Brustkrebs hat mein Leben verändert, aber zum Positiven

In diesem Artikel
Als Patientin, die diesen Kampf erlebt hat, habe ich ein neues Lebensziel: anderen Frauen zu helfen, während ihrer Krebsbehandlung stärker zu werden!
Ich habe mich immer von der Selbstuntersuchung meiner Brüste ferngehalten, weil ich dichtes Brustgewebe habe und daher nicht beurteilen konnte, ob ein Knoten oder eine Geschwulst vorhanden war. Stattdessen ließ ich jährlich regelmäßig eine Mammografie durchführen. Vor vier Jahren war das Ergebnis negativ, und ich war erleichtert. Mein Arzt vermerkte jedoch im Bericht, dass ich wegen meines dichten Brustgewebes zusätzlich Ultraschall benötigte. Dabei zeigte sich in der linken Brust ein kleiner Knoten, der in der Mammografie nicht sichtbar gewesen war.
Ich hatte Glück! Die pathologische Untersuchung der Knotenbiopsie und radiologische Untersuchungen zeigten Stadium 1 bei Brustkrebs. Mein Chirurg empfahl zunächst eine brusterhaltende Operation, die Lumpektomie , gefolgt von Strahlentherapie. Doch seit der Diagnose hatte ich das starke Gefühl, beide Brüste entfernen lassen zu wollen. Ich empfand, dass ich entschlossener handeln musste, um diesen Krebs vollständig loszuwerden. Denn ich wollte später nicht mit weiteren Krebsherden, die in Mammografie oder Ultraschall verborgen blieben, oder mit einem Rückfall konfrontiert werden.
Der Krebs in meiner linken Brust war klein und tief gelegen, und in der rechten gab es keine Krebszeichen. Dennoch wollte ich eine prophylaktische Mastektomie, also die vorbeugende Entfernung beider Brüste. Denn ich habe aschkenasisch-jüdische Wurzeln, was mein Risiko für eine BRCA-Mutation erhöht. Ich hatte einen Gentest zur Mutationssuche durchführen lassen. Als Mutter zweier junger Töchter beunruhigten mich diese Risikofaktoren, und ich dachte an ihre Zukunft. Außerdem mussten wir alles Notwendige tun, um das Risiko zu senken.
- Verwandtes Thema: Wer sollte einen Gentest auf erblichen Brustkrebs durchführen lassen?
Schwierige Entscheidungen treffen
Der Gentest zeigte, dass ich BRCA2-positiv bin. Dies verstärkte meinen Wunsch nach einer beidseitigen vorbeugenden Brustoperation und plastisch-chirurgischer Rekonstruktion. Wegen des erhöhten Eierstockkrebsrisikos ließ ich auch die Eierstöcke entfernen. Ich weiß außerdem um mein erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs und malignes Melanom und achte darauf.
Ich habe großes Glück, ein Behandlungsteam zu haben, das meine Sorgen hört, meine Bedürfnisse berücksichtigt und mich in sämtliche Entscheidungen über meine Versorgung einbezieht. Ich weiß jedoch, dass nicht alle Krebsüberlebenden diese Möglichkeiten und Erfahrungen haben.
Meine größten Sorgen betreffen meine Töchter. Meine jüngere Tochter ist 27 Jahre alt. Nachdem eine Mammografie einen großen Knoten in ihrer linken Brust gezeigt hatte, erhielt auch sie vorbeugend eine beidseitige Mastektomie. Der Knoten war gutartig, doch wegen des erblichen Risikos und ihrer großen Angst entschied sie sich für die Operation. Nun plant sie, wann die Eierstöcke entfernt werden. Bei meiner älteren Tochter ist das Risiko für Schilddrüsen-, Brust- und Eierstockkrebs erhöht. Sie ist noch unentschieden, ob sie Brüste oder Eierstöcke entfernen lassen soll. Für junge Frauen, die noch keine Kinder haben, sind dies keineswegs einfache Entscheidungen.
Die Stimme anderer sein
Ich beteiligte mich aktiv an den Gesundheitsentscheidungen meiner Eltern gegen Ende ihres Lebens. Als ich die Brustkrebsdiagnose erhielt, wusste ich, wie meine bestmögliche medizinische Versorgung aussehen sollte. Durch die Wahl radikaler Behandlungen und die Verfolgung genetischer Tests konnte ich mein Leben retten.
Seit meiner Diagnose schloss ich mich vielen Brustkrebs-Selbsthilfegruppen an und traf Frauen, die Zweifel an Behandlungen und Nebenwirkungen hatten. Ich sprach mit ihnen darüber, weil ich nicht wollte, dass sie von ihren Ärzten enttäuscht oder auf sie wütend sind. Ich freue mich, diesen Frauen zu helfen, und rate ihnen, auf ihre eigenen Gefühle hinsichtlich ihrer Versorgung zu achten und Sorgen über Onkologen oder Behandlungsteam anzusprechen. Über Ängste muss gesprochen und nach Lösungen gesucht werden. Schließlich kennen wir unseren Körper selbst am besten.
Das Leben voll auskosten
Krebs hat mich verändert, aber zum Positiven. Ich habe ein neues Lebensziel gefunden und freue mich sehr, anderen Frauen dabei zu helfen, während ihrer Krebserfahrung stärker zu werden und Kraft zu finden. Ich wollte keinen Krebs bekommen, doch er hat meinem Leben auch Positives gebracht.
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Unser Artikel ist die Übersetzung eines Interviews, das Sherri Rosenthal der Website ascopost gegeben hat. Ihre Geschichte ist ein gutes Beispiel für die Frage, wie Menschen mit erblichem Brustkrebs überwacht und behandelt werden sollten . Bei nicht erblichem Brustkrebs ist dagegen die Operation der anderen gesunden Brust nicht nur unnötig, sondern auch kostspielig und lebensqualitätsmindernd. Nicht alle Brustkrebsfälle werden gleich behandelt. Dutzende Risikofaktoren und patientenbezogene Umstände beeinflussen die Therapieentscheidung. Ihr medizinischer Onkologe kennt den gesamten Verlauf vor und nach der Behandlung. Gemeinsam mit Ihnen wird er in einem Entscheidungsprozess, an dem Sie aktiv beteiligt sind, bestimmen, welche Behandlungen für Sie am besten geeignet sind und welche nicht.
Quellen
ascopost.com - By Sherri Rosenthal as told to Jo Cavallo - October 25, 2017
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