Dexamethason-Mundspülung bei Everolimus-bedingten Mundgeschwüren in der Brustkrebsbehandlung

Das Medikament mit dem Wirkstoff Everolimus namens Afinitor erhielt 2012 für die Behandlung von Patientinnen nach der Menopause mit fortgeschrittenem hormonpositivem, Her2-negativem Brustkrebs in Kombination mit Aromasin (Wirkstoff Exemestan) die FDA -Zulassung.
Intrazelluläre WachstumssignalwegeEinen dieser Signalwege, nämlich mTOR, hemmt Everolimus. Zu seinen wichtigsten Nebenwirkungen gehören die als Stomatitis bezeichneten Mundgeschwüre. Topische (örtlich angewendete) Steroide können ihr Ausmaß und ihre Schwere lindern; wegen der durch Everolimus verursachten Beschwerden kann eine Dosisverringerung erforderlich werden.
Frühere Studien berichteten, dass Steroide (Kortison) als Mundspülung Mundgeschwüre verhindern könnten. Im März 2017 untersuchte eine in Lancet Oncologyveröffentlichte Studie, ob sich bei Brustkrebspatientinnen unter Everolimus Mundgeschwüre durch eine Dexamethason-Mundspülung verhindern lassen.
Diese multizentrische, einarmige Phase-2-Präventionsstudie in den USA untersuchte metastasierten, hormonrezeptorpositiven, HER2-negativen Brustkrebs und nahm 92 Frauen nach der Menopause auf. Ab dem ersten Tag erhielten sie 10 mg Everolimus und 25 mg Exemestan sowie 10 ml alkoholfreie Dexamethason-Mundspülung. Nach 8 Wochen durfte die Mundspülung im Einvernehmen zwischen Patientin und Arzt für weitere 8 Wochen angewendet werden.
Zubereitung der Mundspülung: Die alkoholfreie Lösung wurde mit 5 ml oraler Lösung pro 0.5 mg Dexamethason hergestellt, 2 Minuten im Mund gespült und dann ausgespuckt. Die Zeit wurde mit einem Timer gemessen. Dies erfolgte über 8 Wochen viermal täglich. Die Patientinnen wurden angewiesen, nach Anwendung der Dexamethasonlösung 1 Stunde nichts oral aufzunehmen.
Zwischen dem 28. Mai 2014 und dem 8. Oktober 2015 wurden 92 Frauen aufgenommen; 85 konnten hinsichtlich des Nutzens ausgewertet werden. Nach 8 Wochen trat eine Stomatitis (Mundgeschwüre) vom Grad 2 oder höher unter 85 Patientinnen nur bei 2 auf. Insgesamt wurde von den 92 Patientinnen unter Everolimus und Exemestan bei 83 mindestens 1 Nebenwirkung beobachtet. Die häufigsten erfassten Nebenwirkungen der Grade 3 und 4 waren Hyperglykämie (erhöhter Blutzucker), Hautrötung und Dyspnoe (Atemnot). Bei 20 Patientinnen wurden schwerwiegende Nebenwirkungen berichtet; 2 wurden mit der Behandlung in Zusammenhang gebracht, am häufigsten Dyspnoe und Pneumonie (Lungenentzündung). Von den 92 Patientinnen wurde bei 12 die Behandlung mit Everolimus und Exemestan wegen Nebenwirkungen abgesetzt.
Zusammenfassendverringerte die prophylaktische (vorbeugende) Anwendung von Dexamethasonlösung das Ausmaß und die Schwere der Mundgeschwüre und könnte einen neuen Standard der Mundpflege für Patienten unter Everolimus und Exemestan darstellen.
Quellen
Prevention of everolimus-related stomatitis in women with hormone receptor-positive, HER2-negative metastatic breast cancer using dexamethasone mouthwash (SWISH): a single-arm, phase 2 trial.
Lancet Oncol. May, 2017.
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