Musik, Meditation und Yoga: Ergänzende Therapien bei Brustkrebs sollten unterstützt werden

Um Belastungen von Menschen mit Brustkrebs wie Angst, Depression oder Stimmungsschwankungen zu lindern, empfehlen Onkologen den Patienten, Meditations- und Yogatechniken zu erlernen oder zu therapeutischen Zwecken Musik zu hören.
Die Amerikanische Gesellschaft für Klinische Onkologie (ASCO) gab kürzlich bekannt, die von der Society for Integrative Oncology (SIO) erstellten Leitlinien zu ergänzenden Therapienzu unterstützen.
Diese Leitlinien der Society for Integrative Oncology wurden von einem ASCO-Expertengremium geprüft, das gemeinsam von Dr. Gary H. Lyman vom Fred Hutchinson Cancer Research Center und Dr. Lorenzo Cohen vom MD Anderson Cancer Center der University of Texas geleitet wurde.
Die vollständigen Leitlinien zu diesen ergänzenden Therapien wurden im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht.
Einige wichtige Empfehlungen sind:
- Angst und Stress können durch Musiktherapie, Meditation, Stressmanagement und Yoga verringert werden; diese werden empfohlen.
- Bei Depression und Stimmungsstörungen werden Meditation, Entspannung, Yoga, Massage und Musiktherapie empfohlen.
- Die Lebensqualität zu verbessern, dafür werden Meditation und Yoga empfohlen.
- Um chemotherapiebedingte Übelkeit und Erbrechen zu verringern, wird zusätzlich zu Medikamenten gegen Übelkeit Akupunktur empfohlen.
- Glutamin wird zur Besserung von Übelkeit und Erbrechen während einer Chemotherapienichtempfohlen.
- Carnitin wird zur Vorbeugung chemotherapiebedingter peripherer Neuropathie wegen des Risikos einer Schädigung nicht empfohlen.
- Eine starke Beweislage unterstützt die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln zur Bewältigung von Nebenwirkungen der Brustkrebsbehandlungnicht.

Was die Evidenzgrade bedeuten;
- Evidenzgrad A: hohe Gewissheit, dass die betreffende Behandlung einen erheblichen Nutzen hat
- Evidenzgrad B: hohe Gewissheit, dass die betreffende Behandlung einen mäßigen bis erheblichen Nutzen hat
- Evidenzgrad C: mäßige Gewissheit, dass die betreffende Behandlung einen geringen Nutzen hat
- Evidenzgrad D: eine Wirkung der betreffenden Behandlung konnte nicht gezeigt werden
- Evidenzgrad H: die betreffende Behandlung verursacht Schaden
- Evidenzgrad I: die vorhandenen Belege zur betreffenden Behandlung erlauben kein eindeutiges Ergebnis
Bei Evidenzgrad A und B, also hoher Evidenz, wird die Durchführung der Behandlung empfohlen. Bei Evidenzgrad C ist ihr Nutzen umstritten. Bei Evidenzgrad D, H oder I wird die Behandlung nicht empfohlen.
Menschen während und nach einer Brustkrebsbehandlung (Cancer Survivor) möchten alle Möglichkeiten ausprobieren, um die Wirksamkeit der Behandlung und ihre Lebensqualität zu verbessern. Fachleute möchten Patienten helfen, geeignete individuelle Therapieentscheidungen zu treffen. Um festzustellen, was wirkt und was nicht, muss die gesamte vorhandene medizinische Literatur zu ergänzenden Therapien bewertet werden.
Bei der Betrachtung der Leitlinien ist der wichtigste Punkt: Jeder Patient ist einzigartig und eigenständig, und die wichtigste Entscheidungwird gemeinsam von einer betreuenden Fachperson und dem Patienten getroffen. Außerdem gibt es erhebliche Wissenslücken über Nutzen und Schaden vieler ergänzender onkologischer Therapien, und solche Methoden müssen gründlicher erforscht werden.
Das ASCO-Expertengremium weist darauf hin, dass sich Empfehlungen durch die spätere Zusammenstellung weiterer wissenschaftlicher Belege ändern können. Obwohl ASCO die Empfehlungen der Society for Integrative Oncology grundsätzlich übernimmt, hat es verschiedene Diskussionspunkte zur Verbesserung der Lebensqualität hervorgehoben. Deshalb ist bei ergänzenden Therapien Vorsicht geboten; alternative Ansätze sollten nicht ohne Rücksprache mit dem Onkologen und die Nutzung zuverlässiger Quellen erwogen werden.
Quellen
Integrative Therapies During and After Breast Cancer Treatment: ASCO Endorsement of the SIO Clinical Practice Guideline.
Journal of Clinical Oncology, June 2018.
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