Elektrische Stromtherapie erhielt FDA-Zulassung zur Behandlung des Pleuramesothelioms (Krebs des Lungenfells)

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Die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) genehmigte am 24. Mai 2019 bei nicht operativ entfernbarer, lokal fortgeschrittener oder metastatischer, maligner Pleuramesotheliom-Erkrankung (Krebs des Lungenfells) für die Erstlinienbehandlung eine Anwendung in Kombination mit Pemetrexed plus platinbasierter Chemotherapie in Form einer elektrischen Stromtherapie (tumor treating fields, TTF).
Das NovoTTF-100L-System (Novocure) ist seit der Zulassung von Pemetrexed 2004 die erste von der FDA innerhalb von 15 Jahren zugelassene Behandlung des malignen Mesothelioms.
Bei inoperablem malignem Pleuramesotheliom (Krebs des Lungenfells) wurde gezeigt, dass die Ergänzung der Standardchemotherapie durch tumor-treating fields (TTF) als spezielle elektrische Stromanwendung die Lebenszeit deutlich verlängert und eine sichere Behandlung ist. Die Ergebnisse der STELLAR genannten klinischen Phase-2-Studiewurden auf dem Multidisziplinären Symposium für Thoraxkarzinome 2019vorgestellt. Bei Patienten mit fortgeschrittenem Mesotheliom wurde mit Platin (Cisplatin oder Carboplatin) und Pemetrexed als zweifacher Chemotherapie in Kombination mit niedrigintensivem elektrischem Wechselstrom ein medianes Gesamtüberleben von 18.2 Monaten ermittelt; das historische mediane Überleben dieser Patientengruppe ist mit 12.1 Monaten bekannt.

Das Pleuramesotheliom entsteht im Lungenfell und gehört zu den seltenen Krebsarten; seine Häufigkeit steigt jedoch weltweit. Trotz jahrelanger Forschung und vielversprechender vorläufiger Ergebnisse von Immuntherapienist das einzige zugelassene Behandlungsregime beim Mesotheliom die vor 15 Jahren von Vogelzang und Kollegen vorgestellte Kombination aus Cisplatin und Pemetrexed. Mit dieser Behandlung beträgt das mediane Gesamtüberleben nur etwa 1 Jahr.
Tumor-treating fields (TTF) sind ein antimitotisches regionales Krebsbehandlungsgerät, das dem Tumor niedrigintensiven elektrischen Wechselstrom zuführt. Diese elektrischen Wechselströme unterdrücken während der mitotischen Zellteilungin der Metaphase die Bildung des Spindelapparats und damit die Zellteilung. Diese Behandlungsmethode hatte zuvor eine FDA-Zulassung zur Behandlung des Gehirntumors GBM erhalten.

Laborstudien hatten gezeigt, dass menschliche Mesotheliomzellen sehr empfindlich auf TTF-Wellen von 150 kHZ reagieren und dass in Kombination mit Chemotherapie eine synergistische Wirkung besteht.
Einzelheiten der STELLAR-Studie
- Die Patienten erhielten 6 Zyklen einer Platin+Pemetrexed-Chemotherapie und gleichzeitig mindestens 18 Stunden täglich TTF.
- Patienten ohne Krebsprogression nach dieser Kombination setzten die Behandlung mit niedrigintensivem elektrischem Strom als alleinige Erhaltungstherapie bis zum Fortschreiten der Erkrankung, einer nicht akzeptablen Toxizität (Nebenwirkung) oder dem Tod fort.
- Die Tumorlast wurde alle 6 Wochen durch Computertomografie des Bauchs und des Thorax (Brustbereichs) beurteilt.
- Der primäre Endpunkt der Studie war das Gesamtüberleben. Gesamtansprechrate, progressionsfreies Überleben (ohne Fortschreiten) und Sicherheit waren sekundäre Endpunkte.
Studienergebnisse
- Das mediane Patientenalter betrug 67 Jahre, und %84 waren Männer.
- Die histologischen Subtypen waren gut vertreten; %66 der Patienten hatten einen epitheloiden und %26 einen sarkomatoiden/biphasischen Typ.
- Das mediane Gesamtüberleben betrug 18.2 Monate. Gegenüber der historischen Kontrolle von 12.1 Monaten verringerte diese Kombinationsbehandlung das Sterberisiko um %44.
- Die 1-Jahres-Gesamtüberlebensrate betrug %62, und bei ausschließlich epitheloiden Patienten lag das mediane Gesamtüberleben bei 21.2 Monaten.
- Das mediane progressionsfreie Überleben (ohne Fortschreiten) betrug 7.6 Monate und die Gesamtansprechrate %40.
- Die Behandlung wurde offenbar gut vertragen; die meisten Nebenwirkungen wurden mit der Chemotherapie in Verbindung gebracht. Im Median konnten %68 der Patienten das Gerät mindestens 16 Stunden lang verwenden.
- Die am häufigsten berichtete gerätebedingte Nebenwirkung war Hauttoxizität (Dermatitis an den Klebestellen der Transducer). Insgesamt hatten 4 Patienten (%5) eine schwere Toxizität (3. Grades). Diese Nebenwirkungen besserten sich mit kortisonhaltiger Creme und einer kurzen Behandlungspause.
Quellen
2. Ceresoli GL, Aerts J, Madrzak J, et al.
STELLAR: Final results of a phase 2 trial of tumor-treating fields with chemotherapy for first-line treatment of malignant pleural mesothelioma.
2019 Multidisciplinary Thoracic Cancers Symposium. Abstract 4. Presented March 14, 2019.
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