) gezeigt: im Median 5,5 gegenüber 4 Monate.
- Nach 12 Monaten lagen die PFS-Raten bei 21% gegenüber 7%.

Abbildung. Gesamtüberleben mit Sacituzumab Govitecan gegenüber einer vom Arzt gewählten Therapie bei intensiv vorbehandelten Patienten mit HR-positivem/HER2-negativem metastasiertem Brustkrebs
Bei den in TROPiCS-02 mit Sacituzumab Govitecan behandelten Patienten waren die häufigsten (≥25%) Nebenwirkungen einschließlich auffälliger Laborwerte eine verminderte Leukozytenzahl (88%), verminderte Neutrophilenzahl (83%), vermindertes Hämoglobin (73%), verminderte Lymphozytenzahl (65%), Durchfall (62%), Müdigkeit (60%), Übelkeit (59%), Haarausfall (48%), erhöhte Glukosewerte (37%), Verstopfung (34%) und vermindertes Albumin (32) %.
Die empfohlene Dosis von Sacituzumab Govitecan beträgt 10 mg/kg als intravenöse Infusion einmal wöchentlich an den Tagen 1 und 8 eines 21-tägigen Behandlungszyklus. Die Behandlung wird bis zu nicht akzeptablen Nebenwirkungen oder zum Fortschreiten der Krebserkrankung fortgesetzt.
Fazit Obwohl der in TROPiCS-02 gezeigte Nutzen geringer ausfällt als der Nutzen von Sacituzumab bei triple-negativem Brustkrebs, belegen die Ergebnisse der TROPiCS-02-Studie einen klinisch relevanten Effekt für diese Patienten. Bei fortgeschrittenem hormonpositivem/HER2-negativem Brustkrebs sollte Sacituzumab daher nun als Option für spätere Therapielinien berücksichtigt werden.
Quellen
02/03/2023 fda.gov
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