Niraparib, eine lebensverlängernde Behandlung bei Eierstockkrebs im 4. Stadium oder bei Rückfällen, wurde zugelassen

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Am 27. März 2017 erteilte die FDA Niraparib, Handelsname Zejula®, die Zulassung zur Erhaltungstherapie erwachsener Patienten mit Eierstock-, Eileiter- oder primärem Peritonealkrebs, deren Tumoren zuvor unter einer platinbasierten Chemotherapie vollständig oder teilweise zurückgegangen waren (vollständiges oder partielles Ansprechen), deren Erkrankung danach jedoch wieder aufgetreten war.
Niraparib blockiert den PARP-Signalweg und verhindert dadurch die Reparatur der DNA in Krebszellen, wodurch das Tumorwachstum verlangsamt oder gestoppt wird
Niraparib ist ein Hemmer der Poly-ADP-Ribose-Polymerase (PARP), eines Enzyms, das an der Reparatur geschädigter DNA beteiligt ist. Den ausführlichen Wirkmechanismus finden Sie am Ende des Beitrags.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Niraparib wurden bei 553 Patienten mit rezidiviertem epidermalem Eierstock-, Eileiter- oder primärem Peritonealkrebs untersucht. Sie hatten zuvor mindestens zweimal eine platinbasierte Chemotherapie erhalten und auf die letzte vollständig oder teilweise angesprochen. Dies geschah in einer klinischen Studie In der Studie wurde mithilfe eines FDA-zugelassenen Tests geprüft, ob die Patienten eine spezifische Genmutation, eine BRCA- Keimbahnmutation aufwiesen. Bei Patienten mit und ohne BRCA-Keimbahnmutation wurde die Zeit ohne Krebswachstum nach der Behandlung, das progressionsfreie Überleben, gemessen. Bei Patienten mit BRCA-Mutation betrug das durchschnittliche progressionsfreie Überleben im Niraparib-Arm 21 Monate, im Placeboarm 5,5 Monate. Bei Patienten ohne BRCA-Keimbahnmutation betrug es im Niraparib-Arm 9,3 Monate und im Placeboarm, also bei einer Behandlung ohne Wirkstoffe, 3,9. Das bedeutet: Niraparib verlängerte die Überlebenszeit sowohl bei Patienten mit als auch ohne BRCA-Mutation signifikant. Der Nutzen ist bei Menschen mit BRCA-Mutation jedoch ausgeprägter.
Zu den Nebenwirkungen von Niraparib gehören niedrige Werte roter Blutkörperchen (Anämie), Blutplättchen (Thrombozytopenie) und weißer Blutkörperchen (Neutropenie oder Leukopenie), Herzklopfen, Übelkeit, Verstopfung , Erbrechen, Bauchschmerzen beziehungsweise Blähungen, wunde Stellen im Mund (Mukositis), Durchfall, Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie), Mundtrockenheit, Kraftlosigkeit , verminderter Appetit, Harnwegsinfektionen, Leberprobleme mit erhöhten AST-/ALT-Werten, Muskelschmerzen (Myalgie), Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen (Arthralgie), Kopfschmerzen, Schwindel, ungewöhnlicher Geschmack, Schlaflosigkeit, Angst, erkältungsähnliche Symptome (Nasopharyngitis), Atemnot, Husten, Hautausschlag und erhöhter Blutdruck (Hypertonie).

Da Krebszellen sich viel häufiger und schneller teilen als normale Zellen, entstehen mehr DNA-Schäden, also Mutationen. Bei DNA-Schäden werden verschiedene intrazelluläre Mechanismen aktiviert, die entweder den Schaden reparieren oder, wenn er nicht reparierbar ist, die Zelle in die Apoptoseführen. Sowohl PARP als auch BRCA sind an der DNA-Reparatur beteiligt. Wird bei Eierstockkrebs der PARP-Hemmer Niraparib eingesetzt, verliert die Krebszelle teilweise die Fähigkeit, ihre DNA zu reparieren. Liegt in diesen Zellen zugleich eine BRCA-Mutation vor, werden ihre Fähigkeiten, die eigene DNA zu reparieren und unsterblich zu bleiben, noch wesentlich stärker eingeschränkt.
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